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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Dissertation befasst sich mit den "Deutschen Olympiaden" von Berlin 1936 und München 1972 im Vergleich unter Berücksichtigung ökonomischer Aspekte und warenästhetischer Erscheinungsbilder. Am Beispiel der populären Freizeitkultur "Olympische Spiele" werden aus komplexen Zusammenhängen einzelne Teilbereiche gegenübergestellt und verglichen, um daraus eine kulturhistorische Entwicklung von Freizeitbedürfnissen und warenästhetischer Gestaltungen zu resümieren. Gegenübergestellt werden die Olympiaden in ihrer Symbolkraft als Produkt für die Industrieunternehmen und einer Sportfreizeitgesellschaft. An beiden Olympiaden werden die kausalvernetzten Zusammenhänge von Produktimage und ihrer Symbolkraft auf die Entwicklung von Massenphänomenen untersucht, sowie ihre kulturelle Wirtschaftlichkeit für die jeweiligen politischen Systeme und Industrieunternehmen. Aus den Untersuchungen lassen sich Informationen der kulturellen und warenästhetischen Massenphänomene der letzten sechzig Jahre ablesen, die als medien- und mentalitätsgeschichtliche, technisch-ökonomisierte Produktentwicklung im 20. Jahrhundert zu politischen Zielen, aber auch zu Konsumorientierung gebraucht und genutzt wurden. Inszenierung technischer und ökonomischer Macht der Nationalsozialisten und merkantilistische, mediale Sportkulturvermarktung im Geist der Demokratie stehen sich dabei gegenüber und werden verglichen.

Im ersten Teil der Arbeit werden allgemeine Grundlagen und Begrifflichkeiten zur Einführung in das Thema erläutert: 1. Sportgeschichte, 2. Ökonomische Rahmenbedingungen und Zeitgeschichte sowie 3. Warenästhetik als kausalverflochtenes Gebilde des olympischen Sports. Kulturvermarktung und ideologische Konzeption einer Gesellschaftsentwicklung stehen dabei im Vordergrund. Somit liegt der Schwerpunkt auf einer kulturhistorischen Ansicht der olympischen Sportkultur und ihrer Warenästhetik, ihrer systematischen Ökonomisierung und Leistungsorientierung unter den Nationalsozialisten und der Konsumgesellschaft der Nachkriegsjahre. Am Beispiel der Olympischen Spiele von 1936 und 1972 in Deutschland werden verschiedene Tendenzen politischer, ökonomischer und sozialer Machtstrukturen innerhalb eines Gesellschaftssystems analysiert. Im Zentrum der Dissertation stehen dabei die Fragen nach neuen ästhetischen Kriterien um den Stellenwert der Olympiaden als Gesamterscheinungsbild und ihren Verbindungen und Gemeinsamkeiten zentralen ideologischen, politischen und wirtschaftlichen Interessen unter nationalsozialistischer Weltanschauung und demokratischer Nachkriegszeit. Darüber hinaus werden die sozialen Entfaltungsmöglichkeiten der "Olympischen Idee" in Sportveranstaltungen im Rahmen beider politischer Wirtschaftssysteme betrachtet. Das Konsumenteninteresse an dem Produkt "Olympia", sowie Einflüsse aus politischen und kapitalen Machtinteressen auf die Selbstbestimmung einer demokratischen Gesellschaft sind im Kontext aufgearbeitet.

Im zweiten Teil werden ausgewählte Schwerpunkte der Gestaltungselemente der deutschen Olympiaden aufgezeigt und an ihnen die ökonomischen Interessen aus Industrie und Politik einerseits und die der Sportverbände und Zuschauerbedürfnisse anderseits belegen. Im Einzelnen wird auf die Inszenierung des 1. Zeremoniells, 2. Presse, Werbung und Produktgestaltung, 3. Film, Funk, Fernsehen - Öffentlichkeitsarbeit und die 4. Stadion- Architektur eingegangen. Diese vier Schwerpunkte sind gewählt, um die wichtigsten Phänomene der beiden Olympiaden gegenüberzustellen und vergleichen zu können. In der Untersuchung werden zur Funktion der Olympischen Spiele und ihrer Sport- Warenästhetik einige Aspekte unter soziologischen, psychologischen sowie religiösen Anschauungen betrachtet. Am Ende eines jeden Kapitels sind Resümees über den jeweiligen Gegenstand der Betrachtungen angefügt.

Im dritten Teil werden die vorangegangenen Kapitel und ihre einzelnen Elemente der Olympischen Spiele in ein abschließendes Fazit zusammengefasst. Überlegungen zur medialen Massensportkultur und "Olympischen Bewegung" und ihre ökonomischen Folgen resümieren, was und wie viel an Zivilisationsprodukten- und ideen von der Sportentwicklung geblieben ist, wiederentdeckt oder dazu gekommen ist. Dabei werden spezifische Erscheinungen der beiden Olympiaden nochmals bündig aufgezeigt und es werden gesellschaftliche Entwicklungstendenzen im Allgemeinen und im Speziellen an der Freizeitkultur analysiert.

Zusammenfassung (Englisch)

This dissertation compares two German Olympic Games, Berlin 1936 and Munich 1972, considering economical aspects and product aesthetics appearances. Taking the popular leisure culture "Olympic Games" as example, individual areas of the complex interrelations are confronted and compared in order to summarize the culture-historical evolution of leisure needs and product design aesthetics. Compared is the symbolic power of the "Olympic Games" as product for industrial companies versus a "sports and leisure society".

Main aspect of this research is the causal link between large scale society embedded product images and its cultural feasibility for the political system as well as industrial companies. The research provides information on the cultural and product aesthetics mass phenomena of the last 60 years which were used to political but also consumer orientation aims in the form of media- and mental-historical, technical and economical mass product development. Technical and economical power of the national socialists and the mercantilist media-driven sport culture marketing using the "spirit of the democracy" are compared.

The first part of the work defines the general bases and basic terms and an introduction into the subject. "Sport history", "economical factors and contemporary history". Focus is given to "product aesthetics" as a product of the Olympic sport to market culture and ideology of a society. Main focus is the culture-historical view onto the Olympic sport culture and its systematic economic rollout within the national socialist Germany and a post war German society. Analysed are the Olympic games of 1936 and 1972 in Germany, providing different bases of political, economical and social structures. The main question addressed is, how the two political systems, Nazi-, and post-war Germany used aesthetic criteria to boost the image of Olympic games with the focus on ideologically, political and economic interests.

Futher more the social impact of the Olympic idea in both political and both economical systems is evaluated. The consumer interest for the product "Olympia", as well as influences on the self-determination of a democratic society driven by political and economical interests is an other focal point in the first part of the dissertation. Some elements of determination for German Olympics are extracted in the second part with focal point to political and economical interests and influences to industrial companies versus "sports and leisure society". Special focus is given to ceremonies, stadium architecture, printing medias, advertising, product design, film, radio, television and public relation work. In the investigation addresses further more sociological, psychological and religious aspects. Third part, the previous chapters and its single elements of the Olympic games are summarized into a concluding result.

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