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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit befasste sich mit Assessments, die sich mit der Ermittlung der individuellen Leistungsfähigkeit im berufsbezogenen Tätigkeitsfeld auseinandersetzen. Die Bestimmung der individuellen Leistungsfähigkeit im berufsbezogenen Tätigkeitsfeld spielt in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle, da bei der Erhebung von Daten, die für Prognosen verwendet werden, große Unsicherheit besteht (Huber & Schüle, 2000). Im Fachgebiet der physikalischen und rehabilitativen Medizin setzen sich aus diesem Grund immer mehr Modelle zur Evaluation funktioneller Leistungsfähigkeit (EFL) durch, im amerikanischen Raum auch unter Functional Capacity Evaluation (FCE) bekannt (Kaiser, 1999; Schian & Kaiser, 2000). Am Beispiel des Arbeitsplatzsimulationsgeräts ERGOS®, das zu dieser Gruppe gehört, sollte gezeigt werden, wie anhand von rehamedizinischen Erfolgsindikatoren auf spezifische Leistungsfähigkeit geschlossen werden kann.

Mit Hilfe eines ca. 4-5-stündigen Tests am Arbeitssimulationsgerät ERGOS®, die u.a. die statische und dynamische Maximalkraft überprüfen, kann anhand von Extrapolation der im Test gewonnen Daten und einem anschließenden Vergleich mit ca. 14.000 gespeicherter Tätigkeitsprofilen eine Aussage zur Leistungsfähigkeit für einen 8-Stunden-Arbeitstag getätigt werden (Work Recovery Europe BV, 1998). Diese Tätigkeitsprofile beruhen auf Berechnungen des Department of Labor (DOL) und des National Instituts of Safety and Health (NIOSH) und sind im Dictionary of Occupational Titles (DOT) beschrieben (U.S. Department of Labor, 1991).

Zu diesem Zweck wurden mittels einer Querschnittuntersuchung 36 gesunde LKW-Fahrer aus dem Berufsleben in der Rehabilitationsklinik am Hellweg in Bad Sassendorf am Arbeitssimulationsgerät ERGOS® auf ihre Berufs- und Leistungsfähigkeit hin getestet. Diese Ergebnisse wurden mit dem Anforderungsprofil vom Arbeitssimulationsgerät ERGOS® für LKW-Fahrer verglichen. Des Weiteren wurden Daten bezüglich der Überprüfung der Activity of Daily Living (ADL) mithilfe des Oswestry-Low-Back-Pain Questionnaire und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität mit Hilfe des SF-36 erhoben.

Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass die Probanden das vom Arbeitssimulationsgerät ERGOS® vorgegebene Anforderungsprofil für LKW-Fahrer übertreffen. In Bezug auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität erreichten die LKW-Fahrer im Vergleich mit der deutschen Normstichprobe höhere Werte. Kritisch anzumerken ist die geringe Stichprobengröße (n = 36).

Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass entweder das berechnete Anforderungsprofil für die Tätigkeit LKW-Fahrer zu gering ist oder der LKW-Fahrer an sich, von seiner Motivation her nicht eingeschätzt werden kann.

Daraus folgt, dass Erstens zu prüfen ist, inwieweit die weiteren Tätigkeitsprofile im Arbeitssimulationsgerät ERGOS® mit den Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes übereinstimmen. Diese Frage steht in Übereinstimmung mit der Aussage von Nellessen, „dass keine exakten Aussagen bezogen auf den 8-Stunden-Tag getroffen werden können“ (2002, 127). Zweitens ist zumindest fraglich, ob die in den ERGOS®-Abschlussberichten vorgenommene Extrapolation als Teil der Auswertung für die berufsbezogene Leistungsfähigkeit weiterhin herangezogen werden kann.

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