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Abstract (German)

Die Bauindustrie zählt immer noch zu den unfallträchtigsten Branchen. Ziel der Dissertation ist es, das Unfallrisiko auf Baustellen durch verhaltensorientierte Maßnahmen in Form von Sanktionen zu reduzieren. Die dafür entwickelte Sanktionsmethode beinhaltet, dass der Generalunternehmer Verstöße gegen spezifische Sicherheitsregeln ahndet. Dies schließt sowohl die Verstöße eigener als auch diejenigen der Mitarbeiter von Nachunternehmern ein. Bei der Art der Sanktionen wird unterschieden zwischen Geldbußen und Baustellenverweisen. In einem ersten Schritt wurde unter Berücksichtigung des geltenden Arbeits- und Schuldrechts untersucht, ob der Generalunternehmer das Recht hat, Verhaltensfehler eigener Mitarbeiter und Dritter bezüglich gesetzlicher und projektspezifischer Sicherheitsregeln zu ahnden. Die vorliegende Untersuchung hat gezeigt, dass dies möglich ist.

Die Sicherheitsregeln wurden in einer Baustellenordnung festgelegt. Die Sanktionierung der Verstöße gegen diese Regeln erfolgt auf Basis einer Bußordnung. Im Rahmen einer Risikoanalyse wurden das mögliche Schadensausmaß und die Eintrittswahrscheinlichkeit der Verstöße bewertet. Nach der Risikobewertung folgte die Zuordnung der Verstöße in drei Risikozonen. Die Höhe der Geldbuße ist abhängig von der Risikozone. Die Erkenntnisse der Risikoanalyse wurden in der Bußordnung berücksichtigt.

Die anschließende Integration der Sanktionsmethode in die Projektprozesse diente der Erarbeitung der Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten der verschiedenen Projektbeteiligten und der Entwicklung der für die Umsetzung der Sanktionsmethode notwendigen Arbeitsmittel.

Die Kosten-Nutzen-Analyse lässt erwarten, dass der Nutzen der Sanktionsmethode höher sein wird als die Kosten infolge des Steuerungs- und Kontrollaufwandes. Der wirtschaftliche Nutzen liegt in der zu erwartenden Reduzierung der Unfälle und der dadurch bedingten Kosten sowie in dem Erlös aus den Geldbußen. Hinzu kommt der Nutzen, der nicht wirtschaftlich bewertet werden kann. Dazu gehören die Reduzierung des persönlichen Leides der Betroffenen durch die zu erwartende geringere Zahl an Unfällen und der Imagegewinn des Generalunternehmers durch den erhöhten Arbeitssicherheitsstandard auf der Baustelle.

Unter Beachtung dieser Faktoren sollte die Sanktionsmethode aus gesundheitlicher und wirtschaftlicher Sicht zum Erfolg führen. Die konsequente Anwendung der Sanktionsmethode wird zeigen, wie sich die beschriebenen verhaltensorientierten Maßnahmen auf die Unfallhäufigkeit auswirken.

Abstract (English)

The construction industry is still characterised by a high accident rate. The thesis proposes reduction of the accident rates on sites through behavioural sanctions. The sanctions regime maintains that the contractor imposes sanctions in case of offences against safety rules. Typically site expulsions and fines should be employed. This applies to offences by the contractor’s own employees as well as those attributable to subcontractors. The first step was to investigate the contractor’s right to prosecute behavioural transgressions (legal and project-specific) resulting from his own employees and those of third parties. The applicable labour law and the law of obligations were considered. The thesis shows that it is permissible.

The safety rules were established in a site safety management code. The punishment of the offences against the safety rules is based on an arrangement of fines. In a risk analysis the potential extent of damage and the probability of occurrence related to the offences were evaluated. Based on the risk evaluation, the offences were as-signed to risk zones. The amount of a fine is dependent on a risk zone. The results of the risk analysis were incorporated in the fine arrangement.

Subsequently the sanctions methodology was integrated into the project processes. This served to determine the responsibilities and accountabilities of the project personnel. In addition forms were de-veloped to facilitate the implementation of the sanctions regime.

The financial benefit of the sanctions regime is expected to exceed the costs necessary to administer and control the procedures thereof. This assessment is supported by the cost-benefit analysis. The economic benefit results from a reduction of accidents and their associated costs, as well as proceeds from fines. Non-economic benefits include the reduction of personal harm through the lower number of expected accidents, and the better public image resulting from a higher safety standard.

Considering these factors, the sanctions regime should succeed from the viewpoint of health and the economy. A consistent imple-mentation of the sanctions regime should indicate what effect the proposed behavioural measures will have on the accident rate.

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