<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000870-9</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Paul Natorp</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>21.12.1903</date>, <note>5 S., hs., Briefkopf </note><quote type="rdg">PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1076</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0870" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000870-9"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1903-12-21">21.12.1903</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118586548">Paul Natorp</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/11865361X">Bruno Bauch</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118521411">Hermann Cohen</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117223344">Franz Staudinger</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118540173">Albert Görland</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11854943X">Johann Friedrich Herbart</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11749366X">Karl Vorländer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600826">Alois Riehl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118616692">Rudolf Stammler</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</name></note><note type="repository">Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1076</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Paul Natorp</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>21.12.1903</date>, <note>5 S., hs., Briefkopf </note><quote type="rdg">PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1076</bibl></head></front><body><dateline>21.XII.1903</dateline><salute>Verehrter Herr College!</salute><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-710"/>Beiliegenden Aufruf<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-710"/> sende ich Ihnen <hi rend="underline">nicht</hi>, um <hi rend="underline">Sie</hi> selbst zu Opfern zu veranlassen, sondern um Sie – bei Ihrem freundlichen Interesse für die K<add>[ant-]</add>St<add>[udien]</add> – auf dem laufenden zu erhalten, insbesondre, weil ich den Aufruf auch an <hi rend="underline"><name>Cohen</name></hi> gleichzeitig sende. Der Aufruf ist einstweilen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-711"/>privatim<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-711"/> an Einzelne vertheilt worden, und hat auch schon schöne Früchte getragen; <pb/> so hat ein Ihnen und <name>Cohen</name> sehr nahestehender Kantianer, Professor der Philosophie, 300 <abbr>M</abbr> übersendet (er will seinen Namen nicht genannt wissen, Sie werden ihn aber <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-712"/>vielleicht erraten<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-712"/>).</p><p>Vielleicht haben Sie die Güte einmal mit <name>Cohen</name> demnächst zu sprechen und ihn zu einem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-713"/><hi rend="underline">größeren</hi> Beitrag<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-713"/> zu animiren. Wenn die Freunde der <name>Kant</name>ischen Philosophie – ohne Ansehen der verschiedenen abweichenden Richtungen – nicht zusammenstehen, kommt natürlich nichts heraus. Auch das Mini<pb/>sterium hat einen Beitrag in Aussicht gestellt, falls sonst etwas Erkleckliches zusammenkommt. Ich rechne dabei weniger auf viele kleine Beiträge als auf wenige größere. Bis jetzt sind 1200 <abbr>M</abbr> beisammen.</p><p>Das Wichtigste sind für mich Adressen wohlhabender Freunde der Philosophie, welche im Stande sind, etwas zu opfern und größere Summen zu spenden. Wenn Sie in der Lage wären, mir einige solche Adressen zu senden, so wäre der Sache <pb/> damit am besten gedient. Es ist ja die Sache aller Freunde der <name>Kant</name>ischen Philosophie.</p><p>Übrigens ist nun D<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> <hi rend="underline"><name>Bauch</name></hi>, nachdem er sich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-714"/>soeben hier habilitiert<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-714"/> hat, in die Redaction eingetreten und wird die Zeitschrift, wie ich überzeugt bin, in gutes Fahrwasser bringen. Das Festheft besorge ich noch selbst: es bringt auch einen Beitrag von <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-715"/><name>Staudinger</name>, <name>Kant</name>s Bedeutung für die Pädagogik der Gegenwart<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-715"/> – <abbr>d. h.</abbr> eine Abhandlung <hi rend="underline">für</hi> Sie und <hi rend="underline">gegen</hi> die <name>Herbart</name>ianer.</p><p>Ihren „Plato“ <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-716"/>hat <name>Görland</name> freundlichst übernommen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-716"/>; das <name>Görland</name>sche Schriftchen über Sie <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-717"/>hat <name>Vorländer</name> übernommen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-717"/>.</p><p>Mit freundl<add>[ichem]</add> Gruß Ihr ergebner</p><signed>H. Vaihinger <pb/></signed><postscript><p><abbr>P. S.</abbr></p><p>Hier in <hi rend="underline">Halle</hi> sowie auch in <hi rend="underline">Heidelberg</hi>, wahrscheinlich auch in Breslau findet eine <hi rend="underline">öffentliche akademische Feier</hi> zu <name>Kant</name>s hundertjährigem Todestage statt. Hier in Halle <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-718"/>hält <hi rend="underline"><name>Riehl</name></hi> die Rede; in Heidelberg <hi rend="underline"><name>Windelband</name></hi><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-718"/>.</p><p>Wollen Sie nicht auch <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-719"/>in Marburg eine Feier<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-719"/> veranstalten? Marburg als Hauptsitz einer Richtung der <name>Kant</name>ischen Philosophie <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-720"/>sollte<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-720"/> in erster Linie ebenfalls eine öffentliche Feier veranstalten.</p></postscript></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-710"><lem>Beiliegenden Aufruf</lem><note>liegt nicht bei; der Aufruf wurde mehrfach überarbeitet, <abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Verlag Georg Reimer vom 17.1.1904 sowie den von der Beilage in Kant-Studien 8 (1903; ohne Seitennummerierung nach dem Inhaltsverzeichnis) mehrfach abweichenden Abdruck des Aufrufs in Vaihinger: An die Freunde der Kantischen Philosophie. Bericht über die Begründung einer „Kantgesellschaft“ und die Errichtung einer „Kantstiftung“ zum hundertjährigen Todestag des Philosophen. In: Kant-Studien 9 (1904), <abbr>S.</abbr> 344–350. Beiliegende Fassung nicht ermittelt. Der Abdruck aus Kant-Studien 9 weicht, abgesehen von stilistischen Überarbeitungen, von der Beilage in Kant-Studien 8 wie folgt ab: Die 1. <abbr>Anm.</abbr> (</note><rdg>Die „Kantstudien“ sind […] 500 Seiten erschienen.</rdg><note>) fehlt; als Analoga der Kantgesellschaft werden nicht mehr die Goethe- und die Comenius-Gesellschaft genannt, stattdessen wird allgemeiner auf </note><rdg>ähnliche Gesellschaften in Deutschland</rdg><note> verwiesen (Nennung der Mind-Association bleibt); der Zweck der Gesellschaft, wissenschaftliche Publikationen zu fördern, wird dahingehend konkretisiert, </note><rdg>speciell auch […] Dissertationen</rdg><note> zu fördern; der Zweck der Gesellschaft wird erweitert um: </note><rdg>Verleihung von Ehrengaben an verdiente Kantforscher, speziell auch von Stipendien an jüngere Gelehrte (Privatdozenten) Kantischer Richtung</rdg><note>; für Dauermitgliedschaften wird ein Mindestbeitrag von 25 Mark eingeführt; der Passus: </note><rdg>bleibt wider Erwarten der Fonds zu klein, als dass seine Zinsen hinreichen, so kann auch der Fonds selbst zu den Ausgaben mitverwendet werden</rdg><note> wird ersetzt durch: </note><rdg>das Kapital selbst ist unangreifbar und dieses Stiftungskapital wird dem Curator der Universität Halle zur Verfahrung und Verwaltung übergeben</rdg><note>; die Bestimmungen für den Fall einer Einstellung der Zeitschrift Kant-Studien werden geändert; der Zeitpunkt der ersten Generalversammlung wird vom 12.2.1904 auf den 22.4.1904 verschoben; die Liste der Dauer- und Jahresmitglieder wird vom Aufruf getrennt und erweitert <abbr>bzw.</abbr> aktualisiert.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-711"><lem>privatim</lem><note>stark verschrieben</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-712"><lem>vielleicht erraten</lem><note>Vaihinger führt in Kant-Studien 9 (1904), <abbr>S.</abbr> 348 unter den Dauermitgliedern der Kantgesellschaft durch einmaligen Beitrag zur Kantstiftung auf: Ungenannt S. 300 M. – <abbr>d. i.</abbr> sehr wahrscheinlich <name>Rudolf Stammler</name> (1856–1938), 1882 <abbr>ao. Prof.</abbr> in Marburg, 1884 in Gießen, seit 1885 <abbr>o. Prof.</abbr> in Halle (<abbr>BEdPh</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-713"><lem><hi rend="underline">größeren</hi> Beitrag</lem><note><name>Cohen</name> findet sich nicht unter den Geldgebern zur Gründung einer Kantgesellschaft.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-714"><lem>soeben hier habilitiert</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 1.3.1904</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-715"><lem><name>Staudinger</name>, <name>Kant</name>s Bedeutung für die Pädagogik der Gegenwart</lem><note>In: Kant-Studien 9 (1904), <abbr>S.</abbr> 211–245.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-716"><lem>hat <name>Görland</name> freundlichst übernommen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Albert Görland: Natorps Einführung in den Idealismus durch Platos Ideenlehre. In: Kant-Studien 11 (1906), <abbr>S.</abbr> 240–247.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-717"><lem>hat <name>Vorländer</name> übernommen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> die Doppelrezension von Franz Staudinger: Görland, A. Paul Natorp als Pädagoge. Zugleich mit einem Beitrag zur Bestimmung des Begriffs der Sozialpädagogik. Leipzig, Julius Klinkhardt, 1904. (78 S.) Paul Natorp, Sozialpädagogik. Zweite vermehrte Auflage. Stuttgart, Fr. Frommann, 1904. (XXIV u. 400 S.). In: Kant-Studien 10 (1905), <abbr>S.</abbr> 177–181.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-718"><lem>hält <hi rend="underline"><name>Riehl</name></hi> die Rede; in Heidelberg <hi rend="underline"><name>Windelband</name></hi></lem><note><abbr>vgl.</abbr> Alois Riehl: Immanuel Kant. Rede zur Feier des hundertjährigen Todestages Kants in der Aula der Universität Halle-Wittenberg. Halle/S.: Max Niemeyer 1904; sowie Wilhelm Windelband: Immanuel Kant und seine Weltanschauung. Gedenkrede zur Feier der 100. Wiederkehr seines Todestages, an der Universität Heidelberg. Heidelberg: C. Winter 1904.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-719"><lem>in Marburg eine Feier</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 23.12.1903</note></app><app type="philological" corresp="#ED-720"><lem>sollte</lem><note>danach gestrichen: </note><rdg>hier</rdg></app></listApp></back></text></TEI>