<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Paul Ernst an Vaihinger, Sonnenhofen, 14.3.1919, 2 S., hs., Deutsches Literaturarchiv Marbach, A:Ernst, Paul</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001363-8"/><style type="text/css">
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Ich bin sehr stolz darauf, daß mein Buch Ihr Interesse erwecken durfte; Ihr Gedanke des „Als Ob“ hat mir mit einem Schlage die wesentlichen Probleme gelöst, die mir unlösbar vor der Seele standen, ich fühle mich Ihnen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="tief dankbar ] vgl. Paul Ernst an Vaihinger vom 12.1.1917&#xD;&#xA;">tief dankbar</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="tief dankbar ] vgl. Paul Ernst an Vaihinger vom 12.1.1917">[2]</a> als Ihr Schüler.</p><p class="ED-p">In dem Buch spielt demnach die Philosophie des Als Ob eine sehr große Rolle, sie ist mir für einen wesentlichen Theil des Gedankenbaus die Grundlage gewesen. Sie vermissen die Erwähnung des Titels Ihres Werkes, ich habe gesucht, und es scheint wirklich so, als ob ich ihn <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="nirgends ausdrücklich genannt ] vgl. Paul Ernst: Der Zusammenbruch des deutschen Idealismus. An die Jugend. München: Georg Müller 1918, S. 277 (ohne Literaturangabe): Das Ding an sich hätte dann den Wert einer heuristischen Hypothese, an die man nicht glaubt; aus der man keine Schlüsse zieht, die man nur verwendet, um sich Gedankenvorgänge zu vereinfachen. Vaihinger hat diesen Rettungsversuch übernommen und bezeichnet das Ding an sich demnach als Fiktion. Aber das Ding an sich ist nicht eine solche heuristische Hypothese, an die man nicht glaubt; es ist eine Hypothese, aus der man Schlüsse zieht, die bestehen bleiben, nachdem man die Hypothese hat fallen lassen. Es ist keine imaginäre Zahl, die sich im Lauf der Rechnung von selber wieder aufhebt, es ist keine Fiktion dieser Art. Durch seine Annahme behauptet Kant, daß es mehr gibt wie die Empfindungen. Diese Behauptung würde immer bestehen bleiben, wenn er das Ding an sich wieder eliminierte: und aus ihr kann er es dann jederzeit wieder in seine Rechnung hineinbekommen. Dem entspricht es durchaus, wenn Vaihinger zuletzt erklärt, daß Kant den „reinen Standpunkt“, nämlich das Ding an sich als Fiktion aufzufassen, nicht immer festgehalten habe, sondern das Ding an sich habe sich ihm in eine Realität verwandelt.&#xD;&#xA;">nirgends ausdrücklich genannt</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="nirgends ausdrücklich genannt ] vgl. Paul Ernst: Der Zusammenbruch des deutschen Idealismus. An die Jugend. München: Georg Müller 1918, S. 277 (ohne Literaturangabe): Das Ding an sich hätte dann den Wert einer heuristischen Hypothese, an die man nicht glaubt; aus der man keine Schlüsse zieht, die man nur verwendet, um sich Gedankenvorgänge zu vereinfachen. Vaihinger hat diesen Rettungsversuch übernommen und bezeichnet das Ding an sich demnach als Fiktion. Aber das Ding an sich ist nicht eine solche heuristische Hypothese, an die man nicht glaubt; es ist eine Hypothese, aus der man Schlüsse zieht, die bestehen bleiben, nachdem man die Hypothese hat fallen lassen. Es ist keine imaginäre Zahl, die sich im Lauf der Rechnung von selber wieder aufhebt, es ist keine Fiktion dieser Art. Durch seine Annahme behauptet Kant, daß es mehr gibt wie die Empfindungen. Diese Behauptung würde immer bestehen bleiben, wenn er das Ding an sich wieder eliminierte: und aus ihr kann er es dann jederzeit wieder in seine Rechnung hineinbekommen. Dem entspricht es durchaus, wenn Vaihinger zuletzt erklärt, daß Kant den „reinen Standpunkt“, nämlich das Ding an sich als Fiktion aufzufassen, nicht immer festgehalten habe, sondern das Ding an sich habe sich ihm in eine Realität verwandelt.">[3]</a> habe. Sollte sich das bewahrheiten, so hängt es so zusammen: ich habe die einzelnen Aufsätze zunächst in Zeitschriften drucken lassen. Da war denn, als sie zusammengestellt wurden, manches doppelt und dreifach gesagt, <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> es mußte deshalb gestrichen werden. Unter den Streichungen waren auch Hinweise auf Ihr Buch, wie ich mich genau erinnere, was sich daraus ergiebt, daß es für mehrere Capitel wichtig ist. Nun wäre es möglich, daß ich dabei <u>alle</u> Hinweise gestrichen hätte. Ich erinnere mich <abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr> deutlich, daß ich <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 277 den Titel in einer Fußnote genannt hatte. Sollte sich herausstellen, daß es nirgends mehr ausdrücklich genannt ist, so werde ich wohl am besten auf dieser Seite <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="den Hinweis wieder herstellen ] vgl. Vaihinger an Paul Ernst vom 13.4.1919&#xD;&#xA;">den Hinweis wieder herstellen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="den Hinweis wieder herstellen ] vgl. Vaihinger an Paul Ernst vom 13.4.1919">[4]</a>, wenn die 2te Auflage kommt. Es würde das ja übrigens nur eine praktische Bedeutung haben, Leute, die mit Ihren Gedanken noch nicht vertraut sind, ausdrücklich auf das Buch aufmerksam zu machen, denn wer die Dinge kennt, der sieht ja überall, was ich von Ihnen gelernt habe.</p><p class="ED-p">Wenn ich Philosoph wäre, so würde ich den Versuch machen, eine Verbindung Ihres klaren Gedankens mit einem nicht so klaren, aber doch sehr wertvollen Gedanken von <span class="ED-name">Lotze</span> herzustellen, der jetzt Einfluß zu gewinnen scheint, daß es nämlich zwei Welten gebe, eine des Seins und eine des Werthens. Ihre Fiktion kommt schließlich auf die <span class="ED-name">Lotze</span>sche Welt des Werthens hinaus, nur ist sie ein wissenschaftlicher Begriff, während bei <span class="ED-name">Lotze</span> eine unerlöste Meta<span class="ED-pb">|</span>physik im Grunde liegt. Und sollte von da der Sprung so weit sein zur <span class="ED-name">Platon</span>ischen Ideenlehre? Was ich „Form“ nenne, und was mir ursprünglich aufgegangen ist in der Praxis des Dichters, was mir gleichmäßig klar wurde in der Beschäftigung mit sociologischen Problemen – etwa: wie wird aus den religiösen <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="Erlebnissen der Einzelnen Religion ] mit Bleistift unterstrichen zur Anzeige von Unleserlichkeit (vgl. Vaihinger an Paul Ernst vom 28.11.1923)&#xD;&#xA;">Erlebnissen der Einzelnen Religion</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Erlebnissen der Einzelnen Religion ] mit Bleistift unterstrichen zur Anzeige von Unleserlichkeit (vgl. Vaihinger an Paul Ernst vom 28.11.1923)">[a]</a> und aus dieser Kirche – das scheint mir mit den <span class="ED-name">Platon</span>ischen Ideen sehr nahe verwandt zu sein; aber ganz klar wurde mir mein eigener Formbegriff erst durch Ihre Fictionslehre. Ich glaube, die Unterschiede zwischen Ihnen, <span class="ED-name">Lotze</span> und <span class="ED-name">Plato</span> liegen nur in den verschiedenen Betonungen. Aber ich bin nicht Philosoph, ich denke nicht scharf genug, um dergleichen im Ernst behaupten zu dürfen.</p><p class="ED-p">Das Buch habe ich noch ganz in der alten Zeit geschrieben, es ist <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="im Frühsommer 1917 abgeschlossen ] vgl. den eingedruckten Vermerk in Paul Ernst: Der Zusammenbruch des deutschen Idealismus (1918) auf S. 428, unter dem Text: Beendet im Juni 1917&#xD;&#xA;">im Frühsommer 191</span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5 app-philological-2" title="im Frühsommer 1917 abgeschlossen ] vgl. den eingedruckten Vermerk in Paul Ernst: Der Zusammenbruch des deutschen Idealismus (1918) auf S. 428, unter dem Text: Beendet im Juni 1917&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;7 ] über 8 geschrieben&#xD;&#xA;">7</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="7 ] über 8 geschrieben">[b]</a><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="im Frühsommer 1917 abgeschlossen ] vgl. den eingedruckten Vermerk in Paul Ernst: Der Zusammenbruch des deutschen Idealismus (1918) auf S. 428, unter dem Text: Beendet im Juni 1917&#xD;&#xA;"> abgeschlossen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="im Frühsommer 1917 abgeschlossen ] vgl. den eingedruckten Vermerk in Paul Ernst: Der Zusammenbruch des deutschen Idealismus (1918) auf S. 428, unter dem Text: Beendet im Juni 1917">[5]</a> gewesen <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> einige Aufsätze gehen bis auf 1½ Jahre früher zurück. Hätte <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="es die neue noch ] mit Bleistift unterstrichen zur Anzeige von Unleserlichkeit (vgl. Vaihinger an Paul Ernst vom 28.11.1923)&#xD;&#xA;">es die neue noch</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="es die neue noch ] mit Bleistift unterstrichen zur Anzeige von Unleserlichkeit (vgl. Vaihinger an Paul Ernst vom 28.11.1923)">[c]</a> mit erlebt, dann hätte ich Manches anders gefaßt, ich hätte dann auch gegen die neue Zeit gekämpft, während ich so <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="einseitig ] mit Bleistift unterstrichen zur Anzeige von Unleserlichkeit (vgl. Vaihinger an Paul Ernst vom 28.11.1923)&#xD;&#xA;">einseitig</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="einseitig ] mit Bleistift unterstrichen zur Anzeige von Unleserlichkeit (vgl. Vaihinger an Paul Ernst vom 28.11.1923)">[d]</a> gegen die alte kämpfe.</p><p class="ED-p">Ich halte den <span class="ED-name">Marx</span>ischen Socialismus, der ja die officielle Religion der neuen Zeit ist – in der Praxis sieht die Sache etwas anders aus, da herrscht einfache Planlosigkeit – lediglich für eine logische Consequenz des Capitalismus, ich halte ihn für <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="eine Auflösung ] vgl. Paul Ernst: Der Zusammenbruch des Marxismus. München: Georg Müller 1919.&#xD;&#xA;">eine Auflösung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="eine Auflösung ] vgl. Paul Ernst: Der Zusammenbruch des Marxismus. München: Georg Müller 1919.">[6]</a>, nicht für den Anfang einer Neubildung. Die neuen Männer sind genau solche Esel, wie die alten waren, sie haben gleich diesen nie einen Gedanken gehabt und zeigen eine fast abergläubische Furcht davor, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="neues in ] Lesung unsicher, stark verschrieben&#xD;&#xA;">neues in</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="neues in ] Lesung unsicher, stark verschrieben">[e]</a> ihren Geist anders gehen zu lassen, als in Phrasen. Seit <span class="ED-name">Marx</span> hat in der Socialdemokratie nicht ein einziger Mensch gedacht. <span class="ED-name">Marx</span> aber war ein guter Kritiker des Capitalismus <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="und ein sehr ] und sehr&#xD;&#xA;">und ein sehr</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-6" id="app-philological-6-ref" title="und ein sehr ] und sehr">[f]</a> scharfsinniger Mann, aber er war ein ganz flacher Denker und hatte eine Menschenkenntnis wie ein idealistischer Tertianer. Die Grundlage seines Systems, wenn man von einem solchen sprechen kann, seine Werthlehre, ist eine petitio principii.</p><p class="ED-p">Jedenfalls aber war das Alte gänzlich unhaltbar, denn von allen Erscheinungsformen der bürgerlichen Gesellschaft war die Deutsche die verlogenste; ich glaube, daß wir erst am Anfang des Zusammenbruchs stehen <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> daß die Revolutionslüge auch erst zusammenbrechen muß. M<span class="ED-add">[eines]</span> E<span class="ED-add">[rachtens]</span> müssen wir erst <abbr title="circa" class="ED-abbr">ca.</abbr> 20 Millionen Menschen durch Bürgerkrieg, Hunger, Krankheit <abbr title="und so weiter" class="ED-abbr">u. s. w.</abbr> verlieren, dann wird eine Rückkehr zu einer Art Naturalwirtschaft möglich sein.</p><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-7" title="Hochachtungsvoll u. Ergeben ] Hochvll u. Ebn&#xD;&#xA;">Hochachtungsvoll </span><abbr title="und" class="ED-abbr"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-7" title="Hochachtungsvoll u. Ergeben ] Hochvll u. Ebn&#xD;&#xA;">u.</span></abbr><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-7" title="Hochachtungsvoll u. Ergeben ] Hochvll u. Ebn&#xD;&#xA;"> Ergeben</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-7" id="app-philological-7-ref" title="Hochachtungsvoll u. Ergeben ] Hochvll u. Ebn">[g]</a></p><p class="ED-signed">Dr. Paul Ernst.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Erlebnissen der Einzelnen Religion</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>mit Bleistift unterstrichen zur Anzeige von Unleserlichkeit (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Paul Ernst vom 28.11.1923)</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">7</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>über <span class="ED-rdg">8</span> geschrieben</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">es die neue noch</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>mit Bleistift unterstrichen zur Anzeige von Unleserlichkeit (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Paul Ernst vom 28.11.1923)</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">einseitig</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>mit Bleistift unterstrichen zur Anzeige von Unleserlichkeit (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Paul Ernst vom 28.11.1923)</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">neues in</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Lesung unsicher, stark verschrieben</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-6"><span class="ED-app-num">f</span><a href="#app-philological-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">und ein sehr</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">und sehr</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-7"><span class="ED-app-num">g</span><a href="#app-philological-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Hochachtungsvoll <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Ergeben</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Hochvll u. Ebn</span></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihre freundlichen Zeilen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Paul Ernst vom 8.3.1919</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">tief dankbar</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Paul Ernst an Vaihinger vom 12.1.1917</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">nirgends ausdrücklich genannt</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Paul Ernst: Der Zusammenbruch des deutschen Idealismus. An die Jugend. München: Georg Müller 1918, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 277 (ohne Literaturangabe): <span class="ED-rdg">Das Ding an sich hätte dann den Wert einer heuristischen Hypothese, an die man nicht glaubt; aus der man keine Schlüsse zieht, die man nur verwendet, um sich Gedankenvorgänge zu vereinfachen. Vaihinger hat diesen Rettungsversuch übernommen und bezeichnet das Ding an sich demnach als Fiktion. Aber das Ding an sich ist nicht eine solche heuristische Hypothese, an die man nicht glaubt; es ist eine Hypothese, aus der man Schlüsse zieht, die bestehen bleiben, nachdem man die Hypothese hat fallen lassen. Es ist keine imaginäre Zahl, die sich im Lauf der Rechnung von selber wieder aufhebt, es ist keine Fiktion dieser Art. Durch seine Annahme behauptet Kant, daß es mehr gibt wie die Empfindungen. Diese Behauptung würde immer bestehen bleiben, wenn er das Ding an sich wieder eliminierte: und aus ihr kann er es dann jederzeit wieder in seine Rechnung hineinbekommen. Dem entspricht es durchaus, wenn Vaihinger zuletzt erklärt, daß Kant den „reinen Standpunkt“, nämlich das Ding an sich als Fiktion aufzufassen, nicht immer festgehalten habe, sondern das Ding an sich habe sich ihm in eine Realität verwandelt.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">den Hinweis wieder herstellen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Paul Ernst vom 13.4.1919</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">im Frühsommer 1917 abgeschlossen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> den eingedruckten Vermerk in Paul Ernst: Der Zusammenbruch des deutschen Idealismus (1918) auf <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 428, unter dem Text: <span class="ED-rdg">Beendet im Juni 1917</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">eine Auflösung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Paul Ernst: Der Zusammenbruch des Marxismus. München: Georg Müller 1919.</div></div></body></html>