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Zusammenfassung (Deutsch)

Durch das Zusammenleben mehrerer Menschen, ob in der Gesellschaft im Allgemeinen oder z.B. im Arbeitsleben, entsteht zwangsläufig eine Kultur. Die Kultur ist bildlich vorstellbar als ein glaskugelförmiger Raum oder als zwiebelschalenartiges Gebilde. Der kugelförmige Raum ist durch die einzelnen Teile, die die Kultur entstehen lassen, gefüllt. Manche Teile sind von außen sichtbar und manche nicht. Es besteht zwar eine gewisse Abgrenzung zur Außenwelt, doch werden die einzelnen Teile innerhalb dieses kugelförmigen Raums permanent von außen durch die entsprechenden Rahmenbedingungen beeinflusst. Aber auch untereinander stehen die einzelnen Teile in Verbindung und beeinflussen sich permanent. Die Bedeutung der einzelnen Teile für die Kultur wird erst verständlich, wenn die Kommunikation und die Inhalte entschlüsselt werden, die sie verbindet. Dies ist allerdings von außen nicht möglich.

Kulturbetrachtungen können auf einzelne Kulturräume oder Subkulturen fokussiert werden, etwa National-, Regional-, Unternehmens-, Vereins-, Kommunikations- oder Sicherheitskulturen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Hierbei ist zu beachten, dass der eine Kulturraum den anderen Kulturraum durchaus zu einem Teil beinhalten kann, jedoch nicht muss. Kulturelle Aspekte werden beispielsweise dort sichtbar, wo das Zusammenleben durch Gesetze, Normen oder andere niedergeschriebene Regelungen beschrieben wird. Das Niedergeschriebene stellt aber nur einen Teil des kulturellen Aspekts dar, mindestens genauso wichtig, wenn nicht wichtiger, ist derjenige Anteil, der die praktische Anwendung und Ausgestaltung regelt. Es sind die Bedingungen, die die Gemeinschaft, für die das Niedergeschriebene gilt, als selbstverständlich ansieht und die sie als angemessene Anwendung akzeptiert.

Das Wissen um diese Aspekte stellt einen entscheidenden Vorteil bei erfolgreichen Veränderungsprozessen dar, beispielsweise in Unternehmen. Viele Akquisitionen und Fusionen von Unternehmen sind aufgrund der Nichtbeachtung kultureller Aspekte gescheitert.

Das Nichtbeachten kultureller Probleme kann sogar zu Sicherheitsproblemen führen. In der Öffentlichkeit wurde dies zum ersten Mal nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl breit diskutiert. Ein weiteres Beispiel, das zu einer Katastrophe führte, ist das Unglück der Deepwater Horizon.

Eine angemessene Reaktion auf solche Ereignisse ist, daraus zu lernen und die Erkenntnisse auf ähnliche Situationen zu übertragen. Auch das Lernen von anderen, die bereits erfolgreich handeln, ist eine Möglichkeit, Verbesserungen herbeizuführen. Hierbei ist es gerade entscheidend, nicht einfach Prozesse zu kopieren, sondern dies in einer auf das Unternehmen oder die Gruppe kulturell angepassten Weise zu tun. Ein erfolgreiches Veränderungsmanagement ist für erfolgreiches und nachhaltiges Handeln in einer globalisierten und vernetzten Welt unabdingbar.

Auch die Rahmenbedingungen, unter denen Veränderungsmanagement erfolgt, sind von entscheidender Bedeutung. Der übergeordnete Kulturraum bildet den Handlungsrahmen für die darunterliegenden Kulturen. Die Rahmenbedingungen der im Fokus stehenden Kultur zu kennen, bedeutet auch, die "Stellschrauben" zu kennen, mit denen die Kultur beeinflusst werden kann. Zwar gibt es hierfür naturgemäß kein Standardrezept, doch kann durch systematische Betrachtung der Rahmenbedingungen, eine modellierte Analyse und eine den Gegebenheiten angepasste Implementierung innerhalb des Führungssystems ein nachvollziehbarer Handlungsrahmen geschaffen werden. In dieser Arbeit werden die Rahmenbedingungen für eine Sicherheitskultur beschrieben, eine Definition abgeleitet, eine flexible Handlungs- /Analysematrix entwickelt und ein Implementierungsmodell systematisiert.

Zusammenfassung (Englisch)

Wherever people are living together in a society or in business life, a culture develops and becomes an inevitable framework for social life. A culture, though an abstract term, may be visualised as a glass ball. This glass ball can be thought of as filled by the individual parts of a culture. Some parts are visible from outside, others remain hidden inside. The culture is permanently being influenced by outside factors, however, there is also a certain protection to the world outside. Cultures among themselves are also connected and influencing each other permanently. To develop an understanding of a culture it is important to decipher its communication and its character. Understanding and interpreting these interrelations is the key to assess the implications of a culture. However, this is not possible from the outside.

Cultural considerations can be focused on individual cultural areas aces or subcultures. For example, there are national, regional, corporate, society, communication, and safety cultures. One culture are may include another or a part of it. Cultural aspects become visible, in laws, rules and other written regulations. The interpretation and the implementation of these regulatory frameworks adds the governing principles to culture aspects. Those parts considered as a standard by the people of the group reflects the heart of a culture. Knowledge of these aspects offers a decisive advantage in successfully implementing change processes, e.g. in companies. Many mergers and acquisitions of processes have failed following the neglect of cultural aspects.

Safety and security problems may be a result of ignorance with respect to cultural issues. This was discussed for the first time after the reactor accident in Chernobyl, a further example is the disaster of the Deepwater Horizon.

An appropriate reaction to such a events is to learn from them and to transfer the findings to comparable situations. Learning from other successful implementations is good way to improve as well, however, it will be crucial not to simply copy existing processes. Successful porting of processes will explicitly have to take account of cultural conditions and implementations will have to be customised therein. Successful change management is essential in today's globally connected world.

The conditions under which this happens are crucial. The parent cultural area constitutes the framework for any underlying cultures. Understanding the conditions a culture focuses on means to know the "set screws" necessary to influence this culture. While naturally there cannot be any standard ways, a systematic consideration of the environment, a model analysis and a customised implementation within the conditions of the management system can constitute a comprehensive framework for action. In this dissertation, the conditions for a safety culture are described, a definition is derived, a flexible action/analysis matrix is developed and systematically implemented.

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