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Zusammenfassung

Noch nie ist genauer bedacht worden, auf welche »Fehler« Kafka in seiner Strafkolonie-Erzählung aufmerksam geworden ist. Geht man der Frage nach, erkennt man, dass ein »unverwischbarer« Widerspruch die gesamte Handlung durchzieht: Einerseits ist das Hinrichtungsverfahren in der Strafkolonie allgemein bekannt, andererseits dürfen die Verurteilten nichts darüber wissen, wenn es seinen Zweck erfüllen soll. Woher kommen dann die vielen ahnungslosen Delinquenten, die der Offizier mit seinem »Apparat« hinrichtet? Diese im Text nie berührte Unklarheit hat weitere Widersprüche zur Folge und lässt überdies erkennen, dass man sich auch auf den Reisenden als Beurteiler nicht verlassen kann. Eine befriedigende Auflösung der Unstimmigkeiten findet sich nicht. Es gibt da tatsächlich einen »Wurm, der selbst das Volle der Geschichte hohl macht«, wie Kafka selbst festgestellt hat.

Abstract

Serious consideration has never been given to the »mistakes« which aroused Kafka’s attention in his narrative, The Penal Colony. An exact investigation indicates that an »indelible« contradiction permeates the entire plot: On the one hand, the special kind of execution is generally known throughout the penal colony; on the other hand, the condemned are not supposed to know of it so that it can serve its purpose. So where do the many unknowledgeable delinquents come from, to be executed by the officer with his »apparatus«? This ambiguity, which is never touched upon in the text, results in further contradictions and also shows that one cannot rely upon the traveler as an evaluator. There is no satisfactory solution of the inconsistencies: it is really a »worm« in the story »which hollows out the substance of it«, as Kafka himself determined.

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