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Zusammenfassung (Deutsch)

In der vorliegenden Studie wird der Genuserwerb bei bilingual und trilingual aufwachsenden Kindern anhand der Genuskongruenzmarkierung am Determinierer untersucht. Die Datenbasis stellen die Longitudinalstudien von je fünf deutsch-französisch, deutsch-italienisch und deutsch-spanisch bilingualen Kindern, einem französisch-spanischen und zwei französisch-italienischen bilingualen Kindern sowie vier deutsch-spanisch-katalanisch trilingualen Kinder im Alter zwischen 1;4 (Jahr; Monat) und 5;4 dar. Die Studie bringt die folgenden Ergebnisse hervor. Der mehrsprachige Genuserwerb des Deutschen und des Französischen ist fehleranfälliger als der des Italienischen, Spanischen und Katalanischen. Die trilingualen Kinder weisen im Alters-Match einen längeren Entwicklungsprozess auf, im MLU-Match gleicht sich dieser Unterschied allerdings aus. Der Einfluss der Sprachdominanz ist bei allen Kindern als einseitig zu bewerten. Weist ein Kind geringere Akkuratheitswerte bei der Genuskongruenzmarkierung auf, so entwickelt dieses Kind die entsprechende Sprache als schwächere Sprache. Andererseits kann aber nicht von einer Sprachdominanz auf eine höhere Fehleranfälligkeit geschlossen werden. Hinsichtlich der Relevanz von Genuszuweisungsregeln für den Genuserwerb kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die mehrsprachigen Kinder im Deutschen und Französischen nur wenig Gebrauch von diesen machen. Im Italienischen, Spanischen und Katalanischen hingegen ist die Fehlerquote der Genusmarkierung bei formal transparenten Nomen geringer und zudem lassen sich viele Übergeneralisierungen feststellen. Ebenfalls analysiert wird der Einfluss der Sprachenkombination auf den Genuserwerb. Hierbei stellt sich heraus, dass lediglich die Sprachenkombination Deutsch-Französisch einen negativen Einfluss auf den Genuserwerb im Französischen hat, im Gegensatz zu den Sprachenkombinationen Französisch-Italienisch und Französisch-Spanisch. Der negative Einfluss des Deutschen auf das Französische wird am Einfluss des Genusmerkmals des deutschen übersetzungsäquivalenten Nomens in französischen indefiniten Determiniererphrasen festgemacht. Dabei wird gezeigt, dass Code-Switching auf die Merkmalsebene beschränkt sein kann und nicht zudem die lexikalische Ebene involvieren muss. Entsprechend wird ein neues Modell einer Genus-integrierten Repräsentation von Genusmerkmalen vorgeschlagen.

Zusammenfassung (Englisch)

The study investigates the gender acquisition of multilingual children by means of the gender agreement marking on determiners. Longitudinal studies of bilingual and trilingual children between the age of 1;4 (years; months) and 5;4 with the following language combinations are analyzed: German-French (5 children), German-Italian (5), German-Spanish (5), French-Italian (2), French-Spanish (1), German-Spanish-Catalan (4). The study shows that multilingual gender acquisition in German and French is much more subject to gender congruence errors than the multilingual gender acquisition in Italian, Spanish and Catalan. The trilingual children show a longer acquisition process, when they are compared to the bilinguals on the basis of age. However, in a MLU-match this is no longer the case. Language Dominance has a one-sided effect for all children: The children who show more gender errors on determiners in one language develop it as a weaker language. By contrast, a child with an unbalanced language development does not necessarily have an increased error rate. With regard to the impact of gender assignment rules it is shown that the children do not use them in the acquisition process of German and French. As opposed to this, the gender error rates in Italian, Spanish and Catalan are lower for nouns that follow a gender assignment rule. In addition, overgeneralizations are frequently observed in the latter languages. The study also investigates the impact of the language combination on gender acquisition. The results reveal that only the combination German-French has negative effects for gender acquisition in French, in contrast to the combinations French-Italian and French-Spanish. The negative influence of German on French is attributed to the influence of the German equivalent noun’s gender in indefinite French DPs. It is shown that code-switching may be present only on the level of features without involving lexical code-switching. A new model for a gender-integrated view of the bilingual lexicon is proposed.

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