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Zusammenfassung (Deutsch)

Der Transport von Gefahrgütern unterliegt in der Bundesrepublik Deutschland und innerhalb der Staaten der Europäischen Union auf allen Verkehrsträgern besonderen Gefahrguttransportvorschriften. Dazu zählen auch die Binnenwasserstraßen und insbesondere der verkehrsreichste Binnenwasserweg der Erde, der Rhein. Auf dem Rhein ist der Transport von UN 1017, Chlor, nur in kleinen Mengen, nicht aber in Tankschiffen erlaubt. Mit dem Ziel, diesen Stoff im Binnenschiff zu transportieren, beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit der Ermittlung des Transportrisikos für Chlor im Tankschiff im Vergleich zum Transport von Chlor in Eisenbahnkesselwagen, der hinsichtlich der Risikobewertung bereits untersucht wurde.

Nach einer Darstellung der Bedeutung von Chlor für die chemische Industrie und einer detaillierten Beschreibung der Stoffeigenschaften von Chlor werden der internationale Zusammenhang, der Aufbau und insbesondere der sicherheitstechnische Anspruch der Gefahrguttransportvorschriften erläutert.

Zur Bewertung des möglichen Chlortransports mit dem Binnentankschiff wird dann der Risikobegriff für den Gefahrguttransportbereich abgeleitet und bezüglich seiner erkenntnistheoretischen Grenzen diskutiert.

Auf der Grundlage statistischer Bewertungen von Schiffsunfällen auf dem Rhein wird die Unfallwahrscheinlichkeit von Tankschiffen sowie die Wahrscheinlichkeit von dadurch bedingten Gefahrgutfreisetzungen ermittelt. Für das zur Debatte stehende Chlor-Gastankschiff wird dabei eine moderne Doppelhülle vorausgesetzt.

Der zweite Parameter zur Beschreibung des Transportrisikos, die Auswirkung oder Konsequenz einer nicht auszuschließenden Chlorfreisetzung aus dem Druckgastank eines Tankschiffes, wird über Modellannahmen für das Phänomen des Ein- und Austritts von Flüssigchlor in das strömende Rheinwasser und eine Ausbreitungsrechnung der entstehenden Schwergaswolke ermittelt.

Im Risikovergleich zwischen einem Chlortransport mit dem Binnentankschiff und dem Eisenbahnkesselwagen konnte festgestellt werden, dass unfallbedingte Freisetzung von Chlor aus dem erheblich größeren Schiffstank keine größere Schadensauswirkung als eine Freisetzung aus einem Kesselwagen haben wird, bezüglich der Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines solch ungewollten Ereignisses der Binnenschiffstransport deutlich vorteilhafter ist. Das Risiko des Chlortransports mit Binnentankschiffen auf dem Rhein ist nicht größer als beim Chlortransport mit der Eisenbahn.

Zusammenfassung (Englisch)

The transport of dangerous goods needs to fulfil strict requirements in Germany and in the European Union. There are special rules for the inland waterways too - especially for the most important one, the river Rhine. The transport of the substance UN 1017, chlorine, in tank vessels is not permitted on this river. For this kind of transport a risk study is essential.

This paper deals with a comparison of the hypothetical risk for the transport of chlorine in tank vessels on the Rhine with the existing risk analysis for the transport of chlorine in rail tank wagons.

First, the significance of chlorine for the chemical industry is described, followed by a presentation of the properties of chlorine.

Afterwards, the structure and content of the requirements for the safe transport of dangerous goods in general and especially for the inland waterways are explained. The term “risk” in the sense of danger and safety is discussed.

On the basis of statistical data about accidents of inland water vessels on the river Rhine in the past, the probability of accidents with a discharge of the dangerous goods is calculated.

For the tank vessel transporting chlorine, a modern double hull is provided. To assess the consequences a release of chlorine from the tank of the vessel, a model for the passage of chlorine into and out of the river water is created and used for the calculation of the distribution of the heavy gas cloud.

As a result of the risk comparison, the consequences of the release of chlorine from a tank vessel are considerably not bigger than those of the release from a rail tank wagon. Unlike the consequences, the probability of a severe accident with a release of chlorine in the case of an inland water tank vessel is lower than the probability of such an accident of a rail tank wagon.

The risk of the transport of chlorine in inland water tank vessels is not bigger than the transport of chlorine on railways.

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