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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Durchführung von Großprojekten des Anlagenbaus ist durch eine Vielzahl von Risiken gefährdet. Dabei realisieren sich oft Sachschäden durch neue Technologien, die, bedingt durch die Konkurrenz zwischen den Anlagenbauern, zu früh im Großmaßstab eingesetzt werden. Dies führt zu hohen Kosten für die Montageversicherer und beeinträchtigt den Arbeitsschutz.

In der vorliegenden Arbeit werden die Herausforderungen beim Entwickeln neuer Technologien und der folgenden Maßstabsvergrößerung betrachtet. Weiter werden die Risikosituation von Großprojekten im Anlagenbau und die im Anlagenbauvertrag vorgenommene Risikoverteilung dargestellt.

Für das Risiko unvorhersehbarer Sachschäden im Anlagenbau gibt es Versicherungslösungen, die sogenannten Montageversicherungen. Dabei handelt es sich um Allgefahrendeckungen mit zum Teil variierenden Deckungsausschlüssen. Eine wesentliche Ursache für Sachschäden sind Mängel. Diese können auf fehlerhafte Planung, Werkstoffe oder Arbeiten, aber auch auf unzureichende Erfahrung mit der Technologie zurückzuführen sein. Montageversicherer analysieren die Projekte, bevor sie Versicherungslösungen anbieten. Obwohl diese Tätigkeit von Spezialisten durchgeführt wird, wird nicht immer beachtet, dass es keine Referenzprojekte gibt. Damit wird ein Entwicklungsrisiko auf den Versicherer übertragen, das dieser nicht tragen sollte, u. a. da er nicht aktiv am Projekt beteiligt ist und keine adäquaten Risikominderungsmaßnahmen ergreifen kann. Dieser Transfer kann bewirken, dass die Anlagenbauer, die das Projekt durchführen, ein geringeres Interesse daran haben, das Risiko durch die neue Technologie zu minimieren, um diesen Kostenfaktor zu vermeiden.

Anhand von Beispielen (u. a. Circored und T24) wird gezeigt, dass unerprobte Technologien für Schäden ursächlich waren. Detaillierte Statistiken dazu werden von den Versicherungsverbänden nicht erhoben. Die Auswirkungen der Sachschäden auf den Arbeitsschutz sind grundsätzlich negativ. Es wird eine Systematik vorgestellt, mit der neue Technologien für Sachversicherer leichter erkennbar werden. Für Anlagenbaufirmen wird die Anwendung der VDI-Richtlinie 3780 (Technikbewertung) zur Bewertung der Funktionsfähigkeit und der Folgen neuer Technologien empfohlen.

Zusammenfassung (Englisch)

Major plant construction projects face a large number of risks. Property damage is often caused by untested technologies that are implemented on a large scale too early due to competition between plant construction companies. This leads to high costs for the insurers of such risks and impairs occupational safety.

This thesis examines the challenges posed by the development of new technologies and their subsequent scale-up. In addition, the risk landscape of major plant construction projects and the distribution of risk in standard construction contracts are analyzed.

There are insurance solutions available against the risk of unforeseeable property damage during plant construction, and these are called construction all risk insurance policies. Such policies are subject to various exclusions. Defects are a major cause of property damage. Whilst such defects can be due to such things as poor planning, defective materials, and poor workmanship, it is possible that they are caused by insufficient experience with a new technology. As part of the underwriting process for insuring such major construction projects, a detailed risk assessment is performed. However, although the assessment is carried out by technical specialists, it is often not considered that there are no reference projects which used the technology. This effectively transfers a technology development risk to the insurer, which arguably the insurer should not bear, inter alia, because it is not actively involved in the project and cannot take adequate risk mitigation measures. This transfer may also result in the plant constructors carrying out the project having less interest in mitigating the risk of the new technology, in order to avoid the costly and time consuming risk mitigation.

Examples (e.g. Circored und T24) are used to show that new/insufficiently tested technologies have already caused major losses. Whilst the insurance associations GDV and IMIA publish statistical loss data, they are not detailed enough to calculate the annual claims costs caused by new technologies. The effects of property damage on occupational health and safety are fundamentally negative.

This paper presents a new method to more easily identify new technologies during the insurance underwriting process. The application of VDI Guideline 3780 (technology assessment) is recommended to help plant construction companies to assess the functionality and consequences of new technologies.

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