<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000249-2</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Hermann Siebeck</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Basel</placeName>, <date>11.3.1883</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 6 a</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0249" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000249-2"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/11733829X">Hermann Siebeck</persName><placeName>Basel</placeName><date when="1883-03-11">11.3.1883</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116666781">Gustav Glogau</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117227099">Karl Steffensen</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 6 a</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Hermann Siebeck</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Basel</placeName>, <date>11.3.1883</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 6 a</bibl></head></front><body><dateline>Basel <abbr>d.</abbr> 11.3.83.</dateline><salute>Geehrter Herr College,</salute><p>Den Ruf nach Gießen habe ich heute erhalten und bin, obgleich das Angebot nicht ganz so vortheilhaft ausgefallen ist, wie <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1459"/>die Fama<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1459"/> behauptete, nicht abgeneigt, ihn anzunehmen – wenn ich noch fort kann. Es hängt in erster Linie alles davon ab, ob die hessische Regierung auf der Besetzung der Stelle zu <hi rend="underline">Ostern</hi> besteht oder bis Michaelis warten will. Da meine Kündigungsfrist schon mit Neujahr abgelaufen ist und die hiesige Regierung meinen pecuniären Bedürfnissen erst kürzlich in sehr liberaler Weise durch eine Gehaltsaufbesserung entgegengekommen ist, so ist es in ersterem Falle sehr zweifelhaft, ob sie mich für Ostern noch freigiebt. Sollte ich in der Lage sein, in G<add>[ießen]</add> anzunehmen, so werde ich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1460"/>Ihre Interessen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1460"/> nach besten Kräften vertreten. Nur <pb/> dürfen Sie das Eigenartige der hiesigen Verhältnisse nicht übersehen. Die Facultät hat gar kein Vorschlagsrecht, sie wird überhaupt officiell nicht gefragt. Die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1461"/>Cüratel<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1461"/> macht alles und diese wird sich allerdings voraussichtlich privatim bei mir (und jedenfalls auch bei <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1462"/><name>Steffensen</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1462"/><name/>, obwohl er seit einigen Jahren emeritirt ist) erkundigen. In diesem Falle wird immer eine möglichst ausgiebige Liste verlangt, wobei natürlich das Urteil des Gefragten einen ziemlichen Spielraum hat. Die Sache complicirt sich noch dadurch, daß wir hier zwei schweizerische Privatdozenten haben, daß man Werth darauf legt, daß der zu Berufende pädagogische Praxis hat, daß die Einwirkung der hiesigen Parteiverhältnisse unberechenbar ist<abbr> u</abbr>. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1463"/>dergleichen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1463"/>. Jedenfalls würde <hi rend="underline">ich</hi> in erster Linie auf Sie und <name>Glogau</name> fallen.</p><p>Einstweilen, bis ich Ihnen näheres melden kann, bitte ich Sie über diese Verhältnisse nicht weiter zu sprechen. Mit besten Wünschen und Grüßen Ihr ganz ergebener</p><signed>H. Siebeck.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1459"><lem>die Fama</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Hermann Siebeck vom 24.2.1883</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1460"><lem>Ihre Interessen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Hermann Siebeck vom 24.2.1883</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1461"><lem>Cüratel</lem><note>so wörtlich (Kuratorium; Universitätsleitung)</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1462"><lem><name>Steffensen</name></lem><note><name>Karl Steffensen</name> (1816–1888), seit 1854 an der Universität Basel, 1879 emeritiert (<abbr>BEdPh</abbr>).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1463"><lem>dergleichen</lem><rdg>dgl.</rdg></app></listApp></back></text></TEI>