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Zusammenfassung (Deutsch)

Unterscheiden sich Menschen dahingehend, ob sie eher langfristige Beziehungen wollen, die z. B. durch Wärme und Geborgenheit gekennzeichnet sind, oder ob sie eher kurzfristige, sexuelle Abenteuer suchen? Wenn ja - wie sind diese Unterschiede beschreibbar, erklärbar und aufgrund welcher ontogenetischen Faktoren entwickeln sie sich? Welche theoretisch ableitbaren Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es? Oder sind vielleicht die Gemeinsamkeiten zwischen den Geschlechtern viel größer als die Unterschiede?

Obwohl zu diesen Themen bereits viel geschrieben wurde, lassen sich in den gängigen Konzeptionen einige Mängel feststellen. Das Kapitel 1 beschäftigt sich mit dem theoretischen Hintergrund. Der Hauptschwerpunkt liegt dabei auf einer evolutionspsychologischen Perspektive. Das Kapitel schließt mit einer Kritik der dargestellten evolutionspsychologischen Ansätze ab, die primär einen eindimensionalen Ansatz der Beziehungspräferenzen und zudem Einstellungen und Verhalten (zu Unrecht?) vermengen, so dass als Alternative ein neues Konstrukt, die Beziehungsorientierung, eingeführt wird. Demnach ist das Bedürfnis nach langfristigen Beziehungen (Langzeitorientierung) unabhängig von dem Bedürfnis nach sexueller Vielfalt (Kurzzeitorientierung). Das zweite Kapitel beinhaltet die Präsentation der ersten empirischen Studie (n = 284), in der das neue Konstrukt Beziehungsorientierung gemessen wurde. Die dort erhaltenen Skalen werden ausgiebig in Kapitel 3 in der zweiten empirischen Studie zu zwei Messzeitpunkten (n = 287 bzw. n = 259) über sieben Wochen, insbesondere hinsichtlich ihrer konvergenten und diskriminanten Validität überprüft. Das Kapitel 4 beinhaltet die dritte empirische Studie (n = 1.356), in der mit Hilfe eines im Internet veröffentlichten Fragebogens die faktorielle Validität überprüft wurde. In Kapitel 5 werden schließlich als ontogenetisch frühe Determinanten der Beziehungsorientierung für die Langzeitorientierung die Vermeidung von Nähe und für die Kurzzeitorientierung das 2D:4D-Fingerlängenverhältnis zunächst theoretisch abgeleitet und in der vierten empirischen Studie (n = 259) überprüft. Das sechste Kapitel fasst die berichteten Studien zusammen und endet mit einem Ausblick für weitere Anwendungsmöglichkeiten des Konstruktes Beziehungsorientierung.

Zusammenfassung (Englisch)

Do interindividual differences exist in the way individuals prefer different types of relationships from brief sexual encounters to the ever-lasting marriage? If so - how may one describe and explain these differences? What are the relevant ontogenetic determinants? On a theoretical level, are there differences between the sexes? Or do the the similarities outweigh the differences?

Many accounts have been raised to these issues. However, current theories suffer from various deficiencies. Hence, chapter 1 of this doctoral dissertation first of all deals with the theoretical background mainly from an evolutionary point of view before approaching these diverse theories in evolutionary psychology, which (1) consistently prefer an one-dimensional approach to operationalize relationship preferences, and (2) confound attitudinal and behavioral components. Therefore, the construct Relationship Orientation will be introduced. The assumption is, that the desire for long-term relationships (long-term orientation) is independent of the desire for sexual variety (short-term orientation). Chapter 2 presents the first empirical study (n = 284) to measure this new construct. The validity of these scales, which have been tested in a 7-week longitudinal study (n = 287 and n = 259), will be presented in the third chapter. Chapter 4 consists of the third empirical study (n = 1.356), which tested the factorial validity in an online sample. Chapter 5 identifies relevant ontogenetic early determinants of Relationship Orientation. Theoreticially, long-term orientation should be determined by avoidant attachment and short-term orientation should be determined by the 2D:4D finger length ratio. These determinants are further explored in study 4 (n = 259). Finally, chapter 6 subsumes the reported studies and ends with further prospects for the construct Relationship Orientation.

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