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Zusammenfassung
( ADeutschA )

Die Studie "Stages of Inversion: Die verkehrte Welt in Nineteenth-Century German Literature" entwickelt eine alternative Geschichte des "verkehrten" Subjekts in der deutschen Literatur. Diese Geschichte, die im 19. Jahrhundert beginnt, läuft teils parallel, teils aber auch gegenläufig zu Verortungen homosexuellen Begehrens, wie sie gleichzeitig in der pathologisierten Figur des "Invertierten" Gestalt annehmen. Die Studie nimmt fünf exemplarische Stationen dieser Geschichte in den Blick: Ludwig Tiecks "Die verkehrte Welt", E.T.A. Hoffmanns "Prinzessin Brambilla", Georg Büchners "Leonce und Lena", Gottfried Kellers "Kleider machen Leute" und Arthur Schnitzlers "Der grüne Kakadu". Die literarischen und theatralischen Verkehrungen, die diese Texte inszenieren, bieten Möglichkeiten an, Identitäten anders zu denken als es die im gleichen Zeitraum entstehende Identitätskategorie "des Homosexuellen" erlaubt. Im Gegensatz dazu unterminieren die verkehrten Identitäten—queere Identitäten avant la lettre—die dominierenden Identitätsdiskurse der Zeit. In der Erkundung der Schnittstellen von Identifikation, Theatralität und Geschichte der (Homo-)Sexualität geht die Studie auch dem Dialog zwischen literarischen, philosophischen und wissenschaftlichen Diskursen nach, deren Wirkmächtigkeit sich bis in unsere Gegenwart erstreckt.

Zusammenfassung
( AEnglischA )

"Stages of Inversion: Die verkehrte Welt in Nineteenth-Century German Literature" presents a literary ahistory of inverted subjectivity that runs parallel with, and at times contrary to, the historical consolidation of homosexual desire in the pathologized figure of the "invert." Its argument builds on five different literary moments in the nineteenth century from Ludwig Tieck's "Die verkehrte Welt," E.T.A. Hoffmann's "Prinzessin Brambilla," Georg Büchner's "Leonce und Lena," Gottfried Keller's "Kleider machen Leute," and Arthur Schnitzler's "Der grüne Kakadu." The literary and theatrical inversions in these works suggest a potential for queer identities avant la lettre that resists identitarian pressures and raises questions about the intersection of identification, theatricality, and the history of (homo)sexuality. The study stages a dialogue between literary, philosophical, and scientific discourses from the past and the present with a focus on queer theory and concepts like disidentification (José Muñoz) and drag (Judith Butler). While in the end the psycho-sexual-medical discourse seems to appropriate inversion, there remains an ironic core to inversion in its many forms that elides both propriety and subjection.

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