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Zusammenfassung (Deutsch)

Im Zentrum dieses Dissertationsprojekts steht das Phänomen der Ego-Depletion, das in der zeitgenössischen Selbstkontrollforschung entweder auf die Erschöpfung einer psychischen Ressource oder auf die motivationale Umorientierung auf Belohnungsziele zurückgeführt wird. Beides impliziert die Existenz eines Kontinuums, was jedoch in der bisherigen Ego-Depletion-Forschung nicht angemessen abgebildet wird, da in der Regel nur zwei Versuchsgruppen (Depletion- versus Kontrollbedingung) miteinander verglichen werden. Auf Basis der Annahme, dass Ego-Depletion eine Art Stopp-Emotion darstellt, die eine Neuausrichtung auf Belohnungsziele motiviert, wird in der vorliegenden Forschungsarbeit postuliert, dass es eine zweite Stopp-Emotion geben muss, die eine Neuausrichtung auf Selbstkontrollziele anregt. Diese wird hier als Ego-Repletion bezeichnet und sollte ebenso wie Ego-Depletion mit negativem Affekt einhergehen, auf behavioraler Ebene jedoch gegensätzliche Effekte produzieren. Um diese Hypothesen zu prüfen, wurden Ego-Depletion und Ego-Repletion (als Imbalance-Zustände) sowie motivationale Balance (als Kontrollbedingung) in drei Laborstudien experimentell induziert. In Studie 1 (N = 93) wurde der Einfluss dieser drei Zustände auf Affekt und Selbstkontrollleistung gemessen, in Studie 2 (N = 97) auf Affekt und die implizite Bewertung appetitiver Reize sowie in Studie 3 (N = 383) auf Affekt und die visuelle Aufmerksamkeit gegenüber belohnungsrelevanten Stimuli. Es konnten jedoch keine der formulierten Hypothesen bestätigt werden, was vor dem Hintergrund methodischer und konzeptueller Limitationen kritisch diskutiert wird.

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