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Zusammenfassung

Für die betriebliche Praxis ist Diversity vor allem eine praktische Herausforderung, der sich Führungskräfte und Beschäftigte täglich stellen müssen. Obwohl Vielfalt stetig zunimmt, wird ihr aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht als psychosoziale Arbeitsanforderung, die Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten und damit auf den Betriebserfolg hat, zu wenig Beachtung geschenkt. Es stellt sich die Frage, wie die betriebliche Praxis mit Diversität so umgehen kann, dass diese im besten Fall gesundheitsförderlich wirkt und zum Erfolgsfaktor wird. Auf das richtige Sozialkapital kommt es an - so die zentrale These der vorliegenden Studie.

Obwohl zum Thema Diversity in der Arbeitswelt eine lange Forschungstradition existiert, besteht dennoch Forschungsbedarf. Zum einen fehlt es an Erkenntnissen zu den Auswirkungen von Diversity in realen Arbeitssituationen statt in künstlich erschaffenem Umfeld. Zum anderen wurde die Perspektive der betrieblichen Praxis hinsichtlich der Wahrnehmung von Diversity und dem Umgang mit ihr bislang unzureichend untersucht. Darüber hinaus ist eine Intensivierung der Erforschung des Sozialkapitals als Kontextfaktor im Zusammenhang mit Diversität notwendig, da gerade das soziale Kapital als Grundlage kooperativen Handelns die Voraussetzung für gesunde Belegschaften und Wirtschaftlichkeit darstellt. Letztlich besteht Bedarf am Aufzeigen von konkreten Ansatzpunkten, die Führungskräften und ihren Beschäftigten einen gesundheitsförderlichen Umgang mit Diversity ermöglichen.

Anhand 25 leitfadengestützter Experteninterviews im Gastgewerbe wurde daher der Frage nachgegangen, welche Chancen und Risiken für das kooperative Handeln, die Gesundheit und den Betriebserfolg aus Sicht der betrieblichen Praxis von vielfältigen Belegschaften unter Berücksichtigung des Sozialkapitals als Kontextfaktor ausgehen, um daraus Ansatzpunkte für ein diversitysensibles Betriebliches Gesundheitsmanagement abzuleiten.

Die Ergebnisse zeichnen ein umfangreiches Bild zum Thema 'Diversity' in der betrieblichen Praxis. Zusammengefasst in einem Übersichtsmodell geben diese Erkenntnisse Führungskräften Antworten auf die Frage, wie sie gesundheitsförderlich und im Sinne des Betriebserfolges mit ihrer 'bunten' Belegschaft umgehen können. Darüber hinaus lassen sich für alle Phasen eines diversitysensiblen Betrieblichen Gesundheitsmanagements konkrete Handlungsoptionen ableiten.

Insgesamt trägt die vorliegende Studie zu einem besseren Verständnis der Krankheits- und Gesundheitsdynamiken in der Arbeitswelt bei. Die qualitative Herangehensweise erweist sich als sehr geeignet, um die subjektive, arbeitsalltagsbezogene Sichtweise der betrieblichen Praxis auf das Thema Vielfalt unter Berücksichtigung des Sozialkapitals als Kontextfaktor zu verdeutlichen. Es bedarf zukünftiger Studien, die die aufgezeigten hypothetischen Zusammenhänge im Übersichtsmodell statistisch überprüfen.

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