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Zusammenfassung (Deutsch)

Die in der Druck- und Medienbranche übliche messtechnische Auswertung von Digital-Prüfdrucken (Proofs) nach ISO 12647-7 kann im Vergleich zur Qualitätsbewertung im Rahmen einer visuellen Abmusterung, auf Grund diverser Unzulänglichkeiten, zu widersprüchlichen Ergebnissen kommen. Da zum Zeitpunkt der Proofherstellung in der Regel kein Referenzdruck vorhanden ist, ist es erforderlich, dass eine messtechnische Auswertung das visuelle Qualitätsurteil mit einem hohen Grad an Zuverlässigkeit vorhersagen kann.

Zunächst wurden Ursachen für eine unzureichende Übereinstimmung beider Bewertungsmethoden identifiziert. In einem Experiment zur visuellen Abmusterung führten 23 Probanden einen Farbvergleich von 88 Probenpaaren mit natürlichen Bildmotiven unter den in der Druckindustrie üblichen Betrachtungsbedingungen nach ISO 3664/P1 durch. Die visuelle Qualität wurde auf einer dreistufigen Skala mit den Kategorien „absolut identisch“, „akzeptabel“ und „inakzeptabel“ bewertet. Mit Hilfe eines Eye-Trackers wurden die Blickbewegungen der Probanden während des Farbvergleichs aufgezeichnet. Die wahrgenommen CIEDE2000 Farbunterschiede (ΔE00) eines jeden Probenpaares wurden den Qualitätsbewertungen desselben Probenpaares zugeordnet. Auf diesen Daten aufbauend wurde eine neue messtechnische Auswertungsmethode entwickelt, mit der sich die Qualität eines Proofs mit einem hohen Grad an Zuverlässigkeit in eine der drei o. g. Kategorien einteilen lässt. Durch die neu entwickelte Auswertungsmethode wird somit eine deutlich bessere Übereinstimmung mit der visuellen Qualitätsbewertung erzielt, als es unter Anwendung der üblichen Methode der Fall ist.

Weiterhin wurde gezeigt, dass bei der Abmusterung vor allem Neutraltönen und Hauttönen eine hohe Relevanz zu Teil wird. Diese Farbtöne sollten in einem Prüfkeil für Digitalproofs demnach eine stärkere Berücksichtigung finden als es heute der Fall ist.

Zusammenfassung (Englisch)

The common, ISO 12647-7 compliant, colorimetric evaluation of digital hardcopy proofs in the Print and Media Industry possibly reports contrary results in comparision to a visual quality assessment due to miscellaneous inadequacies. Since there exists no reference print at proofing time it is demandable that the colorimetric evaluation is able to predict the visual quality at a high confidence level.

Reasons for the insufficient agreement of both evaluations have been identified at first. 23 subjects performed an experiment on visual quality assessment and conducted a color comparison of 88 sample pairs with natural images under the industry´s standard viewing conditions in conformance to ISO 3664/P1. The visual quality was rated using a three-step scale comprising the categories „absolute identical“, „acceptable“ and „inacceptable“. An eye tracking device recorded the eye movements of the subjects during comparison. The observed CIEDE2000 color differences (ΔE00) of each sample pair were associated with the quality judgement of the same pair. Based on that data a new method for colorimetric evaluation has been developed to grade the quality of a hardcopy proof into one of the abovementioned three categories. Using the new evaluation method achieves a considerably better agreement with the visual quality assessment than it does using the common method.

Furthermore, it was shown that neutral colors and skin colors are of significant importance during visual quality assessment. Those colors should be taken in greater consideration in validation bars used for digital hardcopy proofs than they are today.

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