Wiedmaier, Manuela: Wenn sich Mädchen und Jungen Gott und die Welt ausmalen ... : Feinanalysen filmisch dokumentierter Malprozesse. 2006
Inhalt
- 1 Einleitung
- 2 Wenn Mädchen und Jungen zeichnen – Zugänge zu Malprozessen und Kinderzeichnungen
- 2.1 Vorbemerkung zu Bild und Wahrnehmung
- 2.2 Perspektiven auf Kinderzeichnungen
- 2.2.1 Kinderzeichnungen im Plural
- 2.2.2 Die Anfänge der Forschungsgeschichte
- 2.2.3 Kinderzeichnungen als Kinderkunst
- 2.2.4 Kinderzeichnungen als Entwicklungsphänomen: Georges-Henri LUQUET
- Zur methodischen Vorgehensweise LUQUETS
- Zur Wirkungsgeschichte LUQUETS
- Zur Problematik von Entwicklungsmodellen
- 2.2.5 Kinderzeichnungen als Ausdruck der Persönlichkeit und als Mittel psychologischer Diagnostik
- 2.3 Perspektivwechsel – von Kinderzeichnungen zu subjektiven Gestaltungsprozessen
- 2.3.1 Kinderzeichnungen vor dem Hintergrund ihrer Entstehungsbedingungen
- 2.3.2 Kinderzeichnungen als Produkte bildnerischer Gestaltungsprozesse
- 2.4 Bildnerische Gestaltungsprozesse als Bildungs-prozesse
- 2.4.1 Bildnerisches Gestalten als Spielen mit bildnerischen Mitteln
- 2.4.2 Dimensionen der Kinderzeichnung nach GERD .E. SCHÄFER
- 2.4.3 Bildnerisches Gestalten als Bearbeiten kollektiver Bilder und medialer Vorlagen
- 2.4.4 Bildnerische Gestaltungsprozesse als Artikulationsprozesse
- 2.5 Soziale Interaktion in bildnerischen Gestaltungs-prozessen
- 2.6 Zeichnen Kinder was sie sehen oder was sie wissen?
- 2.6.1 Wahrnehmung und Wissen am Beispiel des Zeichnens einer konkreten Katze
- 2.6.2 Wissensbereiche und interne Repräsentationen
- 2.7.1 Anfänge des bildnerischen Gestaltens und Kritzelphase
- 2.7.2 Übergang von der Kritzelphase zum gegenständlichen Gestalten
- 2.7.3 Zeichnen am Übergang zwischen Kritzel- und Schemabild am Beispiel des Kopffüßlers
- 2.7.4 Die Vorschemaphase
- 2.7.5 Die Schemaphase
- 2.8 Bildnerisches Gestalten in Vor- und Grundschulalter
- 2.8.1 Phänomene des SCHEMABILDES
- Prägnanzformen - Verschmelzung und Umklappung
- Exemplarisches Detail/Kanonisches Merkmal
- Röntgenbild/Transparenz
- Bedeutungsperspektive
- Richtungsdifferenzierungen
- Raumkonzepte
- 2.8.2 Farbe
- Zur Vernachlässigung der Farbe in der Kinderzeichnungsforschung
- Stufenorientiertes Bewertungsmodell für farbiges Gestalten
- Kriterienkatalog zur Beschreibung des kindlichen Farbgebrauchs (DIETL 2004: 169/170)
- Ergebnisse der Studie DIETLS
- Gegenstandsbezug
- Bildhandlung
- Interaktion in der Bildhandlung
- Körperprojektion
- Emotionspsychologische Aspekte des Bildentstehungsprozesses
- Fazit
- 2.9 Geschlechtsspezifische Unterschiede
- 2.10 Fazit
- 3 Wenn Mädchen und Jungen Theologie treiben – Zugänge zu kindlichen Gottesvorstellungen und religiösen Bildungsprozessen
- 3.1 Kindertheologie
- 3.2 Gottesvorstellung – Annäherung an einen komplexen Begriff
- 3.2.1 Zum Verhältnis von Gottesvorstellung, Gottesbeziehung und Gottesverständnis
- 3.2.2 Gottesbild und Gottes-Bild – Zur Problematik der empirischen Untersuchung von Gottesvorstellungen anhand von Bildprodukten
- 3.2.3 Gottesvorstellungen im Plural – veränderlich, fragmentarisch und biographisch konstruiert
- 3.3 Gottesvorstellungen als Symbolisierungen
- 3.3.1 Zum Symbolbegriff
- 3.3.2 Religiöse Symbole
- 3.3.3 Symbolbildung und Symbolspiel
- 3.3.4 Zugänge zu religiösen Symbolen im Vor- und Grundschulalter nach J. W. FOWLER
- Magisch-numinoses Verstehen und intuitiv-projektiver Glaube
- Eindimensional-wörtliches Verstehen und mythisch-wörtlicher Glaube
- 3.3.5 Gottesvorstellungen: Anthropomorph oder symbolisch – ein Widerspruch?
- 3.4 Gottesvorstellungen von Mädchen und Jungen und die Frage nach dem Geschlecht Gottes
- 3.5 Zum Verständnis von Religion und Religiosität
- 3.6 Perspektiven auf (religiöse) Bildungsprozesse
- 3.6.1 Bildung als unabschließbarer Prozess
- 3.6.2 Bildungsprozesse als selbstgesteuerte Prozesse des produktiv realitätsverarbeitenden Subjekts
- 3.6.3 (Religiöse) Bildungsprozesse als Verarbeitungsprozesse medial vermittelten symbolischen Materials
- 3.6.4 Bildungsprozesse als Interaktionsprozesse
- 3.6.5 Bildungsprozesse als Symbolisierungsprozesse
- 3.6.6 Bildungsprozesse als ästhetische Prozesse
- 3.7 Gottesbilder und das Bilderverbot
- 3.8 Fazit
- 4 Präzisierung der Fragestellung
- 5 Mit filmisch dokumentierten Malprozessen forschen - Entwicklung der Methoden
- 5.1 Begründung des methodischen Zugangs
- 5.1.1 Qualitatives Forschungsdesign
- 5.1.2 Grounded Theory als Forschungsstrategie
- 5.1.3 Interdisziplinarität
- 5.1.4 Fokussierung auf Malprozesse
- 5.1.5 Filmische Dokumentation der Malprozesse
- 5.1.6 Malprozesse mit thematischer Vorgabe: Bilder über die eigene Vorstellung von Gott
- 5.1.7 Feinanalysen
- 5.2.1 Die Malteams als „Realgruppen“ befreundeter Jungen und Mädchen
- 5.3 Erfahrungen aus der Pilotstudie
- 5.4 Erhebung
- 5.5 Auswertung
- 6 Katharina und Michaela
- 6.1 Die Mädchen und die Forschungssituation
- 6.2 Das Vortreffen. Zusammenfassung des ersten Malprozesses
- 6.3 Feinanalyse
- 6.3.2 Katharina beginnt zu malen (3.20 – 5.40) - „Der hat aber keinen Mantel, der hatte so’n langes Kleid irgendwie, ah, jetzt weiß ich wie ich ihn mal” (3.40)
- 6.3.3 Michaela beginnt zu malen (5.00 – 5.50) – „Ich weiß immer noch nicht, ich mach jetzt was“ (5.00)
- 6.3.4 Gott und Jesus I - Katharina: „Ich will dir nur sagen, dass das der Gott ist und nicht der Jesus“ (7.00)
- 6.3.5 Hände Gottes (4.40 – 8.40)
- 6.3.6 Michaela: „Der liebe Gott hat ein Muster auf seinem Mantel.“ (8.40)
- 6.3.7 Katharina: „Ne der Gott hat bei mir keine Kappe“ (9.30) – Fertigstellung der Figur (9.00 – 11.20)
- 6.3.8 Der Mantel Gottes (10.40 – 11.20)
- 6.3.9 Reflexion über das Vorstellen I (11.20 – 11.50) – Katharina: “Wenn man Gott malt muss man sich selbst auch mal erst ausdenken, wie man ihn sich vorstellt, weil ich find er ist schwer zu malen” (11.20)
- 6.3.10 Das Geschlecht Gottes I (11.50 – 12.10) – Katharina: „Auf jeden Fall ist er ’n Mann“...(11.50)
- 6.3.11 Über das Vorstellen II ( 12.20 – 13.40) – Michaela: „Na ja jeder stellt ‘n anders vor“ (12.30)
- 6.3.12 Michaela: „Ich stell ‘n mir mit Jesus vor auf’m Kleid, ich mein auf’m Mantel“ (14.30)
- 6.3.13 Das Geschlecht Gottes II (14.30 – 15.20)
- 6.3.14 Katharina: „Weil den kann man ja auch nicht richtig malen, der ist in keiner Bibel drin, der liebe Gott ist in keiner drin, aber der Jesus, und daher mal mal ich ihn manchmal ab“ (18.00)
- 6.3.15 Jesus, das Geburtstagskind 18.30 – 20.30 - Katharina: „Oder wir lassen einen Luftballon in den Himmel fliegen wo ganz viele Sachen die wir ihm schenken drin sind“ (19.00)
- 6.3.16 Vervollständigen und zum Ende kommen (19.20 – 23.20) - Michaela: „Bin schon fertig“ (23.20)
- 6.3.17 Wolken (23.50 – 25.40) - Katharina: „weil es sieht dann aus als ob der Jesus - äh als ob der Gott - ah ja stimmt das ist er ja“ (24.30)
- 6.3.18 Katharina: „Jeder muss sein Bild selber malen, weil sonst ist es ja nicht seins“ (25.40)
- 6.3.19 Nachfrageteil: Orte Gottes (28.10 – 30.30) – Katharina: „und außerdem das ist immer so komisch er kann ja nicht überall sein jede Sekunde bei jedem“ (28.40)
- 6.4 Beziehungsdynamik und Interaktion während des Malprozesses
- 6.5 Katharinas Bild – Zusammenfassende Bild-beschreibung und Interpretation vor dem Hintergrund der Entstehung
- 6.6 Michaelas Bild – Zusammenfassende Bild-beschreibung und Interpretation vor dem Hintergrund der Entstehung
- 6.7 Bearbeitung religiöser Symbolik und theologischer Thematik im Malprozess
- 6.7.1 Gott oder Jesus – Auseinandersetzung mit einem komplizierten Verhältnis
- 6.7.2 Zur Problematik der Präsenz Gottes
- 6.7.3 Auseinandersetzung mit dem Geschlecht Gottes
- 6.7.4 Fazit: Die Bearbeitung der Frage nach der eigenen Gottesvorstellung im gemeinsamen Malprozess als religiöser Bildungsprozess
- 7 Kevin und Hannes
- 7.1 Die Jungen und die Forschungssituation
- 7.2 Das Vortreffen. Zusammenfassung des ersten Malprozesses
- 7.3 Feinanalyse
- 7.3.1 Beginn des Malprozesses (0.00 – 1.20)
- 7.3.2 Das Problem der Nicht-Sichtbarkeit (1.20 – 2.20) Kevin: „Gott ist durchsichtig [...] man kann ihn überhaupt gar nicht sehen, deswegen mal ich auch mal n’ bisschen weiß drüber (1.40)
- 7.3.3 Hannes: „Ich mal auch Gott, ich stell mir Gott immer als Barbarossa vor“ (2.20)
- 7.3.4 Gespräch über Gottes Handeln. Hannes: „Ja, wie er die Menschen verbessern kann wie er die Natur retten kann, denn die Menschen haben ja die Autos gebaut.“ (3.00)
- 7.3.5 Rumpf und Arme von Hannes Figur
- 7.3.6 Kevin: „Kann der fliegen?“ (6.40)
- 7.3.7 Hannes: „Natürlich kann der fliegen“ (8.00)
- 7.3.8 Beine und Füße auf Hannes Bild
- 7.3.9 Hannes: „Ach da ist noch was, was Gott hat … wie sollte er sonst auf den Wolken leben? ... das sind Flügel an den Füßen“ (10.30)
- 7.4 Exkurs: Die Barbarossasage
- 7.5 Beziehungsdynamik und Interaktion während des Malprozesses
- 7.6 Kevins Bild – Zusammenfassende Bildbeschreibung und Interpretation vor dem Hintergrund der Entstehung
- 7.7 Hannes Bild – Zusammenfassende Bildbeschreibung und Interpretation vor dem Hintergrund der Entstehung
- 7.8 Bearbeitung religiöser Symbolik und theologischer Thematik im Malprozess
- 8 Lena und Sarah
- 8.1 Die Mädchen und die Forschungssituation
- 8.2 Das Vortreffen. Zusammenfassung des ersten Malprozesses
- 8.3 Feinanalyse
- 8.3.1 Gemeinsame Themenfindung und synchronisierter Beginn – 0.00-1.20
- 8.3.20 Lena: „Die Straßenlaternen, das sind bei uns aufer Erde die Sterne“ (10.10)
- 8.3.21 Sarahs Gottesfigur: Ein Bart, der Mund und Hals verbirgt, Gewand, Beine und Füße
- 8.3.22 Lena: „Die Straßenlaterne, das is ( die sind bei uns aufer Erde .. die Sterne. Aber im Himmel .. mein ich, sind das Laternen.“ (12.50)
- 8.3.23 Weißes Haar für Sarahs Gott. Lena: „Und hinten mal ich den ganz alten König drauf.“ (13.40)
- 8.3.24 Goldene Kronen bei Sarah und Lena und eine karierte Hose für Pinocchio
- 8.3.25 „Gottes bunter Vogel“
- 8.3.26 Sarah: „Aber wie hat er dann die Welt gemacht?“ (22.40)
- 8.3.27 Weibliche Engel
- 8.3.28 Sarah: „Die Möndin“ (32.40)
- 8.3.29 Nachtrag: Ergänzung von Armen für die Engel auf Sarahs Bild und Gestaltung der Rückseite von Lenas Bild
- 8.4.2 Bilderbücher über Pinocchio, die Lena besitzt, bzw. aus dem Unterricht kennt
- 8.4.3 Zugänge zur Geschichte Pinocchios und potenzielle Anknüpfungspunkte Lenas im Malprozess
- 8.5 Beziehungsdynamik und Interaktion während des Malprozesses
- 8.6 Lenas Bild – Zusammenfassende Bildbeschreibung und Interpretation vor dem Hintergrund der Entstehung
- 8.7 Sarahs Bild – Zusammenfassende Bildbeschreibung und Interpretation vor dem Hintergrund der Entstehung
- 8.8 Bearbeitung religiöser Symbolik und theologischer Thematik im Malprozess
- 8.8.1 Gott, der männliche König, und die weiblichen Himmelswesen
- 8.8.2 Der Himmel und das Himmelreich
- 8.8.3 Der alte Gott und die Schöpfung
- 8.8.4 Gott in Vielfalt und Gott in Beziehung
- 8.8.5 Fazit: Die Bearbeitung der Frage nach der eigenen Gottesvorstellung im gemeinsamen Malprozess als religiöser Bildungsprozess
- 9 Fabian und Jakob
- 9.1 Die Jungen und die Malsituation
- 9.2 Das Vortreffen. Zusammenfassung des ersten Malprozesses
- 9.3 Feinanalyse
- 9.3.1 Fabian: „Ich stell mir Gott so wie Luft vor. Mal ich eben so ne Wolke und dann mal ich ein Gesicht.“ (0.11)
- 9.3.2 Jakob: „Aber wie kann man Luft malen. Die ist ja durchsichtig“ (1.20)
- 9.3.3 Jakob: „Ganz hell, ich mal’s ganz hell“ (3.00)
- 9.3.4 Fabian: „So, außen ’rum vielleicht noch ein paar Engelchen“. Jakob: „ich mal auch noch Engelchen“ (3.10)
- 9.3.5 Fabian: „Ich mal die eben so, man weiß ja nie wie sie aussehen.“
- 9.3.6 Nachfrageteil: Gespräch über das Dienen der Engel
- 9.3.7 Fabian: „Ich mach noch den hell mit der gelb und seine Hand“ (10.30)
- 9.3.8 Ein schlafender Babyengel (13.00 f.)
- 9.4 Beziehungsdynamik und Interaktion während des Malprozesses
- 9.5 Fabians Bild - Zusammenfassende Bildbeschreibung und Interpretation vor dem Hintergrund der Entstehung
- 9.6 Jakobs Bild – Zusammenfassende Bildbeschreibung und Interpretation vor dem Hintergrund der Entstehung
- 9.7 Bearbeitung religiöser Symbolik und theologischer Thematik im Malprozess
- 10 Zusammenfassener Vergleich und Diskussion der Ergebnisse aus den Feinanalysen und weiterer Malprozesse
- 10.1 Malprozesse über Gottesvorstellungen als ästhetische Prozesse
- 10.2 Malprozesse über Gottesvorstellungen als Interaktionsprozesse
- 10.3 Malprozesse über Gottesvorstellungen als Symbolisierungsprozesse
- 10.4 (Kinder)theologie in den Malprozessen: Auseinandersetzungen mit Gott und der Welt
- 10.4.1 Gott in Verbindung mit - oder Gott im - Himmel
- 10.4.2 Auseinandersetzung mit der Unsichtbarkeit Gottes
- 10.4.3 Gott und die Engel
- 10.4.4 Weitere theologische Themen in der Auseinandersetzung
- 10.5 Hinweise auf geschlechtsspezifische Unterschiede in den Malprozessen über Gottesvorstellungen
- 11 Ausblick und Schluss
- 12 Literatur
- AnhangDoktorarbeitWiedmaier.pdf
- Anhang Abb. 1: Yanniks Bild am Ende des Malprozesses
- Anhang Abb. 2: Michaelas Bild am Ende des Malprozesses 1. Interpretation des Malprozesses
- 1.1. Erste Phase
- 1.1.1. Anfang
- 1.1.2. Himmel
- 1.1.3. Weltall
- 1.1.4. Erde
- 1.1.5. Pause und Übergang zu Hölle, Teufel und Gott
- 1.1.6. Hölle und Teufel
- 1.1.7. Gott
- 1.2. Zweite Phase
- 1.3. Gott und Teufel in Yanniks Konzept
- 2. Zusammenfassung und Strukturhypothese
- 3. Ablauf des Malprozesses
- Zeit
- Yannik
- Michaela
- Zeit
- Bilderklärungen
- ZEIT
- MALPROZESS KEVIN
- KOMMENTARE, GESPRÄCHE, INTERAKTION
- MALPROZESS HANNES
- ZEIT
- H So schnell?
- K Ich kann ganz schnell malen, musst mir glauben
- K (nun lauter und selbstbewusster) Er ist aber durchsichtig wie soll ich ihn da malen, ihn weiß anmalen?
- I Und den kann man gar nicht sehen?
- K Fast gar nicht, ... fast gar nicht (hintergründige Betonung)
- I Hannes und was malst du?
- H Ich mal auch Gott
- I |Und was
- H |ich stell mir Gott immer als Barbarossa vor
- H Die geht zwar ab, aber guck mal
- I genau
- H Neh er hat einen roten - einen bunten Pullover an
- I Willst du in der Zeit noch ein bisschen weitermalen?
- K Ich kann vielleicht noch was an der Tafel malen
- I Ja oder du kannst auf nem Papier noch weiter malen
- H Mann oh Mann (sehr laut, zeigt I zerfaserten schwarzen Stift)
- K Mit links kann ich aber auch nicht gut malen, muss ich zugeben
- H Natürlich kann Gott fliegen
- K Ich weiß was du heute kriegst Hannes, nur ich weiß nicht was ich kriege
- I Das ist ja auch nicht soo wichtig, Hauptsache es geht gerecht zu
- K Ne das hier Hautfarbe
- I Kommt drauf an, wie die Haut aussieht, ne.
- M Ja, so wie Haut, Braun zum Beispiel.
- K Ich mach doch keine braune Haut.
- M Wenn schon Hautfarbe da ist, dann nimmt man auch Hautfarbe.
- K Über Malkasten beim letzten Treffen.
- K Ist da noch jemand nach uns dran
- I mhm aber ihr habt Zeit heute ist es nicht so knapp geplant wie letztes Mal, also ihr habt Zeit
- K Wer is ’n nach uns
- I Louis und Mathis
- K Schon wieder?
- K Ja, in der Kirche,
- I Mhm
- K Da mach ich auch mit, ich darf mitsingen und ich muss Türen halten und die Jessica
- K (unterbricht M.) Du stellst ihn dir aber schön vor, Michaela, (Ton große Schwester), Ich will Dir nur sagen, dass das der Gott ist und nicht der Jesus
- Geräusche von Marlin im Hintergrund.
- M Die Augen von Dir find ich schön.
- K Wieso ich mal die immer so?
- M Die find ich schön.
- M Das weiß [man nicht].
- K Das weiß keiner, das weiß keiner.
- M Na ja jeder stellt ‘n anders vor.
- K Eben.
- M Genau und Feuerfeld auch ... (lächelt verlegen) eigentlich nicht das ist n‘ Märchen gell...‘ne Geschichte.
- I Es könnte doch aber auch ne Frau sein oder?
- M Du kannst ja Dir vorstellen, dass das ne Kappe wär.
- ZEIT
- MALPROZESS LENA
- KOMMENTARE, GESPRÄCHE, INTERAKTION
- MALPROZESS SARAH
- ZEIT
- L Das ist der Sohn von Gott (unklar, welche Figur sie meint).
- S Nee (laut und deutlich intervenierend).
- S Da musst du noch Haare hinmalen (schnell mit hoher Stimme, Tonfall wie für Hinweis, der schell und dringlich befolgt werden muss).
- S Wirst du dann sehen.
- ZEIT
- MALPROZESS FABIAN
- KOMMENTARE, GESPRÄCHE, INTERAKTION
- MALPROZESS JAKOB
- ZEIT
- F Da kann ich auch die Farbe nehmen.
- J Das ist ein Engel oder?
- F Mhm
- J Engel kann ich mir schon eher vorstellen, wie die aussehen, da weiß ich’s ja auch.
- F Ich mal sie eben so, ich mal sie eben so (klingt verteidigend).
- J Ja, so stell ich sie mir ja auch vor.
- F (murmelnd) Das Kleid mal ich rot.
- J Bei mir passt eigentlich kein Engel hin.
- J Doch passen doch - ich mal alles nur bis hierhin gelb, hier noch (malt oberhalb des Kreises noch an runder gelber Fläche).
- F Mhm (seufzt/murmelt), Was könnte ich denn jetzt noch malen [...] Engel gemalt, außen ‘rum vielleicht noch Luft.
- F So fertig – ich hab doch gesagt dass das nicht lange.
- I Ist doch schön.
- Malt Flügel aus
- F Ja.
- I Und wie dienen die dem, was machen die so?
- J Gelb […] wo war’n des, war’s des (vergleicht Farbe der Kreide mit erstem Engel)?
- F murmelt unverständliches.
- J Mach das hier auch noch so.
- J Ua, das sieht jetzt nicht so schön aus (unzufrieden mit Gesicht von Engel).
- J Ich mach noch n’Engel, ganz viele.
- F Ich mach nur einen, die anderen schlafen gerade.
- J (lächelt) Wo schlafen die denn, im Himmel gibt’s doch keine Betten?
- J Vielleicht, aber da sind schon mal keine Wolken.
- F Mhn
- J Dann können sie an der Stelle schon mal nicht schlafen.
- F Doch gleich, aber.
- J Ja (jetzt lachen beide), passen die überhaupt auf so eine kleine Wolke?
- F Das da ist die Mutter von dem Baby-Engel, wo ich jetzt mal.
- J Legt der sich da drauf.
- J (über seine Engel) Der eine - die schweben alle.
- F (murmelt) N’anderes Kleid.
- J Die singen was.
- I Da ist grad Seniorennachmittag.
- J Hier ist gar kein Platz, doch da.
- F So (abschließend), kleines Baby.
- I Und der Engel schläft grad auf der Wolke.
- F Danke.
- J So (abschließend).
- J Ich hab’s schon fertig.
- I und hat das bei dir was mit der Sonne zu tun, weil’s so schön gelb ist?
- J Weil der Gott so hell ist und die Engel.
- F Was malst’n du da? Flügel?
- J Neh das sind doch keine Flügel.
- J Mhm, die strahlen auch Helle aus.
- F deswegen hast du die auch so hell gemalt.
- F Ja weil der mit weiß ist.
- J Ja, innen drin ist er mit weiß.
- J So jetzt bin ich fertig.
- F Mhm, Deckchen, zudecken.
- J Da ist noch ne Wolke.
- J Aber da kann einer drauf schlafen, wenn einer müde wird muss er nicht da ganz rüber (deutet dahin, wo er gezeigt hatte, dass Engel schlafen).
- I Kannst du noch deinen Namen draufschreiben, wenn du magst.
- J Mit meiner Lieblingsfarbe?
- Ende
- 13.6. Weitere Abbildungen
- Anhang Abb. 3: Ralfs Bild am Ende des Malprozesses. Es dient hier als Beispiel für die in Kap. 10.1 diskutierte Art des Zeichnens, die typisch für Jungen ist.
- Anhang Abb. 4: Stinas Bild am Ende des Malprozesses. Stina malte dieses Bild, nachdem sie bereits eines mit dem Motiv eines Gesichts in einer Wolke gezeichnet hatte. Die Gestalt auf diesem Bild nannte sie „Frau von Gott“. Es soll hier als beispielhafter Beleg dazu dienen, wenn Mädchen Gott weiblich zeichnen, ohne Gott aber direkt so zu benennen.
- 13.7 Fragebogen an die Eltern
