<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Karl Joël an Vaihinger, Basel, 22.6.1907, 2 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 4 d, Nr. 3</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000933-2"/><style type="text/css">
.ED-TEI {
font-family: serif;
line-height: 1.2em;
}
.ED-text {
border: 1px solid LightGray;
padding: 1em;
}
.ED-titleStmt,
.ED-app-title {
font-size: 1.1em;
font-family: serif;
font-style: italic;
font-weight: normal;
margin: 2em 0em 1em;
}
.ED-dateline {
text-align: right;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-title,
.ED-p,
.ED-salute,
.ED-signed,
.ED-docAuthor {
text-indent: 0em;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-p + .ED-p {
text-indent: 1em;
margin: 0em;
}
.ED-title + .ED-title,
.ED-dateline  + .ED-dateline,
.ED-salute    + .ED-salute,
.ED-signed    + .ED-signed,
.ED-docAuthor + .ED-docAuthor {
margin: 0em;
}
.ED-back,
.ED-postscript {
border: 1px solid LightGray;
margin: 1em 0em;
}
.ED-add,
.ED-pb {
color: Gray;
}
.ED-label-formprint {
font-family: sans-serif;
}
sup {
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
a.ED-anchor {
font-style: normal;
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
.ED-text-lem {
text-decoration: underline dotted;
}
.ED-app-philological,
.ED-app-editorial {
position: relative;
margin: .3em 0em;
margin-left: 2.5em;
font-style: italic;
}
.ED-app-num {
left: -2.5em;
}
.ED-app-corresp {
left: -.8em;
}
.ED-app-num,
.ED-app-corresp {
position: absolute;
text-indent: 0em;
font-style: normal;
}
.ED-lem,
.ED-lem-sep,
.ED-rdg {
font-style: normal;
}</style></head><body><div class="ED-TEI"><p class="ED-titleStmt"><span class="ED-persName-sent">Karl Joël</span> an <span class="ED-persName-received">Vaihinger</span>, <span class="ED-location-sent">Basel</span>, <span class="ED-date">22.6.1907</span>, <span class="ED-note">2 S., hs.</span>, <span class="ED-pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 4 d, Nr. 3</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Basel <abbr title="den" class="ED-abbr">d.</abbr> 22.6.07</p><p class="ED-salute">Sehr verehrter Herr College!</p><p class="ED-p">Darf ich Sie mit einer anscheinend unbedeutenden, aber mich augenblicklich interessierenden Anfrage behelligen? An dem mir noch in angenehmster Erinnerung stehenden <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Mittag, den ich bei Ihnen verbringen durfte, ] Besuch nicht ermittelt&#xD;&#xA;">Mittag, den ich bei Ihnen verbringen durfte,</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Mittag, den ich bei Ihnen verbringen durfte, ] Besuch nicht ermittelt">[1]</a> sprachen wir von Frau <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="R. Nielsen ] Rosalie Nielsen (gest. ca. 1898), lernte Nietzsche wahrscheinlich im Spätsommer 1873 in Basel kennen, wo sie ihn durch Verschwörungstheorien um seinen Verleger E. W. Fritzsch irritierte (Reich, Hauke: Nietzsche-Zeitgenossenlexikon. Verwandte und Vorfahren, Freunde und Feinde, Verehrer und Kritiker von Friedrich Nietzsche (Beiträge zu Friedrich Nietzsche 7). Schwabe: Basel 2004, S. 143). Unklar ist, ob es sich hierbei um persönliche oder bloß briefliche Bekanntschaft handelt, vgl. Janz, Curt Paul: Friedrich Nietzsche. Biographie, Bd. 1. München/Wien: Carl Hanser 1978, S. 540.&#xD;&#xA;">R. Nielsen</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="R. Nielsen ] Rosalie Nielsen (gest. ca. 1898), lernte Nietzsche wahrscheinlich im Spätsommer 1873 in Basel kennen, wo sie ihn durch Verschwörungstheorien um seinen Verleger E. W. Fritzsch irritierte (Reich, Hauke: Nietzsche-Zeitgenossenlexikon. Verwandte und Vorfahren, Freunde und Feinde, Verehrer und Kritiker von Friedrich Nietzsche (Beiträge zu Friedrich Nietzsche 7). Schwabe: Basel 2004, S. 143). Unklar ist, ob es sich hierbei um persönliche oder bloß briefliche Bekanntschaft handelt, vgl. Janz, Curt Paul: Friedrich Nietzsche. Biographie, Bd. 1. München/Wien: Carl Hanser 1978, S. 540.">[2]</a>, die auch mir noch bekannt war in ihrer ganzen erhabenen Komik. Wenn ich richtig verstanden, erzählte sie Ihnen: <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Nietzsche sei … gemeint habe. ] Von Begegnungen Nietzsches mit Rosalie Nielsen im Winter 1873/1874 hatte Franz Overbeck berichtet in den postum von Carl Albrecht Bernoulli (1868–1937) herausgegebenen Erinnerungen an Nietzsche. In: Die Neue Rundschau 17 (1906), S. 209–231, hier S. 210 (Digitalisat: https://archive.org/details/neuerundschau11906franuoft/ (28.11.2023)). 1908 erschien folgende Schilderung Bernoullis: Über ihre Begegnung mit Nietzsche schwieg sich Frau Nielsen in ihrem Leipziger Bekanntenkreise später geflissentlich aus […]. Dagegen hat Frau Nielsen sehr viel früher, im Herbst 1875, die betreffende Szene Herrn Profesor Hans Vaihinger in Leipzig erzählt. Danach hätte als Ergebnis eines Briefwechsels in einem Hotel zu Freiburg i/B. eine Zusammenkunft stattgefunden. Nietzsche soll sich, entsetzt über den äußeren Habitus der Dame schon nach Sekunden wieder aus dem Zimmer entfernt haben, nachdem er ihr nur die theatralische Phrase ins Gesicht geschleudert hatte: „Scheusal, du hast mich betrogen!“ Frau Nielsen fragte Professor Vaihinger, was Nietzsche wohl damit gemeint habe. Von Nietzsches Seite liegt eine geklärte Überlieferung des Vorfalles noch nicht vor. Er hat sie nach Jahren einmal Peter Gast erzählt. Als nächster noch lebender Zeuge wäre wohl Dr. Romundt noch am ehesten in der Lage Aufklärung zu geben. Vor allem darüber, ob die betreffende Szene sich nicht doch in der Baumannshöhle zutrug. Nach Overbecks Andeutungen spielte sie sich in seinem (Overbecks) Zimmer ab […]. (Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908. Digitalisat: https://archive.org/details/franzoverbeckund01bern/ (23.5.2024), S. 118; vgl. zur Sache und zu einer allgemeinen Einschätzung der Verlässlichkeit der Angaben Bernoullis Janz: Friedrich Nietzsche. Biographie, S. 540–541 sowie S. 547–550). Joël lieferte in anderem Kontext einen Hinweis zu Bernoullis Buch (vgl. Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908, S. 118); möglich, jedoch nicht nachgewiesen, ist, dass die Anekdote zum Treffen Vaihingers mit Rosalie Nielsen über Joël an Carl Albrecht Bernoulli gelangte.&#xD;&#xA;">Nietzsche</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Nietzsche sei … gemeint habe. ] Von Begegnungen Nietzsches mit Rosalie Nielsen im Winter 1873/1874 hatte Franz Overbeck berichtet in den postum von Carl Albrecht Bernoulli (1868–1937) herausgegebenen Erinnerungen an Nietzsche. In: Die Neue Rundschau 17 (1906), S. 209–231, hier S. 210 (Digitalisat: https://archive.org/details/neuerundschau11906franuoft/ (28.11.2023)). 1908 erschien folgende Schilderung Bernoullis: Über ihre Begegnung mit Nietzsche schwieg sich Frau Nielsen in ihrem Leipziger Bekanntenkreise später geflissentlich aus […]. Dagegen hat Frau Nielsen sehr viel früher, im Herbst 1875, die betreffende Szene Herrn Profesor Hans Vaihinger in Leipzig erzählt. Danach hätte als Ergebnis eines Briefwechsels in einem Hotel zu Freiburg i/B. eine Zusammenkunft stattgefunden. Nietzsche soll sich, entsetzt über den äußeren Habitus der Dame schon nach Sekunden wieder aus dem Zimmer entfernt haben, nachdem er ihr nur die theatralische Phrase ins Gesicht geschleudert hatte: „Scheusal, du hast mich betrogen!“ Frau Nielsen fragte Professor Vaihinger, was Nietzsche wohl damit gemeint habe. Von Nietzsches Seite liegt eine geklärte Überlieferung des Vorfalles noch nicht vor. Er hat sie nach Jahren einmal Peter Gast erzählt. Als nächster noch lebender Zeuge wäre wohl Dr. Romundt noch am ehesten in der Lage Aufklärung zu geben. Vor allem darüber, ob die betreffende Szene sich nicht doch in der Baumannshöhle zutrug. Nach Overbecks Andeutungen spielte sie sich in seinem (Overbecks) Zimmer ab […]. (Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908. Digitalisat: https://archive.org/details/franzoverbeckund01bern/ (23.5.2024), S. 118; vgl. zur Sache und zu einer allgemeinen Einschätzung der Verlässlichkeit der Angaben Bernoullis Janz: Friedrich Nietzsche. Biographie, S. 540–541 sowie S. 547–550). Joël lieferte in anderem Kontext einen Hinweis zu Bernoullis Buch (vgl. Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908, S. 118); möglich, jedoch nicht nachgewiesen, ist, dass die Anekdote zum Treffen Vaihingers mit Rosalie Nielsen über Joël an Carl Albrecht Bernoulli gelangte.&#xD;&#xA;"> sei ihr bei dem bewilligten Rendezvous mit den Worten entgegengetreten: „Scheusal, du hast mich betrogen“, und er sei dann auf Nimmerwiedersehn davongelaufen. Frau N</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Nietzsche sei … gemeint habe. ] Von Begegnungen Nietzsches mit Rosalie Nielsen im Winter 1873/1874 hatte Franz Overbeck berichtet in den postum von Carl Albrecht Bernoulli (1868–1937) herausgegebenen Erinnerungen an Nietzsche. In: Die Neue Rundschau 17 (1906), S. 209–231, hier S. 210 (Digitalisat: https://archive.org/details/neuerundschau11906franuoft/ (28.11.2023)). 1908 erschien folgende Schilderung Bernoullis: Über ihre Begegnung mit Nietzsche schwieg sich Frau Nielsen in ihrem Leipziger Bekanntenkreise später geflissentlich aus […]. Dagegen hat Frau Nielsen sehr viel früher, im Herbst 1875, die betreffende Szene Herrn Profesor Hans Vaihinger in Leipzig erzählt. Danach hätte als Ergebnis eines Briefwechsels in einem Hotel zu Freiburg i/B. eine Zusammenkunft stattgefunden. Nietzsche soll sich, entsetzt über den äußeren Habitus der Dame schon nach Sekunden wieder aus dem Zimmer entfernt haben, nachdem er ihr nur die theatralische Phrase ins Gesicht geschleudert hatte: „Scheusal, du hast mich betrogen!“ Frau Nielsen fragte Professor Vaihinger, was Nietzsche wohl damit gemeint habe. Von Nietzsches Seite liegt eine geklärte Überlieferung des Vorfalles noch nicht vor. Er hat sie nach Jahren einmal Peter Gast erzählt. Als nächster noch lebender Zeuge wäre wohl Dr. Romundt noch am ehesten in der Lage Aufklärung zu geben. Vor allem darüber, ob die betreffende Szene sich nicht doch in der Baumannshöhle zutrug. Nach Overbecks Andeutungen spielte sie sich in seinem (Overbecks) Zimmer ab […]. (Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908. Digitalisat: https://archive.org/details/franzoverbeckund01bern/ (23.5.2024), S. 118; vgl. zur Sache und zu einer allgemeinen Einschätzung der Verlässlichkeit der Angaben Bernoullis Janz: Friedrich Nietzsche. Biographie, S. 540–541 sowie S. 547–550). Joël lieferte in anderem Kontext einen Hinweis zu Bernoullis Buch (vgl. Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908, S. 118); möglich, jedoch nicht nachgewiesen, ist, dass die Anekdote zum Treffen Vaihingers mit Rosalie Nielsen über Joël an Carl Albrecht Bernoulli gelangte.&#xD;&#xA;">[ielsen]</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Nietzsche sei … gemeint habe. ] Von Begegnungen Nietzsches mit Rosalie Nielsen im Winter 1873/1874 hatte Franz Overbeck berichtet in den postum von Carl Albrecht Bernoulli (1868–1937) herausgegebenen Erinnerungen an Nietzsche. In: Die Neue Rundschau 17 (1906), S. 209–231, hier S. 210 (Digitalisat: https://archive.org/details/neuerundschau11906franuoft/ (28.11.2023)). 1908 erschien folgende Schilderung Bernoullis: Über ihre Begegnung mit Nietzsche schwieg sich Frau Nielsen in ihrem Leipziger Bekanntenkreise später geflissentlich aus […]. Dagegen hat Frau Nielsen sehr viel früher, im Herbst 1875, die betreffende Szene Herrn Profesor Hans Vaihinger in Leipzig erzählt. Danach hätte als Ergebnis eines Briefwechsels in einem Hotel zu Freiburg i/B. eine Zusammenkunft stattgefunden. Nietzsche soll sich, entsetzt über den äußeren Habitus der Dame schon nach Sekunden wieder aus dem Zimmer entfernt haben, nachdem er ihr nur die theatralische Phrase ins Gesicht geschleudert hatte: „Scheusal, du hast mich betrogen!“ Frau Nielsen fragte Professor Vaihinger, was Nietzsche wohl damit gemeint habe. Von Nietzsches Seite liegt eine geklärte Überlieferung des Vorfalles noch nicht vor. Er hat sie nach Jahren einmal Peter Gast erzählt. Als nächster noch lebender Zeuge wäre wohl Dr. Romundt noch am ehesten in der Lage Aufklärung zu geben. Vor allem darüber, ob die betreffende Szene sich nicht doch in der Baumannshöhle zutrug. Nach Overbecks Andeutungen spielte sie sich in seinem (Overbecks) Zimmer ab […]. (Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908. Digitalisat: https://archive.org/details/franzoverbeckund01bern/ (23.5.2024), S. 118; vgl. zur Sache und zu einer allgemeinen Einschätzung der Verlässlichkeit der Angaben Bernoullis Janz: Friedrich Nietzsche. Biographie, S. 540–541 sowie S. 547–550). Joël lieferte in anderem Kontext einen Hinweis zu Bernoullis Buch (vgl. Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908, S. 118); möglich, jedoch nicht nachgewiesen, ist, dass die Anekdote zum Treffen Vaihingers mit Rosalie Nielsen über Joël an Carl Albrecht Bernoulli gelangte.&#xD;&#xA;"> aber fragte Sie naiv, was </span><span class="ED-pb"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Nietzsche sei … gemeint habe. ] Von Begegnungen Nietzsches mit Rosalie Nielsen im Winter 1873/1874 hatte Franz Overbeck berichtet in den postum von Carl Albrecht Bernoulli (1868–1937) herausgegebenen Erinnerungen an Nietzsche. In: Die Neue Rundschau 17 (1906), S. 209–231, hier S. 210 (Digitalisat: https://archive.org/details/neuerundschau11906franuoft/ (28.11.2023)). 1908 erschien folgende Schilderung Bernoullis: Über ihre Begegnung mit Nietzsche schwieg sich Frau Nielsen in ihrem Leipziger Bekanntenkreise später geflissentlich aus […]. Dagegen hat Frau Nielsen sehr viel früher, im Herbst 1875, die betreffende Szene Herrn Profesor Hans Vaihinger in Leipzig erzählt. Danach hätte als Ergebnis eines Briefwechsels in einem Hotel zu Freiburg i/B. eine Zusammenkunft stattgefunden. Nietzsche soll sich, entsetzt über den äußeren Habitus der Dame schon nach Sekunden wieder aus dem Zimmer entfernt haben, nachdem er ihr nur die theatralische Phrase ins Gesicht geschleudert hatte: „Scheusal, du hast mich betrogen!“ Frau Nielsen fragte Professor Vaihinger, was Nietzsche wohl damit gemeint habe. Von Nietzsches Seite liegt eine geklärte Überlieferung des Vorfalles noch nicht vor. Er hat sie nach Jahren einmal Peter Gast erzählt. Als nächster noch lebender Zeuge wäre wohl Dr. Romundt noch am ehesten in der Lage Aufklärung zu geben. Vor allem darüber, ob die betreffende Szene sich nicht doch in der Baumannshöhle zutrug. Nach Overbecks Andeutungen spielte sie sich in seinem (Overbecks) Zimmer ab […]. (Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908. Digitalisat: https://archive.org/details/franzoverbeckund01bern/ (23.5.2024), S. 118; vgl. zur Sache und zu einer allgemeinen Einschätzung der Verlässlichkeit der Angaben Bernoullis Janz: Friedrich Nietzsche. Biographie, S. 540–541 sowie S. 547–550). Joël lieferte in anderem Kontext einen Hinweis zu Bernoullis Buch (vgl. Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908, S. 118); möglich, jedoch nicht nachgewiesen, ist, dass die Anekdote zum Treffen Vaihingers mit Rosalie Nielsen über Joël an Carl Albrecht Bernoulli gelangte.&#xD;&#xA;">|</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Nietzsche sei … gemeint habe. ] Von Begegnungen Nietzsches mit Rosalie Nielsen im Winter 1873/1874 hatte Franz Overbeck berichtet in den postum von Carl Albrecht Bernoulli (1868–1937) herausgegebenen Erinnerungen an Nietzsche. In: Die Neue Rundschau 17 (1906), S. 209–231, hier S. 210 (Digitalisat: https://archive.org/details/neuerundschau11906franuoft/ (28.11.2023)). 1908 erschien folgende Schilderung Bernoullis: Über ihre Begegnung mit Nietzsche schwieg sich Frau Nielsen in ihrem Leipziger Bekanntenkreise später geflissentlich aus […]. Dagegen hat Frau Nielsen sehr viel früher, im Herbst 1875, die betreffende Szene Herrn Profesor Hans Vaihinger in Leipzig erzählt. Danach hätte als Ergebnis eines Briefwechsels in einem Hotel zu Freiburg i/B. eine Zusammenkunft stattgefunden. Nietzsche soll sich, entsetzt über den äußeren Habitus der Dame schon nach Sekunden wieder aus dem Zimmer entfernt haben, nachdem er ihr nur die theatralische Phrase ins Gesicht geschleudert hatte: „Scheusal, du hast mich betrogen!“ Frau Nielsen fragte Professor Vaihinger, was Nietzsche wohl damit gemeint habe. Von Nietzsches Seite liegt eine geklärte Überlieferung des Vorfalles noch nicht vor. Er hat sie nach Jahren einmal Peter Gast erzählt. Als nächster noch lebender Zeuge wäre wohl Dr. Romundt noch am ehesten in der Lage Aufklärung zu geben. Vor allem darüber, ob die betreffende Szene sich nicht doch in der Baumannshöhle zutrug. Nach Overbecks Andeutungen spielte sie sich in seinem (Overbecks) Zimmer ab […]. (Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908. Digitalisat: https://archive.org/details/franzoverbeckund01bern/ (23.5.2024), S. 118; vgl. zur Sache und zu einer allgemeinen Einschätzung der Verlässlichkeit der Angaben Bernoullis Janz: Friedrich Nietzsche. Biographie, S. 540–541 sowie S. 547–550). Joël lieferte in anderem Kontext einen Hinweis zu Bernoullis Buch (vgl. Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908, S. 118); möglich, jedoch nicht nachgewiesen, ist, dass die Anekdote zum Treffen Vaihingers mit Rosalie Nielsen über Joël an Carl Albrecht Bernoulli gelangte.&#xD;&#xA;"> </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Nietzsche sei … gemeint habe. ] Von Begegnungen Nietzsches mit Rosalie Nielsen im Winter 1873/1874 hatte Franz Overbeck berichtet in den postum von Carl Albrecht Bernoulli (1868–1937) herausgegebenen Erinnerungen an Nietzsche. In: Die Neue Rundschau 17 (1906), S. 209–231, hier S. 210 (Digitalisat: https://archive.org/details/neuerundschau11906franuoft/ (28.11.2023)). 1908 erschien folgende Schilderung Bernoullis: Über ihre Begegnung mit Nietzsche schwieg sich Frau Nielsen in ihrem Leipziger Bekanntenkreise später geflissentlich aus […]. Dagegen hat Frau Nielsen sehr viel früher, im Herbst 1875, die betreffende Szene Herrn Profesor Hans Vaihinger in Leipzig erzählt. Danach hätte als Ergebnis eines Briefwechsels in einem Hotel zu Freiburg i/B. eine Zusammenkunft stattgefunden. Nietzsche soll sich, entsetzt über den äußeren Habitus der Dame schon nach Sekunden wieder aus dem Zimmer entfernt haben, nachdem er ihr nur die theatralische Phrase ins Gesicht geschleudert hatte: „Scheusal, du hast mich betrogen!“ Frau Nielsen fragte Professor Vaihinger, was Nietzsche wohl damit gemeint habe. Von Nietzsches Seite liegt eine geklärte Überlieferung des Vorfalles noch nicht vor. Er hat sie nach Jahren einmal Peter Gast erzählt. Als nächster noch lebender Zeuge wäre wohl Dr. Romundt noch am ehesten in der Lage Aufklärung zu geben. Vor allem darüber, ob die betreffende Szene sich nicht doch in der Baumannshöhle zutrug. Nach Overbecks Andeutungen spielte sie sich in seinem (Overbecks) Zimmer ab […]. (Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908. Digitalisat: https://archive.org/details/franzoverbeckund01bern/ (23.5.2024), S. 118; vgl. zur Sache und zu einer allgemeinen Einschätzung der Verlässlichkeit der Angaben Bernoullis Janz: Friedrich Nietzsche. Biographie, S. 540–541 sowie S. 547–550). Joël lieferte in anderem Kontext einen Hinweis zu Bernoullis Buch (vgl. Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908, S. 118); möglich, jedoch nicht nachgewiesen, ist, dass die Anekdote zum Treffen Vaihingers mit Rosalie Nielsen über Joël an Carl Albrecht Bernoulli gelangte.&#xD;&#xA;">Nietzsche</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Nietzsche sei … gemeint habe. ] Von Begegnungen Nietzsches mit Rosalie Nielsen im Winter 1873/1874 hatte Franz Overbeck berichtet in den postum von Carl Albrecht Bernoulli (1868–1937) herausgegebenen Erinnerungen an Nietzsche. In: Die Neue Rundschau 17 (1906), S. 209–231, hier S. 210 (Digitalisat: https://archive.org/details/neuerundschau11906franuoft/ (28.11.2023)). 1908 erschien folgende Schilderung Bernoullis: Über ihre Begegnung mit Nietzsche schwieg sich Frau Nielsen in ihrem Leipziger Bekanntenkreise später geflissentlich aus […]. Dagegen hat Frau Nielsen sehr viel früher, im Herbst 1875, die betreffende Szene Herrn Profesor Hans Vaihinger in Leipzig erzählt. Danach hätte als Ergebnis eines Briefwechsels in einem Hotel zu Freiburg i/B. eine Zusammenkunft stattgefunden. Nietzsche soll sich, entsetzt über den äußeren Habitus der Dame schon nach Sekunden wieder aus dem Zimmer entfernt haben, nachdem er ihr nur die theatralische Phrase ins Gesicht geschleudert hatte: „Scheusal, du hast mich betrogen!“ Frau Nielsen fragte Professor Vaihinger, was Nietzsche wohl damit gemeint habe. Von Nietzsches Seite liegt eine geklärte Überlieferung des Vorfalles noch nicht vor. Er hat sie nach Jahren einmal Peter Gast erzählt. Als nächster noch lebender Zeuge wäre wohl Dr. Romundt noch am ehesten in der Lage Aufklärung zu geben. Vor allem darüber, ob die betreffende Szene sich nicht doch in der Baumannshöhle zutrug. Nach Overbecks Andeutungen spielte sie sich in seinem (Overbecks) Zimmer ab […]. (Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908. Digitalisat: https://archive.org/details/franzoverbeckund01bern/ (23.5.2024), S. 118; vgl. zur Sache und zu einer allgemeinen Einschätzung der Verlässlichkeit der Angaben Bernoullis Janz: Friedrich Nietzsche. Biographie, S. 540–541 sowie S. 547–550). Joël lieferte in anderem Kontext einen Hinweis zu Bernoullis Buch (vgl. Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908, S. 118); möglich, jedoch nicht nachgewiesen, ist, dass die Anekdote zum Treffen Vaihingers mit Rosalie Nielsen über Joël an Carl Albrecht Bernoulli gelangte.&#xD;&#xA;"> </span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3 app-philological-1" title="Nietzsche sei … gemeint habe. ] Von Begegnungen Nietzsches mit Rosalie Nielsen im Winter 1873/1874 hatte Franz Overbeck berichtet in den postum von Carl Albrecht Bernoulli (1868–1937) herausgegebenen Erinnerungen an Nietzsche. In: Die Neue Rundschau 17 (1906), S. 209–231, hier S. 210 (Digitalisat: https://archive.org/details/neuerundschau11906franuoft/ (28.11.2023)). 1908 erschien folgende Schilderung Bernoullis: Über ihre Begegnung mit Nietzsche schwieg sich Frau Nielsen in ihrem Leipziger Bekanntenkreise später geflissentlich aus […]. Dagegen hat Frau Nielsen sehr viel früher, im Herbst 1875, die betreffende Szene Herrn Profesor Hans Vaihinger in Leipzig erzählt. Danach hätte als Ergebnis eines Briefwechsels in einem Hotel zu Freiburg i/B. eine Zusammenkunft stattgefunden. Nietzsche soll sich, entsetzt über den äußeren Habitus der Dame schon nach Sekunden wieder aus dem Zimmer entfernt haben, nachdem er ihr nur die theatralische Phrase ins Gesicht geschleudert hatte: „Scheusal, du hast mich betrogen!“ Frau Nielsen fragte Professor Vaihinger, was Nietzsche wohl damit gemeint habe. Von Nietzsches Seite liegt eine geklärte Überlieferung des Vorfalles noch nicht vor. Er hat sie nach Jahren einmal Peter Gast erzählt. Als nächster noch lebender Zeuge wäre wohl Dr. Romundt noch am ehesten in der Lage Aufklärung zu geben. Vor allem darüber, ob die betreffende Szene sich nicht doch in der Baumannshöhle zutrug. Nach Overbecks Andeutungen spielte sie sich in seinem (Overbecks) Zimmer ab […]. (Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908. Digitalisat: https://archive.org/details/franzoverbeckund01bern/ (23.5.2024), S. 118; vgl. zur Sache und zu einer allgemeinen Einschätzung der Verlässlichkeit der Angaben Bernoullis Janz: Friedrich Nietzsche. Biographie, S. 540–541 sowie S. 547–550). Joël lieferte in anderem Kontext einen Hinweis zu Bernoullis Buch (vgl. Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908, S. 118); möglich, jedoch nicht nachgewiesen, ist, dass die Anekdote zum Treffen Vaihingers mit Rosalie Nielsen über Joël an Carl Albrecht Bernoulli gelangte.&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;wohl ] davor gestrichen: sich&#xD;&#xA;">wohl</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="wohl ] davor gestrichen: sich">[a]</a><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Nietzsche sei … gemeint habe. ] Von Begegnungen Nietzsches mit Rosalie Nielsen im Winter 1873/1874 hatte Franz Overbeck berichtet in den postum von Carl Albrecht Bernoulli (1868–1937) herausgegebenen Erinnerungen an Nietzsche. In: Die Neue Rundschau 17 (1906), S. 209–231, hier S. 210 (Digitalisat: https://archive.org/details/neuerundschau11906franuoft/ (28.11.2023)). 1908 erschien folgende Schilderung Bernoullis: Über ihre Begegnung mit Nietzsche schwieg sich Frau Nielsen in ihrem Leipziger Bekanntenkreise später geflissentlich aus […]. Dagegen hat Frau Nielsen sehr viel früher, im Herbst 1875, die betreffende Szene Herrn Profesor Hans Vaihinger in Leipzig erzählt. Danach hätte als Ergebnis eines Briefwechsels in einem Hotel zu Freiburg i/B. eine Zusammenkunft stattgefunden. Nietzsche soll sich, entsetzt über den äußeren Habitus der Dame schon nach Sekunden wieder aus dem Zimmer entfernt haben, nachdem er ihr nur die theatralische Phrase ins Gesicht geschleudert hatte: „Scheusal, du hast mich betrogen!“ Frau Nielsen fragte Professor Vaihinger, was Nietzsche wohl damit gemeint habe. Von Nietzsches Seite liegt eine geklärte Überlieferung des Vorfalles noch nicht vor. Er hat sie nach Jahren einmal Peter Gast erzählt. Als nächster noch lebender Zeuge wäre wohl Dr. Romundt noch am ehesten in der Lage Aufklärung zu geben. Vor allem darüber, ob die betreffende Szene sich nicht doch in der Baumannshöhle zutrug. Nach Overbecks Andeutungen spielte sie sich in seinem (Overbecks) Zimmer ab […]. (Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908. Digitalisat: https://archive.org/details/franzoverbeckund01bern/ (23.5.2024), S. 118; vgl. zur Sache und zu einer allgemeinen Einschätzung der Verlässlichkeit der Angaben Bernoullis Janz: Friedrich Nietzsche. Biographie, S. 540–541 sowie S. 547–550). Joël lieferte in anderem Kontext einen Hinweis zu Bernoullis Buch (vgl. Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908, S. 118); möglich, jedoch nicht nachgewiesen, ist, dass die Anekdote zum Treffen Vaihingers mit Rosalie Nielsen über Joël an Carl Albrecht Bernoulli gelangte.&#xD;&#xA;"> damit gemeint habe.</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Nietzsche sei … gemeint habe. ] Von Begegnungen Nietzsches mit Rosalie Nielsen im Winter 1873/1874 hatte Franz Overbeck berichtet in den postum von Carl Albrecht Bernoulli (1868–1937) herausgegebenen Erinnerungen an Nietzsche. In: Die Neue Rundschau 17 (1906), S. 209–231, hier S. 210 (Digitalisat: https://archive.org/details/neuerundschau11906franuoft/ (28.11.2023)). 1908 erschien folgende Schilderung Bernoullis: Über ihre Begegnung mit Nietzsche schwieg sich Frau Nielsen in ihrem Leipziger Bekanntenkreise später geflissentlich aus […]. Dagegen hat Frau Nielsen sehr viel früher, im Herbst 1875, die betreffende Szene Herrn Profesor Hans Vaihinger in Leipzig erzählt. Danach hätte als Ergebnis eines Briefwechsels in einem Hotel zu Freiburg i/B. eine Zusammenkunft stattgefunden. Nietzsche soll sich, entsetzt über den äußeren Habitus der Dame schon nach Sekunden wieder aus dem Zimmer entfernt haben, nachdem er ihr nur die theatralische Phrase ins Gesicht geschleudert hatte: „Scheusal, du hast mich betrogen!“ Frau Nielsen fragte Professor Vaihinger, was Nietzsche wohl damit gemeint habe. Von Nietzsches Seite liegt eine geklärte Überlieferung des Vorfalles noch nicht vor. Er hat sie nach Jahren einmal Peter Gast erzählt. Als nächster noch lebender Zeuge wäre wohl Dr. Romundt noch am ehesten in der Lage Aufklärung zu geben. Vor allem darüber, ob die betreffende Szene sich nicht doch in der Baumannshöhle zutrug. Nach Overbecks Andeutungen spielte sie sich in seinem (Overbecks) Zimmer ab […]. (Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908. Digitalisat: https://archive.org/details/franzoverbeckund01bern/ (23.5.2024), S. 118; vgl. zur Sache und zu einer allgemeinen Einschätzung der Verlässlichkeit der Angaben Bernoullis Janz: Friedrich Nietzsche. Biographie, S. 540–541 sowie S. 547–550). Joël lieferte in anderem Kontext einen Hinweis zu Bernoullis Buch (vgl. Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, Bd. 1. Jena: Eugen Diederichs 1908, S. 118); möglich, jedoch nicht nachgewiesen, ist, dass die Anekdote zum Treffen Vaihingers mit Rosalie Nielsen über Joël an Carl Albrecht Bernoulli gelangte.">[3]</a> Hat mich meine Erinnerung <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="getäuscht ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">getäuscht</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="getäuscht ] Einfügung über der Zeile">[b]</a> oder erzählten Sie es so? Für eine freundliche Auskunft wäre ich Ihnen sehr dankbar und hoffe dabei auch von Ihrem Wohlergehen zu hören. Ich stöhne in dem schwülen Basel unter der Semesterthätigkeit, die das wahre <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="otium ] in lateinischer Schrift, lat. Muße, Ruhe von Pflichten (etwa beruflichen)&#xD;&#xA;">otium</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="otium ] in lateinischer Schrift, lat. Muße, Ruhe von Pflichten (etwa beruflichen)">[c]</a> des wahren <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="studium ] in lateinischer Schrift&#xD;&#xA;">studium</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="studium ] in lateinischer Schrift">[d]</a> immer durchschneidet und dadurch vernichtet.</p><p class="ED-p">Mit ergebensten Grüßen Ihr</p><p class="ED-signed">Karl Joël</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">wohl</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>davor gestrichen: <span class="ED-rdg">sich</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">getäuscht</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">otium</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>in lateinischer Schrift, <abbr title="lateinisch" class="ED-abbr">lat.</abbr> Muße, Ruhe von Pflichten (etwa beruflichen)</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">studium</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>in lateinischer Schrift</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Mittag, den ich bei Ihnen verbringen durfte,</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Besuch nicht ermittelt</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">R. Nielsen</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Rosalie Nielsen</span> (<abbr title="gestorben" class="ED-abbr">gest.</abbr> <abbr title="circa" class="ED-abbr">ca.</abbr> 1898), lernte <span class="ED-name">Nietzsche</span> <span class="ED-rdg">wahrscheinlich im Spätsommer 1873 in Basel kennen, wo sie ihn durch Verschwörungstheorien um seinen Verleger E. W. Fritzsch irritierte</span> (Reich, Hauke: Nietzsche-Zeitgenossenlexikon. Verwandte und Vorfahren, Freunde und Feinde, Verehrer und Kritiker von Friedrich Nietzsche (Beiträge zu Friedrich Nietzsche 7). Schwabe: Basel 2004, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 143). Unklar ist, ob es sich hierbei um persönliche oder bloß briefliche Bekanntschaft handelt, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Janz, Curt Paul: Friedrich Nietzsche. Biographie, <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 1. München/Wien: Carl Hanser 1978, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 540.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Nietzsche sei … gemeint habe.</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> Von Begegnungen <span class="ED-name">Nietzsche</span>s mit <span class="ED-name">Rosalie Nielsen</span> im Winter 1873/1874 hatte <span class="ED-name">Franz Overbeck</span> berichtet in den postum von <span class="ED-name">Carl Albrecht Bernoulli</span> (1868–1937) herausgegebenen Erinnerungen an Nietzsche. In: Die Neue Rundschau 17 (1906), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 209–231, hier <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 210 (Digitalisat: <span class="ED-link"><a href="https://archive.org/details/neuerundschau11906franuoft/">https://archive.org/details/neuerundschau11906franuoft/</a></span> (28.11.2023)). 1908 erschien folgende Schilderung Bernoullis: <span class="ED-rdg">Über ihre Begegnung mit Nietzsche schwieg sich Frau Nielsen in ihrem Leipziger Bekanntenkreise später geflissentlich aus […]. Dagegen hat Frau Nielsen sehr viel früher, im Herbst 1875, die betreffende Szene Herrn Profesor Hans Vaihinger in Leipzig erzählt. Danach hätte als Ergebnis eines Briefwechsels in einem Hotel zu Freiburg i/B. eine Zusammenkunft stattgefunden. Nietzsche soll sich, entsetzt über den äußeren Habitus der Dame schon nach Sekunden wieder aus dem Zimmer entfernt haben, nachdem er ihr nur die theatralische Phrase ins Gesicht geschleudert hatte: „Scheusal, du hast mich betrogen!“ Frau Nielsen fragte Professor Vaihinger, was Nietzsche wohl damit gemeint habe. Von Nietzsches Seite liegt eine geklärte Überlieferung des Vorfalles noch nicht vor. Er hat sie nach Jahren einmal Peter Gast erzählt. Als nächster noch lebender Zeuge wäre wohl Dr. Romundt noch am ehesten in der Lage Aufklärung zu geben. Vor allem darüber, ob die betreffende Szene sich nicht doch in der Baumannshöhle zutrug. Nach Overbecks Andeutungen spielte sie sich in seinem (Overbecks) Zimmer ab […].</span> (Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 1. Jena: Eugen Diederichs 1908. Digitalisat: <span class="ED-link"><a href="https://archive.org/details/franzoverbeckund01bern/">https://archive.org/details/franzoverbeckund01bern/</a></span> (23.5.2024), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 118; <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> zur Sache und zu einer allgemeinen Einschätzung der Verlässlichkeit der Angaben Bernoullis Janz: Friedrich Nietzsche. Biographie, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 540–541 sowie <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 547–550). Joël lieferte in anderem Kontext einen Hinweis zu Bernoullis Buch (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Bernoulli: Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche. Eine Freundschaft. Nach ungedruckten Dokumenten und im Zusammenhang mit der bisherigen Forschung dargestellt, <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 1. Jena: Eugen Diederichs 1908, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 118); möglich, jedoch nicht nachgewiesen, ist, dass die Anekdote zum Treffen Vaihingers mit <span class="ED-name">Rosalie Nielsen</span> über Joël an <span class="ED-name">Carl Albrecht Bernoulli</span> gelangte.</div></div></body></html>