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Abstract

Zusammenfassung <br />

Hintergrund: Von Moscheeführungen für Nichtmuslimïnnen in Deutschland wird ein Beitrag zum Abbau von Vorurteilen gegenüber dem Islam und den Muslimïnnen erwartet. Es fehlt jedoch bislang an Erkenntnissen über die Reichweite und die Teilnehmerschaft der Führungen. <br />

Ziel: Der Beitrag soll eine Vorstellung davon geben, wie viele nichtmuslimische Personen Moscheen im Rahmen von Führungen besuchen, wer die Besucherïnnen sind, in welchen Regionen die Besuche stattfinden und welche Moscheen besucht werden. <br />

Methoden: 177 Personen, die Führungen anbieten, aus 134 verschiedenen Moscheen wurden 2016 online mit einem standardisierten Fragebogen befragt. <br />

Ergebnis: Schätzungsweise eine Viertelmillion Menschen besucht jährlich eine Moschee im Rahmen einer Führung für nichtmuslimische Gäste. Die Besucherschaft setzt sich vorwiegend sich aus Schülerïnnen, christlichen religiösen Gruppen und bestimmten Berufsgruppen wie Lehrerïnnen, Pflegeberufen und der Polizei sowie Mitgliedern politischer Parteien zusammen. Moscheebesuchsangebote gibt es überwiegend in den Industrieregionen der alten Bundesrepublik. Die besuchten Moscheen gehören mehrheitlich türkeiorientierten Dachverbänden an. DİTİB-Moscheen stehen an erster Stelle. Die Moscheen anderer Einwanderer-gruppen werden dagegen selten besucht. <br />

Folgerungen: Eine Steigerung des Umfangs der Führungen ist wünschenswert, sofern man einen vorurteilsreduzierenden Effekt der Führungen annimmt. Unter den Besucherïnnen fehlen wichtige Gruppen aus der Wirtschaft, z. B. aus dem Handwerk. Im Osten Deutschlands, wo verstärkt ablehnende Einstellungen zum Islam gemessen werden, mangelt es an Gelegenheiten zum Kennenlernen des Islam.