<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Georg Jellinek, Leipzig, 17.7.1875, 4 S., hs. (dt. Schrift), am Briefkopf gedrucktes Signet: zwei ineinandergeschlungene W-Versalien in einem von einem geschlossenen Gürtel gebildeten Ring, darüber eine fünfzackige Krone, Bundesarchiv Koblenz, Nachlass Georg Jellinek, N 1136/56</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000068-7"/><style type="text/css">
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Schrift), am Briefkopf gedrucktes Signet: zwei ineinandergeschlungene W-Versalien in einem von einem geschlossenen Gürtel gebildeten Ring, darüber eine fünfzackige Krone</span>, <span class="ED-pubPlace">Bundesarchiv Koblenz, Nachlass Georg Jellinek, N 1136/56</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Leipzig 17 Juli 75</p><p class="ED-salute">Mein lieber Freund</p><p class="ED-p">Du weißt selbst, wie herzlich mich Deine Glückwünsche und Deine Theilnahme an unserm Geschick erfreut haben, und Du wirst verziehen haben, wenn die Arbeitslast, welche nach den total arbeitslos verbrachten Ferien, doppelt schwer in diesem Semester auf mir liegt, verbunden mit der schönen Pflicht, meine freie Zeit der genesenden Frau zu widmen, mich so lange vom Schreiben zurückgehalten hat. Ja, es war eine schwere Wolke, die über dem Himmel unseres Glückes dahinzog. ich weiß es nun, was es heißt, zu bangen, wochenlang zu bangen für das Theuerste, was es geben kann, und mit thatlosen Händen am Abgrund der Verzweiflung zu stehen. Aber er hat sich geschlossen, und es gilt, den Riß mit Blumen zu kränzen und nur noch in Erinnerung zu behalten, daß ich für das liebste Wesen habe sorgen, sie pflegen dürfen, und des Lächelns, des schwachen, köstlichen Lächelns zu gedenken, mit dem sie manchmal aus schweren Schmerzen zu mir aufblickte – alles Leben zusammenraffend in diesen Augen, die meine Sterne sind. Und so freu’ ich mich denn jetzt auch nur der stetig fortschreitenden Genesung und begrüße Woche für Woche mit innigem Jubel neue Fortschritte. Wir fahren nun schon aus, gehen <span class="ED-pb">|</span> auch schon <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="im Rosenthal oder auf der Linie ] Parklandschaft und Spazierweg bei Leipzig&#xD;&#xA;">im Rosenthal oder auf der Linie</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="im Rosenthal oder auf der Linie ] Parklandschaft und Spazierweg bei Leipzig">[1]</a> ein Stündchen zusammen durch den frischen Wald, und mit der alten Farbe und der alten Gestalt kehrt meiner Frau auch der alte Muth, die Frische und die volle Lebendigkeit der Seele wieder. Da ich aber doch erst im August von hier fortgehen kann, so werden wir uns für den Juli trennen müssen, dessen Beschwerlichkeiten ich ihr hier nicht zumuthen kann: dieweilen aber außer dem Arzt auch der Psychologe, nämlich ich, die allzugroße Entfernung widerrieth und wenigstens die Möglichkeit, wöchentlich einige Tage zusammenzusein, offen gehalten wissen wollte, und die nahe gelegenen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Karlbäder ] gemeint ist der Kurort Karlsbad in Böhmen&#xD;&#xA;">Karlbäder</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Karlbäder ] gemeint ist der Kurort Karlsbad in Böhmen">[2]</a> zu sonnig und lärmig sind, für meine Frau auch es sich wesentlich um Ruhe und bequemen schattigen Spaziergang handelt, so habe ich inmitten im Park von Weimar in einem Badehause eine reizende Wohnung für sie gemiethet, wo sie Bäder, Pension, alles im Hause und rauschende, schattende Bäume und die murmelnde Ilm unmittelbar vor sich hat, und wohin ich sie über acht Tage übersiedeln werde. ich selbst falle natürlich während der Zeit der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Hahn’schen Tischgenossenschaft ] vgl. Windelband an Ehrenberg vom 18.11.1873&#xD;&#xA;">Hahn’schen Tischgenossenschaft</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Hahn’schen Tischgenossenschaft ] vgl. Windelband an Ehrenberg vom 18.11.1873">[3]</a> anheim, die freilich sehr gelichtet ist. Außer <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Knapp’s Abgang ] Georg Friedrich Knapp (1842–1926), 1867 Leiter des Statitischen Amtes der Stadt Leipzig, 1869 zusätzlich Prof. an der Universität Leipzig, ging 1874 an die Universität Straßburg, dort bis 1918 (NDB).&#xD;&#xA;">Knapp</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Knapp’s Abgang ] Georg Friedrich Knapp (1842–1926), 1867 Leiter des Statitischen Amtes der Stadt Leipzig, 1869 zusätzlich Prof. an der Universität Leipzig, ging 1874 an die Universität Straßburg, dort bis 1918 (NDB).&#xD;&#xA;">’s Abgang</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Knapp’s Abgang ] Georg Friedrich Knapp (1842–1926), 1867 Leiter des Statitischen Amtes der Stadt Leipzig, 1869 zusätzlich Prof. an der Universität Leipzig, ging 1874 an die Universität Straßburg, dort bis 1918 (NDB).">[4]</a> hat auch <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Nitzsche’s ] gemeint ist vermutlich Hinrich Nitsche (1845–1902), Zoologe, 1868 Promotion in Berlin, 1871 Habilitation in Leipzig, 1875 ao. Prof. für Zoologie in Leipzig, 1876 o. Prof. für Zoologie an der Forstakademie Tharandt (Professorenkatalog der Universität Leipzig).&#xD;&#xA;">Nitzsche’s</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Nitzsche’s ] gemeint ist vermutlich Hinrich Nitsche (1845–1902), Zoologe, 1868 Promotion in Berlin, 1871 Habilitation in Leipzig, 1875 ao. Prof. für Zoologie in Leipzig, 1876 o. Prof. für Zoologie an der Forstakademie Tharandt (Professorenkatalog der Universität Leipzig).">[5]</a> Verlobung mit <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Fräulein Peschel ] nicht ermittelt; mögliches Verwandtschaftsverhältnis zu Oscar Ferdinand Peschel (1826–1875), Geograph, seit 1871 o. Prof. für Geographie in Leipzig, seit 1873 wegen Krankheit beurlaubt (Professorenkatalog der Universität Leipzig).&#xD;&#xA;">Fräulein </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Fräulein Peschel ] nicht ermittelt; mögliches Verwandtschaftsverhältnis zu Oscar Ferdinand Peschel (1826–1875), Geograph, seit 1871 o. Prof. für Geographie in Leipzig, seit 1873 wegen Krankheit beurlaubt (Professorenkatalog der Universität Leipzig).&#xD;&#xA;">Peschel</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Fräulein Peschel ] nicht ermittelt; mögliches Verwandtschaftsverhältnis zu Oscar Ferdinand Peschel (1826–1875), Geograph, seit 1871 o. Prof. für Geographie in Leipzig, seit 1873 wegen Krankheit beurlaubt (Professorenkatalog der Universität Leipzig).">[6]</a>, sowie <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Vondermühlt’s ] gemeint ist vermutlich Karl von der Mühll (1841–1912), Physiker u. Mathematiker, 1866 Promotion in in Königsberg, 1868 Habilitation in Leipzig, 1872 ao. Prof. für Physik in Leipzig, 1889 in Basel, 1890 o. Prof. (Professorenkatalog der Universität Leipzig).&#xD;&#xA;">Vondermühlt’s</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Vondermühlt’s ] gemeint ist vermutlich Karl von der Mühll (1841–1912), Physiker u. Mathematiker, 1866 Promotion in in Königsberg, 1868 Habilitation in Leipzig, 1872 ao. Prof. für Physik in Leipzig, 1889 in Basel, 1890 o. Prof. (Professorenkatalog der Universität Leipzig).">[7]</a> Verheirathung mit der gleichnamigen Nichte von <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="His ] Wilhelm His (1831–1904), Anatom u. Physiologe, seit 1872 Prof. in Leipzig (NDB).&#xD;&#xA;">His</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="His ] Wilhelm His (1831–1904), Anatom u. Physiologe, seit 1872 Prof. in Leipzig (NDB).">[8]</a> große Lücken gerissen, der Skat ist aufgeflogen, und <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="Zirkel ] Ferdinand Zirkel (1838–1912), Geologe, 1861 Promotion in Bonn, 1863 ao. Prof. für Mineralogie und Geologie in Lemberg, 1865 o. Prof., 1868 Prof. für Mineralogie, Geognosie und Geologie in Kiel, seit 1870 Prof. in Leipzig (Professorenkatalog der Universität Leipzig).&#xD;&#xA;">Zirkel</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="Zirkel ] Ferdinand Zirkel (1838–1912), Geologe, 1861 Promotion in Bonn, 1863 ao. Prof. für Mineralogie und Geologie in Lemberg, 1865 o. Prof., 1868 Prof. für Mineralogie, Geognosie und Geologie in Kiel, seit 1870 Prof. in Leipzig (Professorenkatalog der Universität Leipzig).">[9]</a>, <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="Heubner ] Otto Heubner (1843–1926), Kinderarzt, Studium in Leipzig, Prag u. Wien, 1867 Promotion in Leipzig, 1868 Habilitation, 1876 Leiter der Leipziger Distriktspoliklinik, 1887 Honorarprofessor, 1891 Lehrstuhl für Kinderheilkunde. 1894 nach Berlin berufen, dort u. a. an der Charité, 1913 emeritiert (NDB).&#xD;&#xA;">Heubner</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="Heubner ] Otto Heubner (1843–1926), Kinderarzt, Studium in Leipzig, Prag u. Wien, 1867 Promotion in Leipzig, 1868 Habilitation, 1876 Leiter der Leipziger Distriktspoliklinik, 1887 Honorarprofessor, 1891 Lehrstuhl für Kinderheilkunde. 1894 nach Berlin berufen, dort u. a. an der Charité, 1913 emeritiert (NDB).">[10]</a>, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Blaß ] vermutlich Friedrich Wilhelm Blass (1843–1907), klassischer Philologe, Studium in Göttingen u. Bonn, u. a. bei Friedrich Ritschl. Gymnasiallehrer in Bielefeld, Naumburg, Magdeburg, Stettin u. Königsberg. 1874 in Königsberg habilitiert bei Heinrich Jordan. 1876 Prof. in Kiel, 1892 in Halle (NDB).&#xD;&#xA;">Blaß</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-11" id="app-editorial-11-ref" title="Blaß ] vermutlich Friedrich Wilhelm Blass (1843–1907), klassischer Philologe, Studium in Göttingen u. Bonn, u. a. bei Friedrich Ritschl. Gymnasiallehrer in Bielefeld, Naumburg, Magdeburg, Stettin u. Königsberg. 1874 in Königsberg habilitiert bei Heinrich Jordan. 1876 Prof. in Kiel, 1892 in Halle (NDB).">[11]</a> <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="und ] d&#xD;&#xA;">und</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="und ] d">[a]</a> <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-12" title="Thierfelder ] Ferdinand Albert Thierfelder (1842–1908), Anatom u. Pathologe, 1864–1869 Studium in Rostock u. Leipzig, 1874 Habilitation in Leipzig, 1874–1876 PD für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie an der Universität Leipzig, 1876–1908 o. Prof. für Anatomische Pathologie an der Universität Rostock, 1883/84 Rektor (Professorenkatalog der Universität Leipzig; Catalogus Professorum Rostochiensium).&#xD;&#xA;">Thierfelder</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-12" id="app-editorial-12-ref" title="Thierfelder ] Ferdinand Albert Thierfelder (1842–1908), Anatom u. Pathologe, 1864–1869 Studium in Rostock u. Leipzig, 1874 Habilitation in Leipzig, 1874–1876 PD für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie an der Universität Leipzig, 1876–1908 o. Prof. für Anatomische Pathologie an der Universität Rostock, 1883/84 Rektor (Professorenkatalog der Universität Leipzig; Catalogus Professorum Rostochiensium).">[12]</a>, verstärkt durch den <abbr title="Doktor" class="ED-abbr"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-13" title="Dr. Rolf ] nicht ermittelt&#xD;&#xA;">Dr.</span></abbr><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-13" title="Dr. Rolf ] nicht ermittelt&#xD;&#xA;"> Rolf</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-13" id="app-editorial-13-ref" title="Dr. Rolf ] nicht ermittelt">[13]</a> bilden den schwachen Stamm. Daß aber die Heiratsepidemie unter der Tafelrunde allgemein ausgebrochen, <span class="ED-pb">|</span> sieht man am besten aus dem Ereigniß, das Dir nun wohl auch schon mitgetheilt ist – <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Knapp’s Verlobung mit Frl. Karganoff ] Knapp heiratete Lydia von Karganow (1849–1925) aus Tiflis, seine ehemalige Studentin (NDB).&#xD;&#xA;">Knapp</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Knapp’s Verlobung mit Frl. Karganoff ] Knapp heiratete Lydia von Karganow (1849–1925) aus Tiflis, seine ehemalige Studentin (NDB).&#xD;&#xA;">’s Verlobung mit </span><abbr title="Fräulein" class="ED-abbr"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Knapp’s Verlobung mit Frl. Karganoff ] Knapp heiratete Lydia von Karganow (1849–1925) aus Tiflis, seine ehemalige Studentin (NDB).&#xD;&#xA;">Frl.</span></abbr><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Knapp’s Verlobung mit Frl. Karganoff ] Knapp heiratete Lydia von Karganow (1849–1925) aus Tiflis, seine ehemalige Studentin (NDB).&#xD;&#xA;"> </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Knapp’s Verlobung mit Frl. Karganoff ] Knapp heiratete Lydia von Karganow (1849–1925) aus Tiflis, seine ehemalige Studentin (NDB).&#xD;&#xA;">Karganoff</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-14" id="app-editorial-14-ref" title="Knapp’s Verlobung mit Frl. Karganoff ] Knapp heiratete Lydia von Karganow (1849–1925) aus Tiflis, seine ehemalige Studentin (NDB).">[14]</a></span>, unserer Genossin in der Erkenntnistheorie. ich gestehe doch, daß ich nach allen Präcedentien erstaunt gewesen bin: denn je mehr K<span class="ED-add">[napp]</span> damals von ihr sprach, um so weniger dachte ich an diese Möglichkeit, deren Verwirklichung sich nun in aller Stille vollzogen hat: mögen die Götter mit ihm sein! Uebrigens hatte ich in diesem Semester abermals das Vergnügen einer weiblichen Zuhörerin haben können, der <abbr title="Fräulein" class="ED-abbr">Frl.</abbr> <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-15" title="Susanna Rubinstein ] psychologische Schriftstellerin aus Czernowitz, lebte von 1847–1914, zuletzt in Heidelberg und München. 1870 Studienbeginn in Prag, ab 1873 in Leipzig, dort 1874 Promotion mit einer Schrift über Die sensoriellen und sensitiven Sinne. Leipzig: A. Edelmann o. J. [1874], die von der Kritik verrissen wurde, vgl. z. B. Jenaer Literaturzeitung 1874, Nr. 51, S. 803 (Sophie Pataky: Lexikon deutscher Frauen der Feder Bd. 2. Berlin 1898, S. 209–210).&#xD;&#xA;">Susanna Rubinstein</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-15" id="app-editorial-15-ref" title="Susanna Rubinstein ] psychologische Schriftstellerin aus Czernowitz, lebte von 1847–1914, zuletzt in Heidelberg und München. 1870 Studienbeginn in Prag, ab 1873 in Leipzig, dort 1874 Promotion mit einer Schrift über Die sensoriellen und sensitiven Sinne. Leipzig: A. Edelmann o. J. [1874], die von der Kritik verrissen wurde, vgl. z. B. Jenaer Literaturzeitung 1874, Nr. 51, S. 803 (Sophie Pataky: Lexikon deutscher Frauen der Feder Bd. 2. Berlin 1898, S. 209–210).">[15]</a>, <abbr title="Doctor philosophiae" class="ED-abbr">Dr. philos.</abbr>, welche ein prekäres Buch über „sensitive <span class="ED-add">[un]</span>d sensorielle Sinne“ geschrieben haben soll, die ich aber doch lieber aus der Gesellschaft einer Anzahl jüngerer, mir unbekannter Studenten verbannte. Die Psychologie, welche diese hören wollte, und wozu ich meine <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-16" title="„Grundfragen“ aus dem vorigen Semester ] im SS 1874 hatte Windelband u. a. eine Veranstaltung über Grundfragen der Psychologie angeboten.&#xD;&#xA;">„Grundfragen“ aus dem vorigen Semester</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-16" id="app-editorial-16-ref" title="„Grundfragen“ aus dem vorigen Semester ] im SS 1874 hatte Windelband u. a. eine Veranstaltung über Grundfragen der Psychologie angeboten.">[16]</a> ausgedehnt habe, ist leidlich besucht, 16 belegende; dagegen möchte ich Dir einmal zum Spaß den Belegbogen meiner Geschichte der Erkenntnißtheorie seit <span class="ED-name">Kant</span> zeigen, auf welchem außer Deutschen noch Engländer, Amerikaner, Schweizer, Schweden, Griechen und selbst ein Hindu! vertreten sind – ein vollständig internationales Auditorium. Du siehst, auch da treibe ich, was ich vorigen Sommer auslassen mußte, und so lebe ich jetzt wesentlich von den Brosamen der Zeit, wo wir mit einander in so schönem, fruchtbaren Verkehr standen. Bei der Psychologie hab’ ich mich übrigens immer mehr von dem geringen Werthe der <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-17" title="Brentano’schen Compilation ] vgl. Franz Brentano: Psychologie vom empirischen Standpunkte Bd. 1. Leipzig: Duncker &amp; Humblot 1874; darin: Buch II. Von den psychischen Phänomenen im Allgemeinen. Kapitel 5. Die vorzüglichsten Classificationsversuche § 6, S. 252–255, bes. S. 254–255 zu den sensitiven und sensoriellen Sinnen.&#xD;&#xA;">Brentano</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-17" title="Brentano’schen Compilation ] vgl. Franz Brentano: Psychologie vom empirischen Standpunkte Bd. 1. Leipzig: Duncker &amp; Humblot 1874; darin: Buch II. Von den psychischen Phänomenen im Allgemeinen. Kapitel 5. Die vorzüglichsten Classificationsversuche § 6, S. 252–255, bes. S. 254–255 zu den sensitiven und sensoriellen Sinnen.&#xD;&#xA;">’schen Compilation</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-17" id="app-editorial-17-ref" title="Brentano’schen Compilation ] vgl. Franz Brentano: Psychologie vom empirischen Standpunkte Bd. 1. Leipzig: Duncker &amp; Humblot 1874; darin: Buch II. Von den psychischen Phänomenen im Allgemeinen. Kapitel 5. Die vorzüglichsten Classificationsversuche § 6, S. 252–255, bes. S. 254–255 zu den sensitiven und sensoriellen Sinnen.">[17]</a> überzeugt; die meisten seiner Beweisgänge zeigen mehr „neue“ als alte Logik. <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Doch es ziemt uns nicht, dem Associationsmechanismus so allein zu folgen, wie ich es bisher in dieser Plauderei gethan habe, und indem ich mich also „darüber zu freier Selbstbestimmung“ erhebe, empfinde ich zunächst die innigste Nothwendigkeit, nach Dir und Deinem Ergehen, Du lieber Freund, mich zu erkundigen. Das Parallelogramm der Kräfte, in welchem sich jetzt Deine jugendfrische Arbeitsenergie theilt, wird hoffentlich einen so spitzen Winkel haben, daß die Componente, welche mich am meisten interessirt, recht groß geblieben ist; wenn Du aber diese nochmals theilst, so weiß ich nicht, welchem der beiden Arme, ob dem pessimistischen oder dem strafrechtlichen ich begieriger entgegensehne. Was meinen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-18" title="Druck ] Anspielung unklar, vgl. Windelband an Jellinek vom 30.12.1875. 1877 erschien, nach Windelbands eigener Datierung im späteren Abdruck der Präludien 1876 verfaßt: Der Pessimismus und die Wissenschaft. In: Der Salon für Literatur, Kunst und Gesellschaft 2 (1877), S. 814–821 u. S. 951–957.&#xD;&#xA;">Druck</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-18" id="app-editorial-18-ref" title="Druck ] Anspielung unklar, vgl. Windelband an Jellinek vom 30.12.1875. 1877 erschien, nach Windelbands eigener Datierung im späteren Abdruck der Präludien 1876 verfaßt: Der Pessimismus und die Wissenschaft. In: Der Salon für Literatur, Kunst und Gesellschaft 2 (1877), S. 814–821 u. S. 951–957.">[18]</a> betrifft, so reife ich sehr langsam dazu. Das <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-19" title="nonum in mensem ] Neunmonatszeit&#xD;&#xA;">nonum in mensem</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-19" id="app-editorial-19-ref" title="nonum in mensem ] Neunmonatszeit">[19]</a> ist vorüber, hoffentlich wird es nicht ein <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-20" title="annum ] Jahr&#xD;&#xA;">annum</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-20" id="app-editorial-20-ref" title="annum ] Jahr">[20]</a>.</p><p class="ED-p">Von <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-21" title="Tüngel ] vgl. Windelband an Ehrenberg vom 14.1.1875&#xD;&#xA;">Tüngel</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-21" id="app-editorial-21-ref" title="Tüngel ] vgl. Windelband an Ehrenberg vom 14.1.1875">[21]</a></span> habe ich jetzt lange Nichts gehört, es ist ein lästiges Semester für ihn, und diese spanischen Stiefel sind doch fast noch schlimmer als die der Logik. An <span class="ED-name">Ehrenberg</span> hab’ ich in der trüben Zeit dieses Frühjahrs nicht geschrieben, und würde Dich nun sehr um seine jetzige Adresse bitten, da ich jetzt nicht mehr nach S. Remo schreiben mag, ohne zu wissen, ob er noch da ist. <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-22" title="Bardeleben ] vgl. Windelband an Ehrenberg vom 24.10.1872&#xD;&#xA;">Bardeleben</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-22" id="app-editorial-22-ref" title="Bardeleben ] vgl. Windelband an Ehrenberg vom 24.10.1872">[22]</a>, den ich auf einer kleinen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-23" title="Pfingstspritze ] meint: Kurzreise zu Pfingsten&#xD;&#xA;">Pfingstspritze</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-23" id="app-editorial-23-ref" title="Pfingstspritze ] meint: Kurzreise zu Pfingsten">[23]</a> in Jena kurz sah, klagt über mancherlei Katarrh und Einsamkeit. Meine Frau läßt Dich bestens grüßen! – Des <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-24" title="freudigen Ereignisses ] nicht ermittelt&#xD;&#xA;">freudigen Ereignisses</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-24" id="app-editorial-24-ref" title="freudigen Ereignisses ] nicht ermittelt">[24]</a> in Eurer Familie und des schönen Doppelfestes hab’ ich gern gedacht: daß Du vorher Dein Theil an den Brautpaar getragen hast, glaube ich gern; wir haben auch immer unsern <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-25" title="„Elephanten“ ] vgl. Richard Riegler: Das Tier im Spiegel der Sprache. Ein Beitrag zur vergleichenden Bedeutungslehre. Dresden u. Leipzig: C. A. Koch (H. Ehlers) 1907, S. 90: Der Elefant erscheint überdies in der deutschen Redensart bei einem Liebespaar den Elefanten spielen auch als Symbol geistiger Schwerfälligkeit […]. Obige Redensart wird angewendet auf einen Galan, auf den man – ohne daß er von dem Manöver etwas merkt – des Ehemanns Eifersucht lenkt, wenn ein anderer der Frau des letzteren den Hof macht. Mit Abschwächung und gleichzeitiger Verschiebung der ursprünglichen Bedeutung gebraucht man diese Redensart mit Bezug auf die Anstandsperson, meist weiblichen Geschlechts, die ein Brautpaar auf seinen Spaziergängen begleitet. Diese letzte Bedeutung des Ausdrucks ist hier gemeint.&#xD;&#xA;">„Elephanten“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-25" id="app-editorial-25-ref" title="„Elephanten“ ] vgl. Richard Riegler: Das Tier im Spiegel der Sprache. Ein Beitrag zur vergleichenden Bedeutungslehre. Dresden u. Leipzig: C. A. Koch (H. Ehlers) 1907, S. 90: Der Elefant erscheint überdies in der deutschen Redensart bei einem Liebespaar den Elefanten spielen auch als Symbol geistiger Schwerfälligkeit […]. Obige Redensart wird angewendet auf einen Galan, auf den man – ohne daß er von dem Manöver etwas merkt – des Ehemanns Eifersucht lenkt, wenn ein anderer der Frau des letzteren den Hof macht. Mit Abschwächung und gleichzeitiger Verschiebung der ursprünglichen Bedeutung gebraucht man diese Redensart mit Bezug auf die Anstandsperson, meist weiblichen Geschlechts, die ein Brautpaar auf seinen Spaziergängen begleitet. Diese letzte Bedeutung des Ausdrucks ist hier gemeint.">[25]</a> innig bedauert!</p><p class="ED-p">Meine spätere Adresse schick’ ich Dir noch nicht, weil ich sicher noch während des Semesters auf einen Brief von Dir rechne. Und nun noch eins: um diese Zeit, ich glaube beinah heut, ist <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-26" title="Dein Geburtstag ] Jellinek wurde am 16.6.1851 geboren.&#xD;&#xA;">Dein Geburtstag</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-26" id="app-editorial-26-ref" title="Dein Geburtstag ] Jellinek wurde am 16.6.1851 geboren.">[26]</a>. Verzeih, daß ich ein so treuloses Gedächtniß habe, ihn nicht sicher zu wissen. Aber Du weißt, daß die Glückwünsche, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="die … W Windelband ] auf dem Rand&#xD;&#xA;">die ich Dir dazu sende, die herzlichsten sind und daß Du immer gewiß bleibst, der innigen Freundschaft Deines</span></p><p class="ED-signed"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="die … W Windelband ] auf dem Rand&#xD;&#xA;">W Windelband</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="die … W Windelband ] auf dem Rand">[b]</a></p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">und</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">d</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">die … W Windelband</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> auf dem Rand</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">im Rosenthal oder auf der Linie</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Parklandschaft und Spazierweg bei Leipzig</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Karlbäder</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>gemeint ist der Kurort Karlsbad in Böhmen</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Hahn’schen Tischgenossenschaft</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Ehrenberg</span> vom 18.11.1873</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Knapp</span>’s Abgang</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Georg Friedrich Knapp</span> (1842–1926), 1867 Leiter des Statitischen Amtes der Stadt Leipzig, 1869 zusätzlich <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> an der Universität Leipzig, ging 1874 an die Universität Straßburg, dort bis 1918 (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Nitzsche’s</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>gemeint ist vermutlich <span class="ED-name">Hinrich Nitsche</span> (1845–1902), Zoologe, 1868 Promotion in Berlin, 1871 Habilitation in Leipzig, 1875 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr> für Zoologie in Leipzig, 1876 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> für Zoologie an der Forstakademie Tharandt (Professorenkatalog der Universität Leipzig).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Fräulein <span class="ED-name">Peschel</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht ermittelt; mögliches Verwandtschaftsverhältnis zu <span class="ED-name">Oscar Ferdinand Peschel</span> (1826–1875), Geograph, seit 1871 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> für Geographie in Leipzig, seit 1873 wegen Krankheit beurlaubt (Professorenkatalog der Universität Leipzig).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Vondermühlt’s</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>gemeint ist vermutlich <span class="ED-name">Karl von der Mühll</span> (1841–1912), Physiker <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Mathematiker, 1866 Promotion in in Königsberg, 1868 Habilitation in Leipzig, 1872 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr> für Physik in Leipzig, 1889 in Basel, 1890 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> (Professorenkatalog der Universität Leipzig).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">His</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Wilhelm His</span> (1831–1904), Anatom <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Physiologe, seit 1872 <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> in Leipzig (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Zirkel</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Ferdinand Zirkel</span> (1838–1912), Geologe, 1861 Promotion in Bonn, 1863 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr> für Mineralogie und Geologie in Lemberg, 1865 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr>, 1868 <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> für Mineralogie, Geognosie und Geologie in Kiel, seit 1870 <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> in Leipzig (Professorenkatalog der Universität Leipzig).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Heubner</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Otto Heubner</span> (1843–1926), Kinderarzt, Studium in Leipzig, Prag <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Wien, 1867 Promotion in Leipzig, 1868 Habilitation, 1876 Leiter der Leipziger Distriktspoliklinik, 1887 Honorarprofessor, 1891 Lehrstuhl für Kinderheilkunde. 1894 nach Berlin berufen, dort <abbr title="unter anderem; und andere" class="ED-abbr">u. a.</abbr> an der Charité, 1913 emeritiert (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-11"><span class="ED-app-num">11</span><a href="#app-editorial-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Blaß</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>vermutlich <span class="ED-name">Friedrich Wilhelm Blass</span> (1843–1907), klassischer Philologe, Studium in Göttingen <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Bonn, <abbr title="unter anderem; und andere" class="ED-abbr">u. a.</abbr> bei <span class="ED-name">Friedrich Ritschl</span>. Gymnasiallehrer in Bielefeld, Naumburg, Magdeburg, Stettin <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Königsberg. 1874 in Königsberg habilitiert bei <span class="ED-name">Heinrich Jordan</span>. 1876 <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> in Kiel, 1892 in Halle (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-12"><span class="ED-app-num">12</span><a href="#app-editorial-12-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Thierfelder</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Ferdinand Albert Thierfelder</span> (1842–1908), Anatom <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Pathologe, 1864–1869 Studium in Rostock <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Leipzig, 1874 Habilitation in Leipzig, 1874–1876 <abbr title="Privatdozent" class="ED-abbr">PD</abbr> für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie an der Universität Leipzig, 1876–1908 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> für Anatomische Pathologie an der Universität Rostock, 1883/84 Rektor (Professorenkatalog der Universität Leipzig; Catalogus Professorum Rostochiensium).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-13"><span class="ED-app-num">13</span><a href="#app-editorial-13-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><abbr title="Doktor" class="ED-abbr">Dr.</abbr> Rolf</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht ermittelt</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-14"><span class="ED-app-num">14</span><a href="#app-editorial-14-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Knapp</span>’s Verlobung mit <abbr title="Fräulein" class="ED-abbr">Frl.</abbr> <span class="ED-name">Karganoff</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Knapp heiratete <span class="ED-name">Lydia von Karganow</span> (1849–1925) aus Tiflis, seine ehemalige Studentin (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-15"><span class="ED-app-num">15</span><a href="#app-editorial-15-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Susanna Rubinstein</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>psychologische Schriftstellerin aus Czernowitz, lebte von 1847–1914, zuletzt in Heidelberg und München. 1870 Studienbeginn in Prag, ab 1873 in Leipzig, dort 1874 Promotion mit einer Schrift über Die sensoriellen und sensitiven Sinne. Leipzig: A. Edelmann <abbr title="ohne Jahr" class="ED-abbr">o. J.</abbr> [1874], die von der Kritik verrissen wurde, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr> Jenaer Literaturzeitung 1874, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 51, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 803 (Sophie Pataky: Lexikon deutscher Frauen der Feder <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 2. Berlin 1898, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 209–210).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-16"><span class="ED-app-num">16</span><a href="#app-editorial-16-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Grundfragen“ aus dem vorigen Semester</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>im <abbr title="Sommersemester" class="ED-abbr">SS</abbr> 1874 hatte Windelband u. a. eine Veranstaltung über Grundfragen der Psychologie angeboten.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-17"><span class="ED-app-num">17</span><a href="#app-editorial-17-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Brentano</span>’schen Compilation</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Franz Brentano: Psychologie vom empirischen Standpunkte <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 1. Leipzig: Duncker &amp; Humblot 1874; darin: Buch II. Von den psychischen Phänomenen im Allgemeinen. Kapitel 5. Die vorzüglichsten Classificationsversuche § 6, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 252–255, <abbr title="besonders" class="ED-abbr">bes.</abbr> <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 254–255 zu den sensitiven und sensoriellen Sinnen.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-18"><span class="ED-app-num">18</span><a href="#app-editorial-18-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Druck</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Anspielung unklar, vgl. Windelband an <span class="ED-name">Jellinek</span> vom 30.12.1875. 1877 erschien, nach Windelbands eigener Datierung im späteren Abdruck der Präludien 1876 verfaßt: Der Pessimismus und die Wissenschaft. In: Der Salon für Literatur, Kunst und Gesellschaft 2 (1877), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 814–821<abbr title="und" class="ED-abbr"> u.</abbr> <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 951–957.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-19"><span class="ED-app-num">19</span><a href="#app-editorial-19-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">nonum in mensem</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Neunmonatszeit</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-20"><span class="ED-app-num">20</span><a href="#app-editorial-20-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">annum</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Jahr</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-21"><span class="ED-app-num">21</span><a href="#app-editorial-21-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Tüngel</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Ehrenberg</span> vom 14.1.1875</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-22"><span class="ED-app-num">22</span><a href="#app-editorial-22-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Bardeleben</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Ehrenberg</span> vom 24.10.1872</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-23"><span class="ED-app-num">23</span><a href="#app-editorial-23-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Pfingstspritze</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>meint: Kurzreise zu Pfingsten</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-24"><span class="ED-app-num">24</span><a href="#app-editorial-24-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">freudigen Ereignisses</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht ermittelt</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-25"><span class="ED-app-num">25</span><a href="#app-editorial-25-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Elephanten“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Richard Riegler: Das Tier im Spiegel der Sprache. Ein Beitrag zur vergleichenden Bedeutungslehre. Dresden <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Leipzig: C. A. Koch (H. Ehlers) 1907, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 90: <span class="ED-rdg">Der Elefant erscheint überdies in der deutschen Redensart bei einem Liebespaar den Elefanten spielen auch als Symbol geistiger Schwerfälligkeit […]. Obige Redensart wird angewendet auf einen Galan, auf den man – ohne daß er von dem Manöver etwas merkt – des Ehemanns Eifersucht lenkt, wenn ein anderer der Frau des letzteren den Hof macht. Mit Abschwächung und gleichzeitiger Verschiebung der ursprünglichen Bedeutung gebraucht man diese Redensart mit Bezug auf die Anstandsperson, meist weiblichen Geschlechts, die ein Brautpaar auf seinen Spaziergängen begleitet. </span>Diese letzte Bedeutung des Ausdrucks ist hier gemeint.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-26"><span class="ED-app-num">26</span><a href="#app-editorial-26-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Dein Geburtstag</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Jellinek wurde am 16.6.1851 geboren.</div></div></body></html>