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Abstract (German)

Mit dem Ziel einer Weitung der verbetrieblichten Arbeitspolitikdebatte werden aufbauend auf einer Diskursanalyse, in deren Fokus die in den 1990er Jahren geführte gesamtgesellschaftliche Nachhaltigkeitsdebatte und die Debatte zur Zukunft der Arbeitsgesellschaft stehen, arbeitspolitische Perspektiven einer nachhaltigen Arbeits- und Wohlstandspolitik reformuliert.

Diskursanalytisch zeigt sich, dass der sich auf supranationaler Ebene durchgesetzte Nachhaltigkeitsdiskurs zunächst auch funktional zur Legitimierung einer neuen Weltwirtschaftsordnung war, sich dann in Deutschland über nationale Nachhaltigkeits- und Zukunftsstudien zunehmend in einen Mainstream-Diskurs zur Zukunft der Arbeit verwandelt hat, der schließlich die Legitimation für politische Veränderungen im Zuge der neoliberalen Agenda 2010 beförderte. Entgegen geäußerter Hoffnungen konnte der Nachhaltigkeitsdiskurs die verbetrieblichte Arbeitspolitikdebatte nicht weiten, weil eine Vielzahl ´blinder Flecken` vorlag (u. a. Macht- und Herrschaftsfragen) und seine Innovationspotentiale diskursiv umgedeutet und entschärft wurden.

Demgegenüber sind Herausforderungen einer nachhaltigen Wohlstandspolitik auf die Anerkennung ökologischer Grenzen des Wachstums, Demokratisierung, Verteilungsgerechtigkeit und auf die ´Prekarisierung` von Erwerbs- und Reproduktionsarbeit sowie Optionen eines erweiterten Arbeitsverständnisses zu orientieren. Über die ´Kombination und Vermittlung` des gewerkschaftspolitischen Konzeptes ´Gute Arbeit`, des Konzeptes ´kurze Vollzeit für alle` und aus der industriesoziologisch aufgeklärten Nachhaltigkeitsdiskussion des Konzeptes der ´Optionalität von Mischarbeit` werden Neuorientierungen und verbindende Strategieelemente einer nachhaltigen Arbeitspolitik herausgestellt. Erforderliche gewerkschaftsstrategische Reorientierungen werden befördert, wenn die Vermittlung inklusiver Solidarität als zentrale gewerkschaftliche Aufgabe erkannt wird. Zudem ist ein politisch-emanzipatorisches Ineinandergreifen durch Gewerkschaften und neue soziale Bewegungen gegen Zumutungen der Globalisierung notwendig.

Abstract (English)

With the aim of widening the firm level restricted labour policy debate, the labour policy perspectives for sustainable labour and prosperity policy are reformulated based on a discourse analysis, which focuses on the multidimensional sustainability debate and the debate on the future of the work-oriented society held in the 1990s. Discourse analysis shows that the sustainability discourse carried out at supranational level was initially to also function to legitimize a new world economic order. It then transformed increasingly in Germany, through national sustainability and future studies, into a mainstream discourse on the future of work, and subsequently promoted the legitimacy of the political changes in the wake of the neoliberal agenda 2010. Contrary to the hopes expressed, the sustainability discourse could not widen the firm level restricted labour policy debate because a number of "blind spots" existed (including power and domination issues) and its innovation potentials were discursively reinterpreted and defused.

In contrast, the challenges of a sustainable prosperity policy are to be oriented to the recognition of the ecological limits to growth, democratization, just distribution and the insecurity of labour and reproductive work, as well as options of an extended understanding of work. With the "combination and placement" of the trade union policy concept of "good work", of the concept "short full-time for all" and the industrial sociologically enlightened sustainability discussion of the concept of "optionality of different tasks" reorientation and linking strategy elements of sustainable labour policy are highlighted and any necessary trade-strategic reorientations and stakeholder scenarios discussed.

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