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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Arbeit analysiert und extrahiert die im Buch von Robert Filliou “Lehren und Lernen als Aufführungskünste” (1970) entwickelten Gedanken und Vorschläge im Hinblick auf pädagogisches bzw. bildendes Potential künstlerischer Praxis und bezieht diese auf die seit den 1970er Jahren (in Deutschland bzw. im europäischen und amerikanischen Kulturbereich) bis heute entwickelten Situationen, in denen Kunst und Künstler auf Nichtkünstler treffen. In den Bereichen Kunstvermittlung an Museen und Schulen, Kunstausstellungen sowie Kunstprojekten einzelner Künstler, die gezielt pädagogische Absichten haben, sollten die jeweils spezifischen Methoden herausgearbeitet werden und mit den theoretischen Ansätzen von Filliou und den an seinem Buch beteiligten Künstler verglichen werden, um herauszufinden, inwieweit sich die damaligen Ideen zu der Bedeutung von Kunst für die Gesellschaft bis heute bewahrheiten konnten bzw. berücksichtigt wurden. Es konnte gezeigt werden, dass die von Filliou unterstrichene Behauptung von der Wichtigkeit künstlerischer Praxis für die Generierung von neuem Wissen wie auch die Betonung der aktiven Rolle der Nichtkünstler in der Kunstrezeption in den letzten 50 Jahren etabliert wurden, was durch die aktuellen Diskussionen um das Verhältnis von Kunst und Wissenschaft sowie dem Begriff der „Partizipation“, dem Konzept von „progressiver Erziehung“ und ebenfalls der Hinwendung zu den „Narratives“ als Quellen der Forschung belegt wird. Die bei Filliou definierten idealen Rollen der Faktoren Autorität, Individuum, Macht, Institution, Wissen, Freiheit, Tradition und Experiment und deren Verhältnis zueinander im Prozess von Lehren und Lernen wurden zu einem Analysewerkzeug formuliert, mit dem die heutigen Theorien und Praktiken von Kunstpraxis, -vermittlung und -pädagogik untersucht wurden. Dabei wurde deutlich, dass heutige Konzepte von Partizipation bei der Gesellschaftsbildung sowie die Generierung von neuem Wissen, insbesondere aber die Rolle, die die Kunst dabei übernehmen könnte, von einer Berücksichtigung der grundlegenden Gedanken Fillious profitieren könnten, besonders wenn seinen Definitionen von Autorität und Wissen genutzt würden.

Zusammenfassung (Englisch)

The study analyzes and extracts the ideas and proposals developed in Robert Filliou‘s book „TEACHING AND LEARNING AS PERFORMING ARTS“ (1970) in regard to the pedagogical or educative potential of artistic practice, and relates them to the situations since the 1970ths (in Germany respectively in European and American culture) in which art and artists meet non-artists. In the fields of art mediation in museums and schools, in art exhibitions as well as in projects of artists with explicit pedagogical interests, the respective specific methods were to be examined and compared to the theoretical approaches of Filliou and the other artists participating in his book. The aim of this investigation was to find out to what extend the ideas at the time about the importance of art for the society have come true resp., were they considered. It was possible to prove that the significance of artistic practice for the production of new knowledge, as pointed up by Filliou, as well as the emphasis on the active role of the recipient of art works has been established during the past 50 years as it can be seen in the actual discussions on the relation of science and art, on the term „participation“, the concept of „progressive education“ and also the focussing on the „narratives“ as sources of research. The ideal roles as defined by Filliou, of the factors autority, individuum, power, institution, knowledge, freedom, tradition and experiment, as well as their relation to each other in the processes of learning and teaching have been formed to a tool for analysis which helped to examine the actual theories and methods of art practice, art mediation and art pedagogy. It became clear that today‘s concepts of participation, substantiation of authority, production of knowledge, and specificly the part that art could take on in these, can profit by the consideration of Filliou‘s fundamental ideas, specially by the use of his definitions of authority and knowledge.

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