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Zusammenfassung

Reflexion ist eines der zentralen Kennzeichen der Lehrerausbildung sowie ebenfalls Bestandteil professionellen Handelns im Berufsalltag von Lehrkräften. Ein wesentliches Konzept, um Reflexion bei Studierenden zu fördern, ist Forschendes Lernen. Bislang ist jedoch die Frage, inwieweit Forschendes Lernen zur Entwicklung von Reflexionsfähigkeit beiträgt, empirisch kaum untersucht. Der vorliegende Beitrag widmet sich dieser Fragestellung. Er fokussiert dabei auf die Studienprojekte als spezifische Form Forschenden Lernens innerhalb des Praxissemesters in NRW. Das der Untersuchung zugrunde gelegte Verständnis von Reflexion als einem kognitiven Prozess basiert auf dem Modell EDAMA (Aeppli & Lötscher, 2017). Es integriert verschiedene Konzepte und Ansätze zu Reflexion und definiert sogenannte Reflexionsphasen, die Überschneidungen mit Phasen eines Forschungsprozesses aufweisen. Die Annahme ist, dass im studentischen Forschungsprozess immer wieder Reflexionsmomente entstehen, die auch über den Studienbericht – als Dokumentation ihres Forschungsprozesses – rekonstruierbar sind. Die konkrete Fragestellung der Studie ist deshalb: Inwieweit lässt sich Reflexion in den schriftlichen Berichten zu den Studienprojekten anhand des gewählten EDAMA-Modells nachweisen? Die Fragestellung wird bearbeitet durch eine inhaltsanalytische Auswertung von 18 Studienberichten. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Reflexionsmomente und Reflexionsphasen in den Berichten belegen lassen. Zudem sind unterschiedliche Bezugspunkte der Reflexionsmomente identifizierbar: eigene schulische Praxis, fremde schulische Praxis und eigene Forschungspraxis. Darüber hinaus liegen unterschiedliche Schwerpunktsetzungen hinsichtlich der Auseinandersetzung bezogen auf die eigene Person oder die wahrgenommene schulische Umwelt vor.