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Zusammenfassung (Englisch)

In 2009, the UN-Convention on the Rights of Persons with Disabilities was incepted in Germany. Since then, all pupils have the right to education, for which the states are obliged to provide inclusive school-systems. Pupils have the right to attend mainstream schools independent of their physical or cognitive predisposition. On order to support all pupils, teachers have to be able to adapt lessons to their diverse needs. Consequently, teacher training has to be structured to prepare future teachers for that task. Numerous scholars have therefore investigated what are the prerequisites for successful inclusion, and there seems to be a consensus that positive attitudes towards inclusion and the ability to work in a team are essential for inclusion to be successful. These should be addressed during teacher training. In the context of inclusive education, co-teaching is defined as the joint delivery of instruction by a teacher for General Education (GE) together with a teacher for Special Educational Needs (SEN). For the context of this study, this constellation is called multi-professional co-teaching.

The object of this study is to evaluate, whether teacher trainees working with a partner of a different discipline develop more positive attitudes and more elaborate knowledge/beliefs about inclusion than teacher trainees working in a team with a partner of the same discipline.

For that purpose, a newly designed seminar for teacher trainees for GE and for SEN was evaluated to assess its effect on teacher traineesÕ attitude, collaboration skills, and beliefs about inclusive education. The seminar has three different episodes: i) a theoretical episode to introduce teaching techniques suitable for groups of different learners as well as different forms of co-teaching, ii) a practical episode in which teacher trainees plan and conduct lessons for inclusive classes in co-operation, iii) and a reflective episode to discuss newly acquired knowledge on a meta-level. During the practical episode, teacher trainees worked in multi-professional teams (i.e.one teacher trainee for GE and one for SEN) or in mono-professional teams (two teacher trainees for GE or two teacher trainees for SEN).

Attitude and collaboration skills were assessed at three different testing times: before the seminar (t1), after the theoretical episode (t2), and after the practical episode (t3) with the help of questionnaires. Beliefs were assessed at two testing times: before the seminar (T1) and after the practical episode (T2). To assess beliefs, teacher trainees created concept maps to visualize their subjective definition of inclusive education.

Questionnaires were analyzed quantitatively applying inference statistical methods; the concept maps were analyzed qualitatively performing a summarizing, inductive, qualitative content analysis of the propositions. Additionally, the structures of the maps were analyzed applying graph-theoretical calculations.

Results indicate that all teacher trainees significantly improve their collaboration skills during the practical episode. Furthermore, teacher trainees working in multi-professional teams develop more positive attitudes towards inclusion than teacher trainees working in mono-professional teams. Also, they expand their subjective conceptualization of inclusion to include aspects like differentiation, individualization, and support; aspects that do not appear in the concepts of members of mono-professional teams. Therefore, this seminar form appears to be a suitable means to prepare teacher trainees for inclusive education. Consequently, it is recommended to implement it in the training curriculum for future teachers.

Zusammenfassung (Deutsch)

Im Jahr 2009 wurde in Deutschland die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verabschiedet. Seitdem haben alle Schüler und Schülerinnen das Recht auf Bildung und die Länder sind verpflichtet, integrative Schulsysteme bereitzustellen. Die Schülerinnen und Schüler haben das Recht, unabhängig von ihrer körperlichen oder kognitiven Veranlagung eine Regelschule zu besuchen. Um alle Schüler und Schülerinnen zu unterstützen, müssen die Lehrer in der Lage sein, den Unterricht an ihre unterschiedlichen Bedürfnisse anzupassen. Daher muss die Lehrerausbildung so gestaltet werden, dass zukünftige Lehrer auf diese Aufgabe vorbereitet werden.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien wurden daher durchgeführt um zu untersuchen, was wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Inklusion sind, und es scheint ein Konsens darüber zu bestehen, dass eine positive Einstellung zur Inklusion vonseiten der Lehrkräfte und die Fähigkeit, in einem Team zu arbeiten, unerlässlich für eine erfolgreiche Inklusion sind. In der Lehrerausbildung sollten daher gerade diese Fähigkeiten adressiert werden. Im Rahmen des inklusiven Unterrichts wird Co-Teaching definiert als die gemeinsame Erteilung von Unterricht durch einen Lehrer für Allgemeine Bildung (GE) zusammen mit einem Lehrer für Sonderpädagogische Förderung (SEN). Im Rahmen dieser Studie wird diese Konstellation als multiprofessionelles Co-Teaching bezeichnet.

Ziel dieser Studie ist es zu evaluieren, ob Lehreramtsstudierende, die mit einem Partner einer anderen Disziplin zusammenarbeiten, positivere Einstellungen und komplexere Kenntnisse/Vorstellungen über inklusiven Unterricht entwickeln als Lehreramtsstudierende, die in einem Team mit einem Partner derselben Disziplin arbeiten.

Zu diesem Zweck wurde ein neu konzipiertes Seminar für Lehreramtsstudierende der Regelschulpädagogik und solche der sonderpädagogischen Förderung evaluiert, um deren Auswirkungen auf die Einstellung, die Kooperationsfähigkeit und die Überzeugungen der Lehrerauszubildenden zum inklusiven Unterricht zu bewerten. Das Seminar besteht aus drei verschiedenen Episoden: i) einer theoretischen Episode zur Einführung von Lehrmethoden, die für Gruppen verschiedener Lernender sowie für verschiedene Formen des Co-Lehrens geeignet sind, ii) einer praktischen Episode, in der Lehreramtsstudierende gemeinsam im Team Unterricht für inklusive Klassen planen und durchführen, iii) und einer reflektierenden Episode zur Diskussion neu erworbenen Wissens auf Metaebene. Während der praktischen Episode arbeiteten die Lehramtsstudierenden in multiprofessionellen Teams (d.h. ein Studierender für die Regelschulpädagogik und einer für die sonderpädagogische Förderung) oder in monoprofessionellen Teams (zwei Studierende für die Regelschulpädagogik oder zwei für die sonderpädagogische Förderung).

Die Einstellungen und die Kooperationsfähigkeiten wurden mit Hilfe von Fragebögen zu drei verschiedenen Testzeiten gemessen: vor dem Seminar (t1), nach der theoretischen Episode (t2) und nach der praktischen Episode (t3). Die Überzeugungen wurden zu zwei Testzeiten gemessen: vor dem Seminar (T1) und nach der praktischen Episode (T2). Zu diesem Zweck erstellten die Studierenden Concept Maps, um ihre subjektiven Definitionen und Vortsellungen von inklusivem Unterricht zu visualisieren. Die Fragebögen wurden quantitativ unter Anwendung inferenz-statistischer Methoden analysiert; die Concept Maps wurden qualitativ analysiert indem eine zusammenfassende, induktive, qualitative Inhaltsanalyse der Propositionen durchgeführt wurde. Zusätzlich wurden die Map-Strukturen mit Hilfe grafentheoretischer Berechnungen analysiert.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass alle Lehreramtsstudierenden ihre Kooperationsfähigkeiten während der praktischen Episode signifikant verbessern. Darüber hinaus entwickeln Lehreramtsstudierende, die in multiprofessionellen Teams arbeiten, eine positivere Einstellung zur Inklusion als Lehreramtsstudierende, die in mono-professionellen Teams arbeiten. Außerdem erweitern sie ihre subjektive Konzeptualisierung der Inklusion um Aspekte wie Differenzierung, Individualisierung und Unterstützung; Aspekte, die in den Konzepten von Studierenden in mono-professionellen Teams nicht vorkommen.

Daher scheint diese Seminarform ein geeignetes Mittel zu sein, um die Lehrkräfte auf den inklusiven Unterricht vorzubereiten. Auf Grundlage dessen wird empfohlen, eine derartige Seminarform in das Curriculum für zukünftige Lehrer aufzunehmen.

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