TY - THES A3 - Rohlfing, Katharina J. A3 - Kaup, Barbara A3 - Buhl, Heike M. A3 - Karsten, Andrea AB - Diese Dissertation entwickelt einen theoretischen und empirischen Rahmen zum Verständnis kontrastiver verbaler Anleitung in dynamischen Kontexten. Ausgehend von Negation als einem zentralen sprachlichen Mittel zur Markierung von Kontrast erweitert die Arbeit die Analyse über Sprache im engeren Sinne hinaus und behandelt Kontrast als relationales und kontextuelles Phänomen. Die zentrale Annahme ist, dass Kontrast nicht lediglich eine besondere sprachliche Form darstellt, sondern eine Weise, in der Figur-Grund-Relationen in Wahrnehmung, Handlung und Interaktion hervorgehoben werden. Die Dissertation ordnet Kontrastivität entlang mehrerer Dimensionen, darunter sprachliche, räumliche, ereignisbezogene, funktionale und soziale Kontexte. Auf Grundlage psycholinguistischer Theorie, der Ereigniskognitionsforschung, der Mensch-Roboter-Interaktion und der Scaffolding-Forschung wird argumentiert, dass kontrastive Kontexte nicht bloß statische Hintergründe sind. Vielmehr werden sie dynamisch entwickelt, hervorgehoben und umgestaltet, während Menschen Ereignisse wahrnehmen, in der Welt handeln und Verstehensprobleme in der Interaktion bearbeiten.Empirisch führt die Dissertation eine Reihe experimenteller und methodologischer Studien zusammen, die sowohl in nicht-interaktiven als auch in interaktiven Settings durchgeführt wurden. Diese Studien untersuchen, wie kontrastive verbale Anleitung, insbesondere Negation, visuelle Aufmerksamkeit, Ereignisgedächtnis, Handlungsverstehen und Reparaturverhalten beeinflusst. Die Befunde zeigen, dass kontrastive Anleitung die Aufmerksamkeit auf Ereignisstrukturen modulieren, das Gedächtnis für dynamische Handlungen unterstützen und Interaktionspartnern dabei helfen kann, Unsicherheit in situierten Interaktionen zu bearbeiten.Auf der Modellierungsebene führt die Dissertation ContACT-R ein, ein kognitionsarchitektonisches Modell kontrastiver Anleitung, und erweitert dieses zu InterACT-R, einem interaktiven Rahmen zur Modellierung kontrastiven Scaffoldings über die Zeit. In diesem Ansatz wird Kontrast als eine strukturierte Ressource verstanden, mit der Anleitung an die Fähigkeiten der lernenden Person, an die Aufgabenleistung und an den sich entwickelnden Interaktionskontext angepasst werden kann.Insgesamt leistet die Dissertation einen theoretischen, empirischen, methodologischen und modellierenden Beitrag zum Verständnis kontrastiver Anleitung. Sie zeigt, wie Negation und andere kontrastive Mittel als kontextsensitive Werkzeuge verstanden werden können, die Aufmerksamkeit strukturieren, Handlungsverstehen unterstützen und Scaffolding in dynamischen Sprachgebrauchssituationen ermöglichen. AU - Singh, Amit CY - Paderborn DO - 10.17619/UNIPB/1-2662 DP - Universität Paderborn LA - eng N1 - Tag der Verteidigung: 12.06.2026 N1 - kumulative Dissertation Universität Paderborn, Dissertation, 2026 PB - Universität Paderborn PY - 2026 SP - 1 Online-Ressource (verschiedene Seitenzählungen) : Illustrationen, Diagramme T2 - Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft TI - From negation to contrast and context: a framework for contrastive verbal guidance of actions in dynamic contexts UR - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:466:2-58998 Y2 - 2026-09-17T19:41:21 ER -