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Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel dieser Arbeit ist es, die Parallelen und Unterschiede des Niedergangs der Big House- bzw. Herrenhaus-Kultur, wie er sich in der Literatur beider Länder widerspiegelt, aufzuzeigen und zu analysieren. Dabei geht es vorrangig nicht um das Gebiet der Intertextualität, sondern um das Aufzeigen von literarischen Motiven und daraus folgernd um komparatistische Motivforschung.

So soll verdeutlicht werden, dass bestimmte fast stereotype Merkmale in der Literatur der amerikanischen Südstaaten rückverweisen auf die Tradition der Big House-Novel, die seit Maria Edgeworths „Castle Rackrent“ in Irland fest etabliert ist.

Ob es dabei direkte Einflussfaktoren gegeben hat, d.h. ob südstaatliche Autoren die historisch früheren irischen Werke kannten oder ob sie aus anderen literarischen Quellen schöpften, soll eine Frage dieser Arbeit sein.

Insbesondere die Figur des „Jason“, der für den Typus des Nachfolgers der abgelösten Herrschaftsschicht steht und den man in vielen Romanen beider Kulturkreise wiederfindet, soll dabei im Mittelpunkt stehen, da die bisherige Forschung diesen Aspekt nicht berücksichtigt hat. Die für diese Arbeit vorgenommene Textauswahl orientiert sich daher auch an dieser Figur des Jason.

Das Hauptaugenmerk wird auf dem Roman liegen, da die Big House-Novel sich in Irland seit „Castle Rackrent“ zu einer Art Subgattung entwickelt hat.

Zunächst soll die Tradition des Big House-Romans in Irland beschrieben werden, um danach darzustellen, wie die Merkmale des Big House-Niedergangs in der Südstaaten-Literatur wiederzufinden sind. Eine Gegenüberstellung der Verfallsursachen soll sowohl Parallelen als auch kulturspezifische Unterschiede des Niedergangs herausarbeiten. Zu diesem Zweck werden die typischen Aspekte der traditionellen irischen Big House-Novel anhand von Klassikern des Genres („Castle Rackrecht“, „The Big House of Inver“, „The Last September“ u.a.) herausgearbeitet. Des Weiteren werden Entwicklungstendenzen durch die Beschäftigung mit Werken von John Banville, Jennifer Johnston und William Trevor aufgezeigt.

Beim anschließenden Vergleich mit den Romanen der Südstaaten in Kapitel 3 werden Faulkners Werke „The Sound and the Fury“, „Absalom, Absalom!“, „The Hamlet“, „The Town“, „The Mansion“, Striblings Trilogie „The Forge“, „The Store“, „Unfinished Cathedral“, sowie Caroline Gordons „None Shall Look Back“, Allan Tates „The Fathers“ und Margaret Mitchells „Gone With the Wind“ mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Zentrum stehen, da sich in den genannten Werken die Parallelen bezüglich der Verfallsmotive am deutlichsten zeigen. Im Vergleich mit den irischen Romanen sind „Absalom, Absalom!“, „The Sound and the Fury“ sowie die Snopes-Trilogie vor allem mit Blick auf die auch hier auftauchende Jason-Figur ausgewählt worden, Striblings Werke liefern hier ebenfalls eine Parallele und zeigen ähnlich wie „Absalom, Absalom!“ die aristokratisch-dynastischen Aspekte auf.

Die südstaatliche Variante der Jason-Figur wird in einem eigenen Kapitel gewürdigt.

Die Weiterentwicklung des Genres jenseits von Faulkner und seinen Zeitgenossen soll durch Werke von Reed, Jones, Conroy, Frazier, Wolfe und Doctorow Erwähnung finden.

Abschließend wird untersucht, inwiefern sich konkrete literarische und außerliterarische Einflüsse auf die Romane der Südstaaten feststellen lassen. Hier geht es um irische, aber auch um amerikanische und europäische Vorbilder, Quellen und Einflüsse, insbesondere auf Faulkner. Es wird versucht zu klären, ob es einen direkten oder indirekten Einfluss durch die irische Literatur in Person von W. B. Yeats auf ihn gab, inwieweit seine hier besprochenen Werke die von Thomas Mann oder Oswald Spengler rezipieren, ob seine Snopes-Trilogie von T. S. Stribling beeinflusst war oder ob seine Romane und ihre Ausprägungen des Niedergangs im Kontext der Moderne bzw. Postmoderne zu sehen sind. Abschließend wird versucht die aufgezeigten und analysierten Parallelen sowie die Ergebnisse dieser Arbeit mit Hilfe der kulturwissenschaftlichen Forschung zum kollektiven und kulturellen Gedächtnis, zusammenzuführen.

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