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Zusammenfassung (Deutsch)

In der vorliegenden Arbeit wird der Fragestellung nachgegangen, inwieweit das Vermeidungsverhalten von Zahnbehandlungsphobikern durch psychologische und psychophysiologische Variablen vorhersagbar ist.

Vor dem Hintergrund verschiedener Theoriegebäude wurden zu diesem Zweck einige potentielle Prädiktoren (subjektive Maße, physiologische Maße und deskriptive Maße) ausgewählt und deren Vorhersagewert hinsichtlich des phobischen Vermeidungsverhaltens in einer regressionsanalytischen Untersuchung ermittelt. Darüber hinaus wurde untersucht, ob sich Zahnbehandlungsphobiker von Kontrollprobanden bezüglich der erhobenen Prädiktoren voneinander unterscheiden.

An der Untersuchung nahmen insgesamt 122 Probanden teil, darunter 92 Zahnbehandlungsphobiker und 30 Kontrollprobanden. Die Zahnbehandlungsphobiker erfüllten die diagnostischen Kriterien nach DSM-IV für das Vorliegen einer Zahnbehandlungsphobie, die Kontrollprobanden litten nicht unter einer Zahnbehandlungsphobie.

Die subjektiven Prädiktoren waren Fragebogenmaße der Zahnbehandlungsangst, der Angst vor körperlichen Symptomen, verschiedene Maße des Kontroll- und Selbstwirksamkeitserlebens, sowie Komorbiditätsmaße und ein Maß zur Erfassung dysfunktionaler Kognitionen während der Zahnbehandlung. Die physiologischen Prädiktoren umfassten verschiedene Parameter tonischer Aktivität (Herzrate, Elektrodermale Aktivität, Aktivität der M. frontalis lateralis und M. orbicularis oculi) und physiologische Parameter als Reaktion auf akustische und visuelle phobische Stimuli (Evozierte Herzratenreaktion, Elektrodermale Reaktion, Reaktion der M. frontalis lateralis und M. orbicularis oculi). Das Vermeidungsverhalten der Probanden (Kriterium) wurde über das Einhalten bzw. Nicht-Einhalten von zuvor vergebenen Zahnbehandlungsterminen und über die Betrachtungsdauer phobierelevanter Bilder operationalisiert.

Ergebnisse: Die beiden Vermeidungsmaße können durch die aus den erhobenen Maßen gebildeten regressionsanalytischen Modelle vorhergesagt werden. Das Einhalten von Zahnbehandlungsterminen lässt sich durch die verwendeten subjektiven und deskriptiven Maße vorhersagen, nicht jedoch durch die physiologischen Maße. Der wichtigste Prädiktor zur Vorhersage des Einhaltens von Zahnbehandlungsterminen ist in dieser Untersuchung die subjektive Angst vor der Zahnbehandlung.

In der Vorhersage der Betrachtungsdauer phobierelevanter Bilder spielen die subjektiven Fragebogenmaße keine bzw. nur eine untergeordnete Rolle. Die Betrachtungsdauer phobierelevanter Bilder lässt sich hingegen besser durch die verwendeten physiologischen Maße vorhersagen. In einer ergänzenden Analyse konnte gezeigt werden, dass die Bewertung der phobierelevanten Bilder hinsichtlich ihres Angstgehaltes den besten prädiktiven Wert in der Vorhersage der Betrachtungsdauer hätte (die Bewertung der Bilder wurde zeitlich nach der Erhebung der Betrachtungsdauer vorgenommen, so dass es sich streng genommen nicht um echte Prädiktoren handelt). Die Bewertung der Bilder hat jedoch wiederum keinen Einfluss auf die Vorhersage des Einhaltens der Zahnbehandlungstermine.

Die beiden Vermeidungsmaße korrelieren nicht miteinander.

Mittelwertsvergleiche haben gezeigt, dass sich Zahnbehandlungsphobiker von Kontrollprobanden hinsichtlich der erhobenen Fragebogenmaße unterscheiden. Zahnbehandlungsphobiker weisen im Mittel zumeist ungünstigere Werte auf als Kontrollprobanden. Hinsichtlich der physiologischen Maße sind die Unterschiede zwischen Zahnbehandlungsphobikern und Kontrollprobanden teils uneindeutig.

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